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Azubi-Messe

TGeld, Spaß oder Sicherheit? So sucht Gen Z Jobs im Kreis Stade

Über 100 Betriebe stellten sich im Stadeum bei einer Azubi-Messe den Jugendlichen vor.

Über 100 Betriebe stellten sich im Stadeum bei einer Azubi-Messe den Jugendlichen vor. Foto: Haardt

Auf der Azubi-Messe im Stadeum erzählen junge Menschen von ihren Berufswünschen und was ihnen ein Job bieten muss. Dabei geht es ihnen nicht nur um ein gutes Gehalt.

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Von Rebecca Haardt
24.09.2026, 15:34 Uhr

Stade. Volles Haus vor dem Stadeum: Am vergangenen Mittwoch drängten sich acht Stunden lang Jugendliche durch die Veranstaltungshalle auf der Suche nach ihrem Traumjob. Mehr als 106 Betriebe präsentierten sich bei der 21. Azubi-Messe als Ausbilder.

Wichtig sei es, Unternehmen und Schüler zusammenzubringen, so Sylvia Pohl, die beim Stadeum für Marketing und Messen verantwortlich ist. „Manchmal bringt ein persönliches Gespräch mehr als ein eingeschickter Lebenslauf”, sagt sie. Insgesamt besuchten knapp 4000 Jugendliche die Messe.

15-Jährige begeistert sich für Maschinen

Eine davon ist Sina. Die 15-Jährige weiß sehr genau: „Ich möchte unbedingt etwas mit körperlicher Arbeit machen.” Das hat sie schon in mehreren Praktika in handwerklichen Berufen ausprobiert und dabei zum Beispiel ein Regal selbst gebaut.

In welche Richtung es genau gehen soll, weiß die Neuntklässlerin aber noch nicht: „Boote, Bohrer, alle möglichen Großmaschinen finde ich super interessant.” Sie hat sich einige Broschüren mitgenommen und will sich zu Hause in Ruhe überlegen, wofür sie am meisten brennt. Sorgen um ihre berufliche Zukunft im Handwerk mache sie sich keine, einzig ihre Konzentrationsschwierigkeiten könnten ein Problem werden, meint sie.

Sohn tritt in die Fußstapfen des Vaters

Dass das Handwerk zukunftssicher ist, denkt auch Mergim Fazlijaj. Der 20-Jährige ist im dritten Lehrjahr als Anlagenmechaniker bei Seusta in Stade, einem Betrieb für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. Fazlijaj stellt seinen Betrieb und seinen Beruf den Messebesuchern vor. „KI kann das Handwerk nicht ablösen”, sagt er.

Mergim Fazlijaj ist im dritten Lehrjahr. „KI kann das Handwerk nicht ablösen”, sagt er.

Mergim Fazlijaj ist im dritten Lehrjahr. „KI kann das Handwerk nicht ablösen”, sagt er. Foto: Haardt

Er hat seinen Beruf vor allem aus zwei Gründen gewählt. Sein Vater ist Handwerker, sodass der Azubi schon früh in Kontakt mit handwerklichen Berufen kam. Außerdem hat er in einem Praktikum, das er vor seiner Ausbildung bei Seusta gemacht hat, festgestellt: „Der Beruf ist sehr vielseitig. Man lernt jeden Tag was Neues dazu.”

Kindern helfen im Grundschullehramt

Eine, die auf der Messe noch keinen geeigneten Job für sich entdeckt hat und das auch nicht tun wird, ist Marie. Denn die 15-Jährige hat einen eher ausgefallenen Berufswunsch, der auf der Messe nicht vertreten ist: Sie möchte Theaterschauspielerin werden.

Die Schülerin steht schon seit der ersten Klasse auf der Bühne und geht ihrer Leidenschaft aktuell in einer Musical-AG nach. Was ihr jedoch Sorgen bereitet: „Das Theater stirbt aus. Die Leute schauen heute eher Fernsehen.” Außerdem sei der Einstieg in die Kreativbranche ziemlich schwierig.

Auf der Azubi-Messe im Stadeum suchten Jugendliche nach ihrem Traumjob.

Auf der Azubi-Messe im Stadeum suchten Jugendliche nach ihrem Traumjob. Foto: Haardt

Als anderen Beruf zieht sie Grundschullehrerin in Betracht. Dabei gehe es ihr vor allem darum, Kindern einen guten Start in ihre Schullaufbahn zu ermöglichen. „Wenn Kinder schon in der Grundschule Probleme haben, dann zieht sich das manchmal durch ihr ganzes Leben weiter”, sagt die Schülerin. Was sie als Schwierigkeit sieht: „Viele Kinder haben zu Hause Probleme, die dann mehr und mehr an den Lehrern hängen bleiben.”

Leidenschaft und gute Zukunftsaussichten

Neben idealistischen Gründen spielen bei der Berufswahl auch Arbeitszeiten und Gehalt eine Rolle. Jason Winter ist 19 Jahre alt und Chemikant im dritten Lehrjahr bei Olin. Das Chemieunternehmen stellt im Industriepark Stade unter anderem Epoxidharze her. Bei Winter hätten gleichzeitig seine Leidenschaft für die Chemie und das hohe Gehalt in der Industrie seine Entscheidung für die Ausbildung beeinflusst.

Jason Winter liebt die Chemie. Gleichzeitig hat er sich seinen Ausbildungsplatz auch aufgrund der guten Bezahlung ausgesucht.

Jason Winter liebt die Chemie. Gleichzeitig hat er sich seinen Ausbildungsplatz auch aufgrund der guten Bezahlung ausgesucht. Foto: Haardt

Vor allem Letzteres komme auch bei den Jugendlichen, mit denen er im Stadeum spricht, gut an. „Wenn wir von den Gehältern und den Urlaubstagen erzählen, werden die Augen groß”, ergänzt seine Kollegin und Olin-Azubine Celine Saul.

Die beiden jungen Erwachsenen wissen bei ihrer Ausbildung außerdem, dass ihr Betrieb sie übernehmen will, haben also sichere Zukunftsaussichten. Bei ihnen gelte ebenfalls: KI könne ihre Arbeit nicht so schnell ersetzen.

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