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#StolenMemory

TGeraubte Erinnerungen: Ausstellung über NS-Opfer kommt nach Harsefeld

Diese Gegenstände gehörten Neonella Doboitschina. Ihre Angehörigen werden noch gesucht, um ihnen die Effekten zurückzugeben.

Diese Gegenstände gehörten Neonella Doboitschina. Ihre Angehörigen werden noch gesucht, um ihnen die Effekten zurückzugeben. Foto: Arolsen Archives/Cornelius Gollhardt

Ihnen wurde alles genommen: Die Ausstellung #StolenMemory zeigt geraubtes Eigentum von NS-Verfolgten. Welche Geschichten dahinterstecken, erfahren Interessierte bald in Harsefeld.

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Von Pauline Meyer
Dienstag, 10.02.2026, 15:00 Uhr

Harsefeld. Uhren, Eheringe, Briefe, Fotos oder Brillen: Es sind oft alltägliche Dinge, die von zerstörten Leben erzählen. Bei der Einlieferung in die Konzentrationslager nahmen die Nationalsozialisten den Inhaftierten ihre gesamte persönliche Habe ab.

Anhand dieser sogenannten Effekte rekonstruiert die Wanderausstellung #StolenMemory individuelle Lebens- und Verfolgungsgeschichten damaliger KZ-Häftlinge. Vom 20. Februar bis zum 11. März macht die Ausstellung Station am Aue-Geest-Gymnasium (AGG) Harsefeld und wird auch für die Öffentlichkeit zu besichtigen sein.

Eine europaweite Wanderausstellung in umgebauten Übersee-Containern macht auf das Projekt #StolenMemory aufmerksam. Im Februar kommt die Ausstellung an das Aue-Geest-Gymnasium Harsefeld.

Eine europaweite Wanderausstellung in umgebauten Übersee-Containern macht auf das Projekt #StolenMemory aufmerksam. Im Februar kommt die Ausstellung an das Aue-Geest-Gymnasium Harsefeld. Foto: Arolsen Archives/Johanna Groß

Die Ausstellung tourt seit 2020 - installiert in einem Übersee-Container - durch Deutschland, Frankreich und Polen. Initiiert wurde sie von den Arolsen Archives, dem weltweit größten Archiv über NS-Verfolgte. Bis heute bewahren die Arolsen Archives rund 2000 Umschläge mi persönlichen Gegenständen aus deutschen Konzentrationslagern auf. Vor allem aus dem KZ Neugamme und teilweise aus Dachau.

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2016 riefen die Arolsen Archives die Kampagne #StolenMemory ins Leben. Ziel ist es, Angehörige der Opfer zu finden und ihnen die geraubten Erinnerungsstücke zurückzugeben. Mit Erfolg: Bereits 1000 Effekten konnten weltweit Familien übergeben werden. Die Gegenstände sind oft das einzige, was den Angehörigen von ihren Verwandten bleibt.

Studentin wurde in Frauen-KZ deportiert: Arolsen Archives suchen Angehörige

Ein Beispiel ist das Schicksal von Neonella Doboitschina aus Russland, deren Angehörige bis heute gesucht werden. Die Studentin wurde am 11. Oktober 1923 geboren und geriet mit 20 Jahren ins Visier der Gestapo. Sie gehörte zu den vielen Zwangsarbeiterinnen, mit denen das NS-Regime die Kriegswirtschaft aufrecht erhielt.

Am 5. Mai 1944 wurde Doboitschina in das Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück deportiert und kam später in das Lager Salzgitter-Watenstedt, einem Außenlager des KZ Neuengamme. Dort musste Neonella Doboitschina für die Rüstungsindustrie arbeiten. Ihr weiteres Schicksal ist unbekannt. Erhalten geblieben sind Fotos mit Widmungen, die von einer glücklichen Zeit zeugen. Ihre Freunde nannten sie Nelly.

Die Arolsen Archives, das weltweit umfassendste Archiv über NS-Verfolgte, verwahren noch einige Tausend persönliche Gegenstände, die die Nazis ihren Opfern bei der Inhaftierung im Konzentrationslager abnahmen. Manche davon konnten an Angehörige übergeben werden.

Die Arolsen Archives, das weltweit umfassendste Archiv über NS-Verfolgte, verwahren noch einige Tausend persönliche Gegenstände, die die Nazis ihren Opfern bei der Inhaftierung im Konzentrationslager abnahmen. Manche davon konnten an Angehörige übergeben werden. Foto: Arolsen Archives/Johanna Groß

Dass die Ausstellung nun an das Aue-Geest-Gymnasium kommt, freut Lehrerin Imke Bartels ganz besonders - auch weil jüngst der Holocaust-Gedenktag stattfand. „Die Erinnerungen der Zeitzeugen dürfen nicht in Vergessenheit geraten“, so Bartels. Ihre zehnte Klasse behandelt das Thema Nationalsozialismus derzeit im Geschichtsunterricht. Die Ausstellung gebe dem AGG eine Chance, die Schülerinnen und Schüler noch näher an das Thema zu bringen.

Anmeldungen für Ausstellung und Vortrag möglich

Unterstützt wird das Gymnasium von mehreren regionalen Bildungseinrichtungen, darunter die Volkshochschule Buxtehude und die Selma-Lagerlöf-Oberschule Harsefeld. Die Ausstellung richtet sich aber nicht nur an Schülerinnen und Schüler, sondern auch an interessierte Bürgerinnen und Bürger.

Die öffentlichen Besuchszeiten sind montags bis donnerstags, zwischen 13.30 und 15.30 Uhr, jeweils nach vorheriger telefonischer Anmeldung über das Sekretariat des AGG (Tel. 04164 - 859950). Gruppen sollten eine Größe von fünf bis maximal 25 Personen nicht überschreiten.

Ergänzend zur Ausstellung informiert Dr. Ramona Bräu-Hergert am Donnerstag, 26. Februar, über die Arbeit der Arolsen Archives. Auch für diesen Vortrag ist eine Anmeldung über das Sekretariat erforderlich. Die Teilnehmerzahl ist hierfür auf zehn Personen begrenzt.

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