TGesperrter Schuhmann feuert Harsefeld an - Abschied fällt schwer
Marco Schuhmann (rechts) fällt der Weggang beim TuS Harsefeld schwerer als bei anderen Wechseln zuvor. Foto: Schmietow (Archiv)
Harsefeld verschenkt beim 2:2 einen Sieg. Ein Leistungsträger ist gegen seinen zukünftigen Verein nur Zuschauer - aber so lautstark dabei, als stünde er auf dem Platz.
Harsefeld. Marco Schuhmann ist gelbgesperrt. Gegen seinen zukünftigen Verein TB Lüneburg muss er also nicht spielen. Ein möglicher Konflikt - wie in solchen Fällen gern kolportiert - bleibt so aus. Immerhin spielen die Lüneburger gegen den Abstieg.
Schuhmann, der aus der Lüneburger Region kommt, ist trotzdem am Samstagabend nach Harsefeld gekommen, um das Heimspiel seines TuS Harsefeld zu sehen, um bei der Mannschaft zu sein. Natürlich auch, um seine zukünftige Mannschaft, bei der er als spielender Co-Trainer anfangen wird, zu begutachten.
Seine Zugehörigkeit ist eindeutig. Er steht hinter der Bande, genau auf Höhe von Trainer Nico Matern. „Weiter Männer“, schreit er immer wieder und klatscht dabei motivierend in die Hände. Er fiebert mit.
Der baldige Abschied fällt Schuhmann schwer
TB Lüneburg wird sich zur kommenden Saison neu aufstellen. Der jetzige Trainer des Ligakonkurrenten TV Jahn Schneverdingen, Felix Beck, übernimmt. Er hat auch Schuhmann angeworben, nachdem er erfahren hatte, dass der 31-jährige Routinier den TuS Harsefeld verlassen wird.
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„Die Entscheidung ist mir unglaublich schwergefallen“, sagt Schuhmann, „es ist mir näher gegangen als bei anderen Wechseln zuvor.“ Er habe sich beim TuS Harsefeld sehr wohlgefühlt und „gute Freunde“ gefunden. „Er hat sich hier gut integriert“, sagt Sportdirektor Alexander Martens.
Schuhmann spielte, mit Unterbrechungen, lange für den Lüneburger SK. Von 2017 bis 2020 war er für die SV Drochtersen/Assel aktiv. Vor seinem Wechsel zum TuS spielte er von 2021 bis 2023 für den Heeslinger SC - zusammen mit Nico Matern.
Wechsel aus beruflichen und familiären Gründen
Der TuS-Trainer holte Schuhmann nach Harsefeld. „Ich musste keine große Überzeugungsarbeit leisten“, sagte Matern vor zwei Jahren. Er und Schuhmann ticken fußballerisch auf einer Wellenlänge. Schuhmann sollte helfen, Materns Spielidee auf dem Platz mit umzusetzen.
Dass Matern nach dieser Saison zum Heeslinger SC wechselt, sei für Schuhmanns Wechsel kein Grund. „Ich bin mittlerweile beruflich sehr eingespannt, das hat man in dieser Saison schon gemerkt“, sagt Schuhmann, der seit einem Jahr als Selbstständiger für die Deutsche Vermögensberatung tätig ist. Den Aufwand, er setzt sich vor jedem Training zwei Stunden vorher ins Auto, schaffe er nicht mehr.
Vor zwei Jahren haben Schuhmann und seine Frau ein Haus gekauft. Heute, am Sonntag, feiert seine Tochter Geburtstag, sie wird zwei. „Ich will jetzt auch mehr Zeit für die Familie haben“, sagt Schuhmann.
Harsefeld belohnt sich nicht für engagierte Leistung
Das Spiel gegen TB Lüneburg beginnt auf Augenhöhe. Die Gäste spielen mit. Der TuS müht sich um Spielkontrolle. Es geht hin und her, ohne wirkliche Torchancen. Jonathan Bondombe-Simba vergibt eine Großchance per Kopf.
Nach einer Viertelstunde kontrolliert der TuS langsam das Spiel. Dann lässt sich aber Torhüter Mauritz Fethke zu einem Dribbling hinreißen und spielt anschließend einen katastrophalen Fehlpass. Empfänger Nick Hauke bedankt sich, 0:1 (25.).
Die Lüneburger bleiben anschließend nicht so aktiv. Die Harsefelder beginnen zu dominieren. Vor einem Eckball schreit Schuhmann: „Los Männer, belohnt euch.“ Ben Wilkens verpasst knapp den Ausgleich. Insgesamt lassen die Harsefelder fünf Großchancen liegen, Bondombe-Simba allein drei.
Ähnliches Spiel nach dem Seitenwechsel
Nach der Pause bleiben die Harsefelder überlegen. Wilkens belohnt sie mit einem satten Flachschuss ins kurze Eck, 1:1 (54.). Bondombe-Simba und Murat Boral vergeben die Führung.
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In der 70. Minute sind die Lüneburger erst das zweite Mal in Harsefelder Strafraumnähe. Julian Seepolt zieht ein Foul - und Tim-Colin Morawetz trifft sehenswert ins lange Eck. Fethke sieht dabei aber zumindest unglücklich aus. Wieder läuft der TuS einem Rückstand hinterher.
Matern bringt frische Kräfte. Der TuS läuft an. In der 90. Minute gelingt dem eingewechselten Sören Meyer der überfällige Ausgleich. Letztlich ist es aber ein verschenkter Sieg. Die Harsefelder sind enttäuscht. Schuhmann klatscht aufmunternd ab.
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