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TGrippewelle legt Bremerhaven lahm: Jetzt kommt es aufs Wetter an

Derzeit hat die Grippewelle Bremerhaven noch fest im Griff.

Derzeit hat die Grippewelle Bremerhaven noch fest im Griff. Foto: Alicia Windzio

Welche Atemwegserkrankungen gerade neben der Grippe noch in der Stadt umgehen –und warum es jetzt aufs Wetter ankommt.

Von Denise von der Ahé Sonntag, 01.03.2026, 17:00 Uhr

Bremerhaven. Die echte Grippe quält derzeit viele Patienten in Bremerhaven. „Die Influenza ist noch vorherrschend, aber nicht mehr ansteigend“, sagt der Bremer Virologe Professor Andreas Dotzauer.

Die echte Grippe ist aber nicht das einzige Virus, das viele Menschen gerade mit den typischen Symptomen wie Fieber, Husten, Schnupfen und Halsschmerzen quält. „Im Moment sind viele Viren beteiligt“, sagt Dotzauer. Bei Kindern komme das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) häufig vor.

Erkältungen würden derzeit auch oft durch die humanen Coronaviren ausgelöst. Die sind zu unterscheiden vom Coronavirus SARS-CoV-2, das uns seit der Corona-Pandemie beschäftigt und laut Dotzauer aktuell seltener vorkommt. „Gerade für ältere Menschen ab 60 Jahren oder Menschen mit Vorerkrankungen kann eine Impfung gegen die Influenza (echte Grippe) noch sinnvoll sein“, sagt Dotzauer. „Zum Schutz gegen die Influenza A-Viren, aber auch, um vor Infektionen gegen Influenza B-Viren, die in den nächsten Wochen auftreten könnten, gewappnet zu sein.“

Grippewelle: Wenn das gute Wetter anhält, flacht die Infektwelle ab

Eine gute Nachricht hat der Virologe: „Wenn das frühlingshafte Wetter sich durchsetzt, wird die Infektwelle abflachen. Denn bei wärmeren Temperaturen können Viren weniger gut überleben.“

„Bei uns ist die Infektwelle noch nicht abgebrochen, im Februar sind die Infekte noch einmal deutlich angezogen“, sagt auch der Bremerhavener Hausarzt und Bezirksstellenvorsitzende der Ärztekammer, Dr. Jan Helge Kurschel. „Wir sehen immer noch ganz viele Atemwegsinfektionen bei uns in den Akutsprechstunden. Da sind viele Grippeverdachtsfälle mit dabei.“

Meist wird zwar nicht getestet, um welches Virus es sich handelt, aber der Krankheitsverlauf spreche bei vielen Patienten für die echte Grippe (Influenza).

Infektwelle in Bremerhaven: RSV könnte an Fahrt aufnehmen

Kurschel geht ebenfalls davon aus, dass die Grippewelle bald abflacht. Das gehe auch aus den Berichten des Robert-Koch-Instituts hervor. „Dort sieht man deutschlandweit schon langsam einen Rückgang“, sagt Kurschel.

Der Mediziner rechnet allerdings damit, dass sich danach RSV-Atemwegserkrankungen verbreiten könnten. Auch Kurschel beobachtet, dass das Coronavirus aktuell eine untergeordnete Rolle spielt. Auch Magen-Darm-Infekte seien aktuell im Vergleich zu den Atemwegserkrankungen seltener.

So unterscheidet sich die echte Grippe von einem grippalen Infekt

Ob echte Grippe oder grippaler Infekt – die Symptome überschneiden sich in großen Teilen. „Allerdings ist für die Influenza typisch, dass der Verlauf sehr schnell ist“, sagt Kurschel. „Es kann sein, dass man sich am Morgen noch gut fühlt, aber bereits am Mittag der Stecker gezogen ist. Auch die Kreislaufsymptome sind stärker als bei einer Erkältung. Man merkt, dass man wirklich ins Bett gehört.“

Das sei schon deutlich anders gelagert als bei einer Erkältung mit Schnupfen und Halsschmerzen. „Bei Erwachsenen ist Fieber selten, aber in diesem Jahr haben wir tatsächlich auch viele Patienten mit Fieber gesehen“, sagt der Hausarzt.

Wer sich vor einer Ansteckung schützen will, sollte große Veranstaltungen meiden, rät der Mediziner. „Wenn Sie merken, dass neben Ihnen jemand hustet und schnupft, setzen Sie eine Maske auf.“ Außerdem schützt regelmäßiges Händewaschen. Wer infiziert ist, sollte in die Ellenbeuge husten. (NZ)

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