TGrundschule Assel startet größte Modernisierung ihrer Geschichte
Die Asseler Grundschule bekommt im kommenden Jahr ein neues Dach. Foto: Helfferich
Lift, Mensa, neues Dach: Die Grundschule Assel wird umgebaut. Mehr als eine Million Euro fließt in den Ganztagsstart und eine nötige Sanierung.
Assel. Fast 58 Jahre ist die Grundschule Assel alt - und steht jetzt vor ihrer größten Modernisierungsmaßnahme.
Nach den Sommerferien 2026 startet sie als einzige Schule in der Gemeinde Drochtersen mit allen Jahrgängen in den teilgebundenen Ganztagsbetrieb und übernimmt damit eine Pionierrolle.
Die Gemeinde investiert insgesamt rund 1,13 Millionen Euro in den Umbau der Schulräume und eine überfällige Dachsanierung. Der Ausschuss für Bau und Verkehr hat dem Vorhaben zugestimmt und der Verwaltungsausschuss grünes Licht gegeben.
Umbau für den Ganztag: Aufzug, Mensa, Spülstraße
Damit der Alltag im Ganztag funktioniert, braucht die Schule eine Essensausgabe. Das Problem: Aufgrund der baulichen Gegebenheiten kann die Essensausgabe ausschließlich im ersten Obergeschoss realisiert werden. Daher ist ein Treppenlift geplant - Kostenpunkt rund 55.000 Euro.
Der Lift soll nicht nur Speisen ins Obergeschoss transportieren, sondern die Schule auch barrierefrei erschließen und den inklusiven Ganztagsbetrieb ermöglichen.
Ursprünglich hatte die Gemeinde deshalb auf eine Förderung über das Programm für Barrierefreiheit mit einem Zuschuss von 80 Prozent gehofft. Daraus wird nichts. „Wir bekommen leider keine separate Förderung für den Treppenlift. Diesen müssen wir über den Fördertopf Ganztag abwickeln“, sagt Bürgermeister Mike Eckhoff.
Tour durch die Schule beantwortet alle Fragen
Rund um die Küche wird zudem umgebaut: Speisekammer und Hortraum werden neu aufgeteilt, ein eigener Spülbereich mit Haubengeschirrspüler entsteht, der frühere Hortraum wird zum Speisesaal, der Hort zieht in den ehemaligen Lager- und Vorbereitungsraum um.
Hinzu kommen Arbeiten an Elektrik, Sanitär, Trockenbau und Böden. Die Gesamtkosten für die Ganztagsmaßnahmen belaufen sich auf rund 131.200 Euro.
Vor der letzten Sitzung des Ausschusses für Bau und Verkehr hatten sich die Mitglieder gemeinsam mit Schulleiterin Ines Grotheer-Prott durch das Gebäude führen lassen. „Viele Fragen haben sich danach gar nicht mehr gestellt“, lobt SPD-Ratsmitglied Heino Baumgarten. Die Abstimmung verlief anschließend einstimmig.
Dach am Ende seiner Lebensdauer
Unabhängig vom Ganztag ist die Dachsanierung längst überfällig. Das 1968 errichtete Gebäude weist erhebliche Undichtigkeiten auf, punktuelle Reparaturen haben das Problem in den vergangenen Jahrzehnten nur vorübergehend gelöst.
Eine bautechnische Untersuchung kam zu dem Schluss: Die Dachkonstruktion hat ihre technische Lebensdauer erreicht, weitere Einzelreparaturen sind weder technisch sinnvoll noch wirtschaftlich vertretbar.
Haltbarkeitsgarantie von 30 Jahren
Geprüft wurde auch, ob sich das Flachdach in eine andere Dachform umwandeln lässt. Aufgrund der bestehenden Bausubstanz und statischer Anforderungen ist das aber nicht möglich.
Die Sanierung umfasst rund 1500 Quadratmeter Dachfläche: Der alte Dachaufbau wird vollständig zurückgebaut, eine neue Gefälledämmung sorgt künftig für ordnungsgemäße Entwässerung.
Außerdem werden 36 Lichtkuppeln erneuert - davon 12 mit integrierter Rauch- und Wärmeabzugsfunktion - und die Blitzschutzanlage wird angepasst, ein Sicherungsseilsystem als Absturzsicherung kommt hinzu.
Die Baukosten betragen 998.000 Euro. Das neue Dach soll mindestens 30 Jahre halten.
Besondere Aula
Ein Neubau war zwischenzeitlich diskutiert worden, ebenso eine separate Mensa. CDU-Ratsmitglied Bernd Mattern sieht die dritte Option „Sanierung im Bestand“ als ideal: „Das ist deutlich günstiger als ein Neubau.“
Mattern hebt auch die besondere Aula hervor: Die große, hohe Halle mit ihrer natürlichen Theaterbühne finde man in kaum einem Neubau mehr - und sie solle idealerweise auch über den Schulbetrieb hinaus genutzt werden.
Zeitplan und Finanzierung
Aus dem Förderprogramm Ganztag des Landes Niedersachsen stehen der Gemeinde 458.000 Euro zur Verfügung. Den verbleibenden Eigenanteil von 671.200 Euro muss die Gemeinde selbst tragen. Die dafür notwendigen Mittel werden in den Haushaltsplan 2027 aufgenommen.
Die Vorbereitungen für den Ganztag werden in den Sommerferien umgesetzt. Die Dachsanierung ist im ersten Halbjahr 2027 geplant. Weitere Schritte wie die Erneuerung von Elektrik, Heizung und WC-Anlagen sollen folgen.
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