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Kultur regional

THanse Song Festival: So wird der Musikmarathon in Stade organisiert

Sie organisieren das Hanse Song Festival: Sonja Möllers und Dr. Andreas Schäfer, hier in der Alten Stadtwaage, die als Ort zum ersten Mal beim Musikmarathon dabei ist.

Sie organisieren das Hanse Song Festival: Sonja Möllers und Dr. Andreas Schäfer, hier in der Alten Stadtwaage, die als Ort zum ersten Mal beim Musikmarathon dabei ist. Foto: Strüning

Das Hanse Song Festival bietet an einem Abend 23 Live-Auftritte auf sieben Bühnen in der Stader Innenstadt. Wie bekommen die Organisatoren das hin?

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Von Lars Strüning
Montag, 13.04.2026, 18:15 Uhr

Stade. Zum 14. Mal präsentiert die Stader Stadtkultur Singer- und Songwriter sowie angesagte Bands der deutschen Musikszene in der Altstadt. Mitorganisatorin Sonja Möllers freut sich auf den 18. April: „Dieses Jahr ist das Programm richtig gut.“ Ihr Chef, Dr. Andreas Schäfer, unterstreicht das: „Da sind schon einige Perlen dabei.“

Höchste Eisenbahn und gewöhnliche Gentlemen

Die beiden denken dabei an Bands wie „Die Höchste Eisenbahn“ oder „Die Liga der gewöhnlichen Gentlemen“. Oder „Huah!“, eine der ersten Bands der legendären Hamburger Schule. Ein spezieller Tipp: der „Reflektor Live“-Podcast mit dem Bassisten Jan Müller von Tocotronic.

Schäfer ist Geschäftsführer von Stade Marketing. Von Anfang an organisiert er mit Sebastian „Basti“ Tim das Festival, das ganz klein angefangen hat und heute weit über die Stader Stadtmauern hinaus einen guten Ruf genießt. Timm, der aus Stade stammt, betreibt in Hamburg eine Musikagentur.

Zu den freundlichen Jungle Vibes und warmen Beats von Mogliis Elektropop tanzte einst das Seminarturnhallen-Publikum in die Nacht.

Zu den freundlichen Jungle Vibes und warmen Beats von Mogliis Elektropop tanzte einst das Seminarturnhallen-Publikum in die Nacht. Foto: Weselmann

Ein muckeliger Abend mit drei Auftritten in der Seminarturnhalle machte den Anfang. Schnell wuchs die Hanse-Song-Idee zu einem veritablen Event. Immer mehr Bands kamen hinzu, immer mehr Spielstätten öffneten ihre Türen. Die Musikszene wurde aufmerksam. Die Arbeitsteilung war und ist klar: Sebastian Tim besorgt die Bands, Andreas Schäfer die Auftrittsmöglichkeiten.

Musik im Museum, in Kirchen und im Landgericht

Der Jugendtreff Alter Schlachthof, der altehrwürdige Königsmarcksaal im historischen Rathaus, die Innenstadtkirchen St. Cosmae und St. Wilhadi oder das Museum Schwedenspeicher gehörten schnell zum Inventar. Der damalige Landgerichtspräsident Fritz Fitting brachte noch einen Gerichtssaal seines Hauses als ungewöhnliche Location ins Spiel. Die Idee kommt nach wie vor gut an.

Ein Gerichtssaal im Landgericht verwandelt sich für das Hanse Song Festival in eine Konzertlocation.

Ein Gerichtssaal im Landgericht verwandelt sich für das Hanse Song Festival in eine Konzertlocation. Foto: Thomas Ertmer

Schon jetzt sind 600 Karten verkauft, 300 sind noch zu haben. Die Festivalgänger pilgern von Spielstätte zu Spielstätte, gucken sich ihre Interpreten aus. Schäfer spricht von einem „Entdecker-Festival“. Die Lieder der auftretenden Bands und Solisten sind vorab unter hansesongfestival.de als Spotify-Playlist anklickbar. Jeder kann reinhören und sich daraufhin ein individuelles Programm zusammenstellen.

Ungewöhnliche Locations: Auch die St.-Cosmae-Kirche wird beim Hanse Song Festival 2026 wieder zur Bühne.

Ungewöhnliche Locations: Auch die St.-Cosmae-Kirche wird beim Hanse Song Festival 2026 wieder zur Bühne. Foto: Thomas Ertmer

Doch wie wird aus einer Kirche, einem Landgerichtssaal oder, dieses Jahr als Premiere, aus der umgebauten Alten Stadtwaage am Fischmarkt ein Konzertsaal? „Der logistische Aufwand ist schon beträchtlich“, sagt Andreas Schäfer. Die Organisatoren müssen auf einiges achten und setzen auf ein seit Jahren eingespieltes Team.

So wird aus der Alten Stadtwaage ein Konzertsaal

Vor kurzem wurde hier noch Wein verkauft, dann diente das zentral gelegene Fachwerkgebäude als Weihnachtshaus von Stade Marketing und demnächst zieht die Tourist-Info ein. Vorher treten hier am Sonnabend, 18. April, mit Naima Bock, Wreckless Eric und Ansa Sauermann drei Solisten auf.

200 Menschen passen in das leer geräumte Haus - inklusive Bühne und Backstagebereich für die Künstler. Sebastian Tim gibt sich erwartungsfroh: „Das wird eine spannende Premiere für uns.“ Die Alte Stadtwaage rutscht für den Schwedenspeicher ins Programm, weil der gerade renoviert wird.

Bei einem ersten Gang durch die Räume wurde festgelegt, wo die Bühne und wo der Tresen stehen sollen. Der Tontechniker machte sich seine Gedanken und Notizen. Wie viel Kabel, Mikrofone und Monitore werden benötigt? Wie groß wird die Bühne? Wo steht die Technik? Wo finden die Kühlschränke für den Getränkeverkauf Platz, wie gestaltet sich der Einlassbereich mit der Ticketkontrolle?

50 Arbeitskräfte sind am Festivalabend im Einsatz

Die heiße Aufbauphase startet am Tag der Veranstaltung. Dann sind insgesamt 50 Kräfte an den sieben Orten im Einsatz. 30 Mikrofone müssen an den einzelnen Spielstätten verkabelt und angeschlossen, Tresen eingeräumt werden, um für den Zulauf vorbereitet zu sein.

Übrigens: Eröffnet wird das Festival von den Tiny Wolves. Der Kinderchor singt von 17.15 Uhr an vor dem Rathaus Open-Air-Lieder von Coldplay oder Wir sind Helden.

Das gesamte Programm und weitere Infos sind nachzulesen unter hansesongfestival.de. Tickets kosten 55 Euro, ein Kombiticket mit dem Müssen-Alle-Mit-Festival im Sommer 100 Euro.

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