THarsefelder Klosterteiche leer: Das steckt hinter den Baggerarbeiten
Bauamtsleiter Peter Walthart hat den Überblick über die Entsandung der Klosterteichanlagen. Foto: P. Meyer
2025 wurden die Klosterteiche von Algen befallen: Schlechte Wassergüte. Jetzt muss der Bagger ran. Dass der schnell fertig wird, ist gerade für Freibadbesucher wichtig.
Harsefeld. Ein Graureiher stakst durch die letzten verbliebenen Wasseransammlungen auf dem Grund der Teichanlage Rosenborn. Vereinzelte Pfützen sammeln sich noch auf ihrem schlammigen Boden, ein modriger Geruch liegt in der Luft. Seit rund einer Woche kämpft sich ein orangefarbener Bagger durch die Klosterteichanlagen zwischen Eissporthalle und Steinfeldstraße. Riesige Berge Schlamm schaufelt das Gerät aus dem eigentlich sehr idyllischen Gewässer im Herzen von Harsefeld. Für die Arbeiten wurde es trockengelegt.
Die Entsandung der Klosterteiche läuft seit rund einer Woche. Foto: P. Meyer
„Die Grünalge hatte sich hier im vergangenen Jahr stark ausgebreitet“, erklärt Harsefelds Bauamtsleiter Peter Walthart. Der Befall verschlechterte zusehens die Wasserqualität der Teiche. Über die Jahre waren Laub und vor allem viel Sand aus dem umliegenden Wohngebiet in die Gewässer gespült worden. An manchen Stellen baute sich eine Schlammschicht von einem Meter Dicke auf. Dadurch erhielten die Teiche zu wenig Sauerstoff, der Wasserstand sank, Fäulnis setzte ein und die Algen übernahmen die Klosterteiche.
Angelverein im Einsatz: Fische wurden zuvor mit Netzen gerettet
Bevor das Ausbaggern Anfang März beginnen konnte, wurden zunächst die im Gewässer lebenden Fische durch den Sportanglerverein Harsefeld in Sicherheit gebracht. Wie Peter Walthart erklärt, sei die Gemeinde im engen Austausch mit dem Verein, der sich als Pächter der Teiche schon lange um den Fischbestand kümmert.
Danach wurde das Wasser in die Aue abgelassen und der Bagger begann die Schlammschicht abzutragen. Nicht an alle Stellen der drei Teiche wird die tonnenschwere Maschine gelangen. Dafür wird später ein spezielles Amphibien- bzw. Spülfahrzeug eingesetzt. Das kann sich auf dem matschigen Grund bewegen und Sand und andere Rückstände in Bereiche spülen, die dem Bagger unzugänglich sind.

Die Entsandung der Klosterteiche läuft seit rund einer Woche. Ein Reiher stakst über den matschigen Boden. Foto: P. Meyer
Mit der Entsandung soll wieder eine hochwertige Wasserqualität hergestellt werden, erklärt Peter Walthart. Eine Fontäne mittig der Teichanlage soll dafür sorgen, dass die auch so bleibt. „Die Fontäne bringt Bewegung in die Teichanlage und trägt zusätzlich Sauerstoff ein“, so Walthart. Die Maßnahmen werden im Rahmen der Städtebauförderung „Steinfeldsiedlung mit Klosterteichen“ durchgeführt.
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Die umfasst auch die gestalterische Aufwertung der Anlagen: Ein Ausbesserung der Wege soll erfolgen. „Die Anlage soll von allen genutzt werden können. Rollstuhl- und Fahrradfahrer oder Eltern mit Kinderwagen“, sagt Peter Walthart. Neben der geplanten Fontäne soll auch ein offenes Uferpodest aus rutschsicherem Holz nahe der kleinen Brücke errichtet werden. „Das ermöglicht allen eine schöne Möglichkeit, bis ans Wasser heranzutreten“, so Walthart. Die Ausschreibung für die gestalterischen Maßnahmen laufen derzeit, der Auftrag soll nach Ostern vergeben werden.
Freibadtemperatur ist abhängig von den Klosterteichen
Spätestens bis Mitte April soll zumindest die Entsandung durchgeführt und wieder Wasser in den Klosterteichen sein. Denn dann startet bald die diesjährige Freibadsaison. Warum die mit den Klosterteichen zusammenhängt, erklärt Peter Walthart: „Seit 40 Jahren beheizen wir das Freibad über eine Wärmepumpe.“ Die entzieht den benachbarten Klosterteichen Wärme und bringt das Wasser im Freibad auf Temperatur. Der Termin soll daher auf alle Fälle eingehalten werden.

Massen an Sand schaufelt der Bagger aus dem Teich. Foto: P. Meyer
Die letzten Reinigung der Klosterteichanlagen erfolgte vor etwa 20 Jahren und kostete rund 100.000 Euro. Die Maßnahme samt Aufwertung in diesem Jahr verursacht Kosten in Höhe von 200.000 Euro. Dabei entfallen 110.000 Euro allein auf die Entsandung und weitere 90.000 auf die Aufwertung der Anlage inklusive Fontäne, Anleger und Wegemaßnahmen.
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„Die Klosterteiche sind für Harsefeld ein wertvolles Kulturdenkmal, das es zu pflegen gilt“, sagt Peter Walthart. Früher, zu Klosterzeiten, seien die Teiche von den Mönchen zur Zucht von Karpfen genutzt worden. Das habe ihren Erhalt gesichert. Heute werden die Klosterteichanlagen nicht nur als innerörtliche Grünverbindung und zur Naherholung genutzt, sondern sind auch ökologisches Kleinod mitten in Harsefeld.

Die Entsandung der Klosterteiche läuft seit rund einer Woche. Die kleineren Teiche werden ebenfalls ausgebaggert. Foto: P. Meyer

Zu sehen ist der Zufluss zu den Klosterteichen. Hier wurde in den letzten zwei Jahrzehnten viel Sand reingespült. Foto: P. Meyer

Der Schacht links im Bild ist Teil des Wärmepumpensystems, das das Freibad beheizt. Vorne sind Algenreste zu erkennen. Foto: P. Meyer
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