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THarsefelder schenkt schwerkranken Kindern besondere Momente

Kümmert sich um die Einsätze der Quadkinder Bremen, Hamburg und Umgebung: der Harsefelder Joachim Thien mit seinem Quad.

Kümmert sich um die Einsätze der Quadkinder Bremen, Hamburg und Umgebung: der Harsefelder Joachim Thien mit seinem Quad. Foto: P. Meyer

Sie fahren Quad, Trike, Spyder und ATV - und schenken Kindern besondere Momente. Mittendrin: Der Harsefelder Joachim Thien, der die Einsätze im Norden koordiniert.

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Von Pauline Meyer
11.08.2026, 05:25 Uhr

Harsefeld. Für Joachim Thien ist aus einem Hobby eine Herzensaufgabe geworden. Seit mehr als zehn Jahren engagiert sich der 64-Jährige für die Regionalgruppe „Quadkinder Bremen, Hamburg und Umgebung“ und koordiniert die Einsätze der ehrenamtlichen Fahrer.

An rund 38 Wochenenden im Jahr ist er für die gute Sache im Norden unterwegs - mit dem Ziel, schwerkranken, benachteiligten oder beeinträchtigten Kindern unvergessliche Erlebnisse zu ermöglichen.

Gegen eine Bratwurst: Fahrer nehmen weite Strecken auf sich

Joachim Thien spricht von Erfüllung, wenn er an die vielen Kinder denkt, denen er und die Quadkinder ein Lächeln ins Gesicht zaubern konnten. „Das gibt mir einfach alles“, sagt der Harsefelder. Die Quadkinder Bremen, Hamburg und Umgebung gibt es seit 2015. Sie haben sich als Regionalgruppe aus einer in Münster bestehenden Gruppe gebildet.

Einmal mit dem Quad mitfahren: Das machen die Quadkinder Bremen, Hamburg und Umgebung für Kinder oder Erwachsene mit Behinderungen möglich.

Einmal mit dem Quad mitfahren: Das machen die Quadkinder Bremen, Hamburg und Umgebung für Kinder oder Erwachsene mit Behinderungen möglich. Foto: Quadkinder

Was sie machen ist einfach erklärt: Die rund 40 Fahrer - darunter auch eine Fahrerin - bieten Mitfahrten auf ihren besonderen Fahrzeugen an. „Wir fahren Quad, Spyder, ATV oder Trike“, erklärt Thien. Unterwegs sind sie auf Stadt- und Sommerfesten oder besuchen auf Wunsch auch Einrichtungen wie die Lebenshilfe oder LeA Neu Wulmstorf - das Ganze ist kostenlos.

Die Quadkinder Bremen, Hamburg und Umgebung engagieren sich ehrenamtlich, um Kindern eine Freude zu bereiten.

Die Quadkinder Bremen, Hamburg und Umgebung engagieren sich ehrenamtlich, um Kindern eine Freude zu bereiten. Foto: Quadkinder

Lediglich gegen eine Bratwurst nehmen die Mitglieder, die aus Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein und Niedersachsen kommen, gerne längere Wege in Kauf. Mitfahren dürfen Menschen mit einer Behinderung oder mit Unterstützungsbedarf, Kinder ab sechs Jahren, Jugendliche und Erwachsene. „Es geht einfach darum, ihnen eine gute Zeit zu ermöglichen“, so Joachim Thien. Am Ende gibt es für jeden eine Urkunde.

Sicherheit geht vor: Thiens Garage ist voll mit Helmen

Zum Quad ist Joachim Thien per Zufall gekommen. Eigentlich seien motorisierte Fahrzeuge gar nicht so sein Ding gewesen. Über einen Nachbarn, der ein Quad zu verkaufen hatte, sei er dann aber doch auf den Geschmack gekommen. Aus den gemeinsamen Fahrten mit Freunden wurden dann 2015 die Quadkinder Bremen, Hamburg und Umgebung. Mittlerweile hat die Interessengemeinschaft mehr als 800 Mitglieder auf Facebook.

Die meisten der Fahrer hat Thien selbst angesprochen und für das Ehrenamt begeistert, persönlich oder über Facebook. Dabei sei es ihm erst schwergefallen, auf Leute zuzugehen, erzählt der gebürtige Dortmunder. Das habe sich mit seiner neuen Aufgabe geändert. Seit 2000 wohnt Thien im Norden und betreibt mittlerweile mit seiner Ehefrau einen Gartenservice.

Die Quadkinder Bremen, Hamburg und Umgebung engagieren sich ehrenamtlich, um Kindern eine Freude zu bereiten.

Die Quadkinder Bremen, Hamburg und Umgebung engagieren sich ehrenamtlich, um Kindern eine Freude zu bereiten. Foto: Quadkinder

Nicht nur wegen seiner vier Enkel liegen Kinder Joachim Thien am Herzen. „Es ist das Schönste, ihnen eine Freude zu bereiten. Auch wenn man mal kaputt nach Hause kommt“, sagt er. Und die Nachfrage von Festen oder Einrichtungen sei groß. Bei 38 verplanten Wochenenden habe er erstmal die Reißleine gezogen - schließlich sind die Quadkinder ehrenamtlich und unentgeltlich unterwegs.

Joachim Thien hat für die ehrenamtlichen Einsätze mittlerweile 80 Helme in seiner Garage.

Joachim Thien hat für die ehrenamtlichen Einsätze mittlerweile 80 Helme in seiner Garage. Foto: Quadkinder

Priorität hat bei den Quadkindern das Thema Sicherheit, schließlich gehe die immer vor. Eine angemessene Fahrweise sei wichtig, dabei gehen die Fahrer auf die Wünsche ihrer Mitfahrer ein. Helme, Nierengurte oder Handschuhe stellen die Ehrenamtlichen: In der Garage von Joachim Thien stapeln sich mittlerweile rund 80 Helme. Kreative Verkleidungen für die Fahrer kommen bei den Kindern auf Fotos gut an. „Manche haben da richtig Lust drauf“, berichtet Thien. Für ihn bleibt es bei einem abnehmbaren Irokesen auf seinem Helm.

Zwischen einzigartigen Erlebnissen und traurigen Schicksalen

Mit dem Ehrenamt begegnen Joachim Thien und seinen Mitstreitern auch mal schwerere Schicksale. Nicht selten fahren sie Menschen, die unheilbar krank sind. Ein Einsatz bleibe ihm besonders im Gedächtnis, erzählt er: „2017 erfuhren wir, dass der Bruder eines Kollegen Krebs im Endstadium hatte.“ Zusammen organisierte die Gruppe eine Fahrt in Bremen, an der über 200 Maschinen teilnahmen.

Die Quadkinder Bremen, Hamburg und Umgebung engagieren sich ehrenamtlich, um Kindern eine Freude zu bereiten.

Die Quadkinder Bremen, Hamburg und Umgebung engagieren sich ehrenamtlich, um Kindern eine Freude zu bereiten. Foto: Quadkinder

Der damals 40-jährige, erkrankte Mann habe auf Joachim Thien nicht schwach gewirkt. „Er kam auf mich zu, als würden wir uns schon ewig kennen“, erinnert er sich. „Man merkte, wie ihm die Aktion guttat und wir haben einen schönen Tag verbracht.“ Drei Tage später erreichte ihn die Nachricht, dass der Mann verstorben war. „Das ging mir sehr nah“, so Thien. Als Sargträger erwiesen die Quadkinder dem Mann die letzte Ehre.

Erlebnisse wie diese gehören dazu, weiß Joachim Thien: „Deshalb machen wir das.“ Den Menschen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern: Das sei mittlerweile ein Prinzip geworden.

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