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Kontroverse

THarte Diskussion im Rat: Pläne für Bahnhofsumbau in Buxtehude beschlossen

Der Bahnhof Buxtehude - der Rat hat sich jetzt für ein umstrittenes Projekt ausgesprochen.

Der Bahnhof Buxtehude - der Rat hat sich jetzt für ein umstrittenes Projekt ausgesprochen. Foto: Wisser

Der Rat hat entschieden: Ein Fahrradparkhaus auf der Nordseite des Bahnhofs in Buxtehude wird gebaut. Doch die Debatte war hitzig und spaltete nicht nur den Rat, sondern auch die CDU.

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Von Karsten Wisser
07.10.2026, 10:05 Uhr

Buxtehude. Der Startschuss für das große Bahnhofsprojekt in Buxtehude ist gefallen. Nach hitziger Debatte stimmten 24 von 38 Ratsmitgliedern für den Bau eines zweistöckigen Fahrradparkhauses auf der Nordseite des Bahnhofs. Zwölf Abgeordnete stimmten dagegen, zwei enthielten sich.

Der Neubau, der rund elf Millionen Euro kosten soll, muss bis Ende 2030 fertiggestellt sein. Möglich wird das Projekt durch eine Förderung der staatlichen N-Bank, die über acht Millionen Euro beisteuert. Die Stadt trägt 2,7 Millionen Euro und muss sich an den engen Zeitplan der N-Bank halten.

Nach Fertigstellung des Parkhauses beginnt die Deutsche Bahn mit dem Neubau des Bahnhofsgebäudes. Dafür wird die bestehende Fahrradabstellanlage auf der Nordseite abgerissen, ebenso der kleine Turm mit Kiosk und Imbiss an der Unterführung Richtung Altkloster. Auch der historische Bahnhof wird abgerissen. Dort entsteht die Fahrradparkgarage.

Das Erdgeschoss soll in den Hang, auf dem der Bahnhof steht, hinein gebaut werden. Insgesamt sollen in den kommenden Jahren über 33 Millionen Euro in den Bahnhof investiert werden. Die Bahn gibt knapp 20 Millionen Euro davon aus.

Fahrradhöhle und beleuchteter Fahrradpalast

Wie umstritten das Projekt ist, zeigte sich in der Ratsdebatte. Die Bezeichnungen für das Fahrradparkhaus reichten von „Fahrradstation“ und „Fahrradgarage“ bei den Befürwortern bis zu „Fahrradhöhle“ und „beleuchteter Fahrradpalast“ bei den Gegnern. Die teils harte Diskussion spaltete nicht nur den Rat, sondern auch einzelne Fraktionen.

SPD und FDP stimmten geschlossen für das Projekt. SPD-Abgeordneter Gerrit Steffens sprach von einer „einmaligen Gelegenheit“, die Stadt nachhaltig zu gestalten. FDP-Fraktionschef Sven-Michael Hübner betonte, man lasse sich durch „mediales Störfeuer“ nicht von der Zustimmung abbringen. Bei den Grünen gab es sieben Ja-Stimmen, während Co-Fraktionschef Ulrich Felgentreu dagegen stimmte.

Laut Visualisierung soll der Bahnhof in Buxtehude in ein paar Jahren so aussehen.

Laut Visualisierung soll der Bahnhof in Buxtehude in ein paar Jahren so aussehen. Foto: Stadt Buxtehude / Bahnstadt

Seine Kollegin Bente Rosebrock erklärte, die Entscheidung sei schwergefallen, doch die Chancen überwögen. „Unser Ja ist ein sehr bewusstes Ja“, sagte sie. Felgentreu stört sich daran, dass das Fahrradparkhaus keinen Zugang von der Südseite hat und es noch kein Sicherheits- und Betriebskonzept gibt.

Chefsache: Das Versprechen des neuen Bürgermeisters

Auch Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt und ihr gewählter Nachfolger Ralf Dessel (beide parteilos) unterstützten das Projekt. Dessel versprach, den Bahnhof zur „Chefsache“ zu machen und sich persönlich für den Erfolg einzusetzen.

Zwei CDU-Abgeordnete, Arnhild Biesenbach und Niels Kohlhaase, stimmten ebenfalls zu. Kohlhaase nannte den Bahnhof einen „städtebaulichen Schandfleck“ und betonte, das Konzept passe zur Mobilitätswende. „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Das Risiko ist kalkulierbar“, sagte er.

CDU-Abgeordnete erhebt schweren Vorwurf

Die CDU zeigte sich jedoch gespalten. Fraktionschef Olaf Riesterer und Landtagsabgeordnete Birgit Butter enthielten sich, während sieben weitere CDU-Mitglieder gegen das Projekt stimmten. Birte Gütersloh kritisierte die Pläne scharf und sprach von „Verschwendung“. Sie äußerte Misstrauen gegenüber der Deutschen Bahn und bezweifelte, dass die Kosten realistisch kalkuliert seien. Es sei „unverantwortlich“, mit den Planungen zu starten.

Die Kritiker warnten, ein Stellplatz koste 15.000 Euro pro Fahrrad, und die jährlichen Betriebskosten lägen bei 1,1 Millionen Euro. Buxtehudes Stadtplanerin Annette Mojik-Schneede widersprach: Die Betriebskosten betrügen nur 270.000 Euro jährlich, und das Parkhaus biete mehr als 735 Abstellplätze. Zudem entstehe ein neuer Bahnhofseingang, der den Zugang von der Giselbertstraße zum Mittelbahnsteig erleichtere.

Gegner nach Springhorn-Attacke im Aufwind

Die Gegner erhielten zuletzt Rückenwind, als Buxtehudes Stadtbaurätin Michaela Springhorn vor dem Projekt öffentlich warnte. Sie zweifelte an der Zuverlässigkeit der Bahn und an der Leistungsfähigkeit ihrer eigenen Bauverwaltung. Auch der Bund der Steuerzahler für Niedersachsen und Bremen hatte eine erneute Überprüfung gefordert.

Aus Sicht der Deutschen Bahn ist das alte Bahnhofsgebäude abhängig. Es soll abgerissen werden.

Aus Sicht der Deutschen Bahn ist das alte Bahnhofsgebäude abhängig. Es soll abgerissen werden. Foto: Wisser

Linken-Fraktionschef Clemens Ultsch, der wie seine Kollegin Susanne Koch gegen das Projekt stimmte, sprach ironisch von einer „historischen Chance, sich hoch zu verschulden“. Mit ihm votierten die AfD-Fraktionsvorsitzende Anke Lindszus und die Ex-Bürgermeisterkandidatin Katharina Mewes von der Buxtehuder Bürgergemeinschaft/Freien Wählergemeinschaft. Lindszus erklärte, ihre Fraktion sei schon seit 2023 gegen die vorgestellte Variante. Mewes ist der Neubau zu groß und zu teuer.

Die Visualisierung des neuen Bahnhofs für Buxtehude aus Richtung Giselbertstraße. Hier ist das Fahrradparkhaus gut zu erkennen.

Die Visualisierung des neuen Bahnhofs für Buxtehude aus Richtung Giselbertstraße. Hier ist das Fahrradparkhaus gut zu erkennen. Foto: Stadt Buxtehude / Bahnstadt

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