THeiß und smart zugleich: So funktioniert Stades schwimmende Sauna
Für seine schwimmende Sauna auf dem Stader Burggraben hat Chris Duwe den Gründerstar-Sonderpreis „Freizeit und Tourismus“ gewonnen. Foto: Stehr
Wie wird die erste schwimmende Sauna in der Region angenommen? Welche Aufgüsse sind am beliebtesten und wie teuer ist der Spaß? Ahoi-Sauna-Chef Chris Duwe gibt Antworten.
Stade. Mit Blick auf den Burggraben schwitzen und entspannen - das geht seit August 2025 in einer schwimmenden Sauna auf einem vier mal neun Meter großen Ponton am Holzhafen. Anfangs hielt sich die Nachfrage aufgrund des sommerlichen Wetters noch in Grenzen, sagt Ahoi-Sauna-Geschäftsführer Chris Duwe. Inzwischen ist der 28-jährige Wirtschaftsingenieur aus Hamburg mit der Auslastung aber sehr zufrieden.
Am Wochenende ist die Sauna gut gebucht
Die Nachfrage steige. Vor allem am Wochenende sei die Sauna gut gebucht. Hauptsächlich kommen Paare oder Gruppen von Freunden. Anfangs überwiegend aus Hamburg. Darunter sowohl Tagesausflügler als auch Menschen, die später in einem der Stader Hotels absteigen. Inzwischen habe sich das besondere Wellness-Angebot auch in der näheren Umgebung herumgesprochen, sagt Chris Duwe. Vor Weihnachten habe er viele Gutscheine an Menschen aus dem Alten Land verkauft.

Chris Duwe kommt selten dazu, den Blick aus der Sauna durchs Panoramafenster auf den Burggraben selbst zu genießen. Foto: Stehr
Platz ist in der Sauna für maximal acht Personen. Dann sollten sich die Saunierenden aber mögen, sagt Chris Duwe. Je nach Personenanzahl variiert der Preis für 3,5 Stunden Exklusivnutzung von 240 Euro bis 360 Euro. Zweistündige After-Work-Sessions sind ab 140 Euro zu haben. Auf Wunsch können die Gäste für 40 Euro auch einen Picknickkorb mit Produkten vom Herzapfelhof in Jork und von der Bäckerei Dietz aus Hedendorf dazu buchen. Trinkwasser ist im Preis inbegriffen. Handtücher kosten im günstigsten Tarif wiederum extra.

Wenn die Saunagäste ankommen, ist es im Ruheraum schon angenehm warm. Den elektrischen Ofen kann Chris Duwe per Handy steuern. Foto: Stehr
Wer die Sauna online bucht, bekommt einen Code für den Schlüsselkasten. Der hängt direkt am Eingang zum Ruheraum. Drinnen ist es schon wohlig warm, wenn die Gäste eintreffen. Den Elektro-Ofen kann Chris Duwe via Handy bequem von zu Hause aus einschalten.

Im Ruheraum gibt es ebenfalls ein großes Panoramafenster. Von außen kann aber keiner hereingucken. Foto: Stehr
Genauso wie den Saunaofen, der meistens auf 80 Grad einheizt, auf Wunsch aber auch höher eingestellt werden kann. Künftig soll die Sauna noch smarter werden und sich anhand der Buchungen im Onlinekalender selbstständig vorheizen.
Die Sorte Aperol ist das beliebteste Aufguss-Öl
Natürlich geht nicht alles von allein. Chris Duwe beschäftigt eine Angestellte, die regelmäßig saubermacht und aufräumt. Alle zwei bis drei Wochen ist der Sauna-Chef aber auch selbst vor Ort und schaut nach dem Rechten. Gerade in der Anfangszeit habe er noch einiges nachbessern müssen. Es fehlten zum Beispiel Garderobenhaken im Ruheraum und an der Dusche vor der Sauna. Das hatten die ersten Gäste angemerkt.

Für die Saunagäste stehen verschiedene Aufguss-Öle zur Auswahl.
Viele positive Rückmeldungen bekommt Chris Duwe unter anderem für die große Auswahl an Aufguss-Ölen. Besonders beliebt seien die Sorten Aperol, Finnische Sauna und Eisminze. Die finden die Gäste im Ruheraum neben Handtüchern, Bademänteln, Kissen, Decken und Liegestühlen für draußen.

Chris Duwe zeigt die Dusche für die Saunagäste. Foto: Stehr
Draußen müssen die Gäste auch duschen, hinter einer hölzernen Sichtschutzfassade. Wer möchte, kann über eine kleine Leiter in den Burggraben steigen und sich dort abkühlen. „Die ersten Mutigen haben sich das schon getraut. Zu der Zeit schwammen Eisschollen auf dem Wasser und die Gäste waren total begeistert“, sagt Chris Duwe. Im Holzhafen zu schwimmen, ist übrigens offiziell nicht erlaubt, wird aber geduldet.
Privatsphäre dank speziellen Sonnenschutzglases
Ihre Privatsphäre haben die Gäste sowohl im Ruheraum als auch in der Sauna. Durch große Panoramafenster können sie aufs Wasser gucken, sind dank eines speziellen Sonnenschutzglases von draußen aber nicht zu sehen. Wer aufs Klo muss, kann die Toiletten des SUP Clubs am Holzhafen nutzen. Ein Schlüssel liegt im Ruheraum bereit.
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Für seine Idee hat das Stader Gründungsnetzwerk Chris Duwe kürzlich mit dem mit 500 Euro dotierten Gründerstar-Sonderpreis „Freizeit und Tourismus“ ausgezeichnet. Bei der Verleihung hat Duwe die Stader Nachtretter kennengelernt. Von denen war er so begeistert, dass er jetzt Flyer in der Sauna auslegen will, um seinen Gästen noch mehr Service bieten zu können. Win-win für die jungen Gründer in Stade.
Infos und Tipps rund um den Saunagang
Deutschlandweit gibt es laut Deutschem Sauna-Bund rund 32 Millionen Saunagänger, die regelmäßig in etwa 10.000 öffentlichen und 1,7 Millionen privaten Saunen schwitzen.
Die wichtigsten Regeln für den Saunagang lauten:
- Genügend Zeit einplanen.
- Nicht krank in die Sauna gehen.
- Entspannen, aber nicht mit vollem Magen.
- Vor dem Saunabad lauwarm abduschen.
- Lieber langsam als schnell starten.
- Abkühlung und Ruhe nach dem Saunieren.
- Keinen Alkohol trinken.
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