T„Hier blamiert sich keiner“: 29-Jähriger übernimmt in Heinbockel
Marvin Bekkema als Benno Hainle und Ariane Behrens als Pastorin Franz auf der Bühne. Foto: Helfferich
Generationswechsel in Heinbockel: Marvin Bekkema übernimmt die Spartenleitung der Theoderspeeler - und steht selbst als Hauptdarsteller im Rampenlicht.
Heinbockel. Marvin Bekkema ist seit Geburt Mitglied des Sport- und Schützenvereins (SuSV) Heinbockel. Seit fünf Jahren macht er bei De Allee Theoderspeeler mit und spielt nun im zweiten Jahr die männliche Hauptrolle - und er hat die Spartenleitung von Günter Peters übernommen.
Dabei wollte der Groß- und Außenhandelskaufmann sein ehrenamtliches Engagement eher zurückfahren und hatte ein Jahr zuvor die Leitung der Dartsparte abgegeben. „Ich wollte weniger machen“, sagt der 29-Jährige und muss gleich schallend lachen: „Hat ja gut geklappt.“
Theaterspielen sei ein Saisonbetrieb: Im Oktober beginnen die Proben, bis April wird gespielt. Im Sommerhalbjahr ist Pause und Zeit für andere Dinge. Und in der Theatersparte seien die Aufgaben besser verteilt. „Damit nicht alles an einem hängen bleibt“, so Bekkema.
Als Schwergewicht trägt er die Fahne der Schützen
Der 29-Jährige spielt weiter Darts in der ersten Mannschaft des Vereins in der Bezirksliga und war auch mal aktiver Schütze. Doch damit habe er zugunsten der Theaterarbeit aufgehört. Die Theatergruppe ist im Wandel. Immer mehr Jüngere rücken nach. Tradition trifft auf frische Impulse.
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Allerdings kommt Bekkema nicht drum herum, beim Schützenfest auf die Königsscheibe zu schießen. Das sei Pflicht für jeden. „Da kann jeder draufhalten, wie er will“, schmunzelt er. Und er hat einen weiteren Job: Er trägt die Fahne beim Schützenumzug, wie sein Opa. Die Fahne ist schwer. „Doch unsere Fahne ist immer am höchsten. Ich habe schließlich was entgegenzusetzen“, sagt das zwei Meter große Schwergewicht.
So teilen sich die Theoderspeeler die Arbeit auf
Zurück zum Theaterspielen und welche Rolle Bekkema als Spartenleiter spielt: Er selbst kümmert sich um die Kommunikation, innerhalb und außerhalb der Sparte und des Vereins. Julia Klinger verantwortet die Öffentlichkeitsarbeit. Wieder andere bauen das Bühnenbild.
Die Stückauswahl liegt laut Bekkema in den Händen der Frauen: Zunächst liegen mehrere Vorschläge auf dem Tisch. Dann werden Leseproben beim Verlag angefordert. Schließlich treffen sich die Theoderspeeler zu ersten Leseproben mit den Favoriten, bis das Stück feststeht. In diesem Jahr ist es das Stück „Flidderweken 2.0“.
Lampenfieber, Humor und Improvisation
Lampenfieber kennt der Spartenleiter nicht. „Wenn man einmal das Bühnenfeeling und die Gemeinschaft erlebt hat, traut man sich selbst immer mehr zu“, sagt er. „Hier blamiert sich keiner, auch wenn man wie ich auf der Bühne mit einem Entchenkostüm herumläuft.“ Schließlich gibt es auch die spontane Improvisation. „Doch damit sollte man nicht zu weit gehen. Andernfalls besteht die Gefahr, dass die Mitspieler womöglich den Anschluss verpassen.“
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„Mit Plattdeutsch kann man viel besser Humor vermitteln“, so Bekkema. Mit jedem Jahr hat er mehr zu sagen auf der Bühne. In diesem Jahr spielt er Benno Hainle, die männliche Hauptrolle.
Die Geschichte: Vor 25 Jahren haben sich Uschi Hainle und Benno Hainle auf einem Campingplatz in Italien kennengelernt und bald darauf geheiratet. Jetzt möchten sie am selben Ort die Silberhochzeit feiern. Doch fehlen ihnen wesentliche Erinnerungen an ihr Kennenlernen, die andere Camper sehr wohl haben. Das sorgt für Turbulenzen und eine schmerzhafte Wahrheit.
Das sind die Termine
„Flidderweken 2.0“ hat am Donnerstag, 2. April, um 19.30 Uhr Premiere. Weitere Termine: Freitag, 3. April, 19.30 Uhr, Freitag, 10. April, um 19.30 Uhr und Samstag, 11. April, um 17 Uhr. Kartenverkauf unter susvheinbockel.de.

Verjüngungskur für De Allee Theoderspeeler in Heinbockel: Günter Peters (rechts) hat die Spartenleitung an Marvin Bekkema weitergegeben. Foto: Helfferich
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