Zähl Pixel
Fußball-Regionalliga

TJorik Wulff steht mit seinem Spielstil für die Spielidee von D/A

Jorik Wulff ist Kämpfer, Dribbler und Kilometerfresser im Mittelfeld von D/A.

Jorik Wulff ist Kämpfer, Dribbler und Kilometerfresser im Mittelfeld von D/A. Foto: Struwe (Archiv)

Er hat die Erwartungen in ihn erfüllt. Jorik Wulff ist bei D/A Arbeiter wie auch Feinfüßler. Das spiegelt sich in den Statistiken - den erfolgreichen wie auch kritischen.

author
Von Jan Bröhan
Donnerstag, 16.04.2026, 15:00 Uhr

Drochtersen. Jorik Wulff feiert in der kommenden Woche seinen 25. Geburtstag. Dass er reifer geworden sei, sagte er bei seiner Rückkehr zur SV Drochtersen/Assel nach zwei Jahren vor dieser Saison. Beim VfB Lübeck war er zu einem Führungsspieler gereift.

Jorik Wulff, Vertrag bis 2027, hat in dieser Saison seine eigenen Ansprüche untermauert und die Erwartungen in ihn vollends erfüllt. Die D/A-Verantwortlichen stellten ihn bei der abermaligen Verpflichtung mit der Kernaussage „in der Zentrale zu Hause, auf dem Platz ein echter Arbeiter“ vor. Wulff selbst, wollte vornehmlich mit seiner „Siegermentalität“ vorangehen.

Jorik Wulff (links) will auch in den letzten Ligaspielen Siege feiern.

Jorik Wulff (links) will auch in den letzten Ligaspielen Siege feiern. Foto: Struwe (Archiv)

Dass der 1,80 Meter große Dribbler auch mit dem Ball umgehen kann, kann ihn in schwierigen Spielen wie Situationen zum sogenannten X-Faktor machen.

Wulff untermauert Spielweise mit Statistiken

Mit sieben Toren und neun Vorlagen gehört Jorik Wulff zu den Topscorern bei D/A. Damit gewinnt man Spiele. Das ist der feine Fuß, die Übersicht.

Dass er, körperlich vermeintlich unterlegen gegenüber robusten Gegenspielern, zudem der gelobte Arbeiter ist, bestätigt sich in der weniger schmeichelhaften Statistik: Mit elf Gelben Karten hat Jorik Wulff die mit Abstand am meisten gesammelt im D/A-Kader. So musste er gesperrt zwei Zwangspausen einlegen (bestritt 25 von bisher 28 Saisonspielen).

„Im Zentrum werden eben sehr viele Zweikämpfe geführt“, sagt Jorik Wulff, ob es dann Verwarnungen gibt, hänge vom jeweiligen Spiel ab. Im Mittelfeld kann sich entscheiden, in welche Richtung ein Spiel geht. Als aktuelles Beispiel können die beiden Spiele gegen den VfB Oldenburg herhalten. „Wir haben viele 50:50-Bälle nicht gewonnen“, sagt Wulff zum 1:3 in der Liga. Das sei eine Woche zuvor im Pokal (3:1 in Oldenburg) andersherum gewesen.

Trainer Ioannou lobt Spielstil - hat aber ein Kritikpunkt

D/A will ein hohes und aggressives Angriffspressing spielen. „Das ist intensiv, nicht hart, aber es kommt zu vermehrten Körperkontakten“, sagt Ioannou. Was die Gesamtanzahl der Verwarnungen betrifft, rangiert D/A mit derzeit 72 Gelben und drei Gelb-Roten Karten auf Platz 14 der Fairnesstabelle der Regionalliga.

„Auf die gesamte Saison gesehen, haben uns natürlich durch Sperren - plus die Verletzten - zu oft Leistungsträger gefehlt“, so Ioannou, das habe sicherlich auch Punkte gekostet.

Seinen Spielstil, passend zur D/A-Spielidee, habe er eigentlich schon immer in dieser Form gehabt, so Wulff. Und er versucht auch immer, sein eigenes Spiel durchzuziehen. Im Dienst der Mannschaft. „Ich bin kein Fan davon, darauf zu achten, dass ich verwarnt bin“, sagt Wulff. Dass man einen Zweikampf gewinnen will, versteht sich von selbst.

„Wer mit vollem Einsatz spielt, läuft auch eher Gefahr“, sagt Ioannou bezüglich Jorik Wulff. Den vollen Einsatz will der Trainer natürlich sehen. Allerdings: „Wegen Meckerns oder einem zu schnell ausgeführten Freistoß waren auch zwei, drei unnötige Verwarnungen dabei“, so Ioannou.

Wulff beißt sich durch und D/A soll standhaft bleiben

Es hieß schon das eine oder andere mal in dieser Saison, dass hinter dem Einsatz von Jorik Wulff ein Fragezeichen steht. Leistenprobleme. Wie vor dem Spiel gegen den VfB Oldenburg. Wulff konnte aber durchziehen.

„Ich habe muskuläre Probleme an der Leiste“, sagt Jorik Wulff. Wenn es aber absolut nicht ginge, würde er nicht spielen. Mit Schmerzen könnte er nicht durchziehen, durch „Schutzbewegungen“, so Wulff, drohten nur schwerere Verletzungen. Die medizinische Abteilung leiste gute Arbeit.

Schongang ist für D/A sowieso nicht angesagt. „Es geht genauso weiter wie bisher“, sagt Jorik Wulff nach der Niederlage gegen Oldenburg und die damit sehr wahrscheinlich verspielte Meisterschaft. „Wir müssen unsere Spiele gewinnen“, sagt Wulff, die schmerzhafte Niederlage „nicht überbewerten“.

„Das Schlimmste wäre, wenn wir uns am Ende vorwerfen müssten, dass wir nicht alles getan haben - falls Meppen doch noch patzt“, sagt Wulff. Für den Drochterser Hoffnungsschimmer müsste der Tabellenführer jetzt im Heimspiel gegen Weiche Flensburg patzen (Sa., 14 Uhr). D/A muss auswärts bei Drittligaabsteiger und der derzeit zweitbesten Rückrundenmannschaft, Hannover 96 II, bestehen (Sa., 13 Uhr).

„Kein leichtes Spiel“, sagt Jorik Wulff. Er wird wieder arbeiten müssen. Beim 4:0-Hinspielerfolg fehlte er übrigens wegen seiner fünften Gelben Karte - abgeholt beim schwer erkämpften 4:3-Sieg zuvor in Oldenburg.

Diese D/A-Spieler haben die meisten Gelben Karten gesammelt

  • Jorik Wulff 11
  • Nico von der Reith 7
  • Liam Giwah 4 plus ein Mal Gelb-Rot
  • Patrick Siefkes 4
  • Tjorve Mohr 4
  • Dennis Rosin 4
  • Robin Kölle 4
  • Haris Hyseni 4
  • Jannes Wulff 4
  • Matti Cebulla 3 plus ein Mal Gelb-Rot
  • Justin Plautz 3 plus ein Mal Gelb-Rot

Copyright © 2026 TAGEBLATT | Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel