TKampf gegen den Krebs: Warum eine vierfache Mutter nicht aufgibt
Die vierfache Mutter Vivien aus Bremerhaven kämpft, unterstützt unter anderem von ihrem großen Sohn Azad, gegen ihre Krebserkrankung. Sie zeigt auf ihrem Handy einen Spendenaufruf. Foto: ls
Wie soll es der vierfachen Mutter schon gehen, ist die Bremerhavenerin doch schwer an Krebs erkrankt. Doch sie freut sich über unerwartete Hilfe und möchte einen Rat geben.
Bremerhaven. Die erste Chemotherapie hat sie hinter sich. Jetzt hat für Vivien* ein Bestrahlungsmarathon begonnen. Die vierfache Mutter (36) ist an Krebs erkrankt, hat ein seltenes Leiomyosarkom. Lunge, Leber, ... Die aggressive Krebsart hat gestreut. Ihr Oberschenkelknochen droht zu zerbrechen.
Wegen Schmerzen im Bein hatte sich die Bremerhavenerin an einen Arzt gewandt. Doch zunächst wurde sie auf einen Bandscheibenvorfall behandelt. Der Schmerz würde ins Bein ziehen. Sie war mehrfach in der Praxis.
Krebskranke Mutter aus Bremerhaven: Ihr Zustand verschlechterte sich
Doch ihr Zustand verschlimmerte sich. Die Schmerzen wurden schier unerträglich. Ein Ärztemarathon begann. Schließlich habe ein Arzt genauer hingesehen, schildern Familienangehörige und Freunde. Nach Monaten dann die schlimme Diagnose: Krebs, ein Leiomyosarkom.
Der bösartige Tumor in ihrem Oberschenkel soll schon neun mal zwölf Zentimeter groß sein. „Unsere Welt ist zusammengebrochen“, sagt die Familie. Vivien rät Patienten dringend: „Unbedingt zu einem anderen Arzt gehen und mehrere Meinungen einholen, wenn man nicht weiterkommt und die Schmerzen immer schlimmer werden.“ Sie hat kostbare Zeit verloren.
Seltene Krankheit
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Weihnachten ging nichts mehr; ihr ging es zu schlecht, und harte Medikamente nahmen ihr jegliche Kraft. Anfangs ging die 36-Jährige noch zur Arbeit – sie ist für einen Pflegedienst tätig. Doch das geht längst nicht mehr. Ihr Mann kümmert sich um die kleinen Kinder, 5 und 8, die großen helfen, so gut sie können. Die Freundinnen Sandra und Andrea sind ebenfalls große Stützen, helfen zum Beispiel bei energiezehrenden Verhandlungen mit der Krankenkasse oder Behörden. Oder sie hören einfach nur zu. Vivien soll sich auf die Behandlung konzentrieren können.
Krebserkrankung und finanzielle Sorgen: Spendenaufruf für Vivien aus Bremerhaven
Dass auch wildfremde Menschen ihr helfen, hat die Krebspatientin und ihre Familie tief beeindruckt. Auf der Online-Plattform „GoFundMe“ wurde ein Spendenaufruf veröffentlicht. Rund 9.000 Euro kamen binnen kurzer Zeit zusammen. Freunde, Bekannte, aber auch ihr unbekannte Spender überwiesen kleine und große Beträge. „Meine Schwester, unsere über alles geliebte Mama, meine liebe Ehefrau braucht dringend eure Hilfe im Kampf gegen den Krebs“, fing der Spendenaufruf an.
Die Familie kann Geld gut gebrauchen, zumal die finanziellen Sorgen durch die Krebserkrankung, Verdienstausfall und Krankengeld immer größer werden.
Vivien wird inzwischen an der Uniklinik in Münster behandelt. Dort ist man auf Sarkome spezialisiert, dort fühlt sie sich gut aufgehoben. Die Bestrahlung läuft in Bremerhaven. Die Touren nach Münster, die Unterbringung der Familie, vielleicht mal hochwertige flüssige Nahrung, damit sie Chemo und Bestrahlung übersteht und nicht noch weiter abbaut, ... Alles das kostet. „Und wer weiß, was noch kommt“, sagt Sandra.
Spenden nehmen große Last: „Sie verdient jede Chance, diesen Kampf zu gewinnen“
Vivien und ihre Familie möchten allen Spendern von Herzen „Danke“ sagen. Das Geld nehme eine große Last, sagt die Krebspatientin. Da ihre Haare anfangen auszufallen, möchte sie sich dank der Spenden eine Echthaar-Perücke kaufen, damit es ihr besser geht, vor allem aber damit die kleineren Kinder nicht erschrecken. Aus dem Spendenaufruf: „Sie kämpft – jeden Tag für sich, für ihren Mann, aber vor allem für ihre vier Kinder, die ihre Mama brauchen. Sie ist so stark, so liebevoll und voller Lebenswillen... und sie verdient jede Chance, diesen Kampf zu gewinnen.“ Viviens Wunsch für 2026? Ihre Antwort: „Gesund werden.“
Leiomyosarkom

Eine Chemotherapie gehört mit zu den Behandlungsoptionen, die die Medizin hat. Foto: picture alliance/dpa
Sarkome sind seltene bösartige Tumoren, die von Weichgeweben wie beispielsweise Muskeln oder Bindegewebe, aber auch von Knochen ausgehen. Das Leiomyosarkom (LMS) gehört zu den Weichteilsarkomen. Es entsteht aus dem Gewebe der sogenannten glatten Muskulatur. Diese lässt sich nicht bewusst steuern, sondern arbeitet sozusagen automatisch. Dieser Krebs kann prinzipiell überall im Körper entstehen. Verschiedene Behandlungsmethoden kommen zum Einsatz, entweder nacheinander oder auch kombiniert. Dazu gehören Operation, Chemotherapie und Bestrahlung. Empfohlen wird eine Versorgung über spezialisierte Zentren.
*Vivien, ihre Familie und Freundinnen wollten nur beim Vornamen genannt werden.