TKann der Kreis Stade Wein? Was erlaubt ist und wo Reben wachsen dürfen
Bis kurz vor der Ernte reiften die Trauben in der Sonne. Foto: P. Meyer
Wie viel Wein in Niedersachsen angebaut werden darf, ist geregelt. Auf der Geest wächst er schon. Trotzdem dürfte ein „Wangersener Riesling“ nicht einfach so aufs Etikett.
Ahlerstedt. Niedersachsen ist kein klassisches Weinanbauland. Doch seit einigen Jahren wächst die Rebfläche auch zwischen Küste und Harz. Auch im Landkreis Stade haben sich Weinbauer angesiedelt: Das Projekt „Traube und Biene“ aus Wangersen ist eines der ersten, das 2024 eine Genehmigung für den professionellen Weinanbau im Landkreis Stade erhalten hat. Wie sieht es im restlichen Niedersachsen aus?
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Wer seinen eigenen Wein anbauen will, braucht nicht zwingend eine Genehmigung. Für den ausschließlich privaten Gebrauch gilt eine Ausnahme bei einer Anbaufläche von höchstens 0,1 Hektar. Allerdings muss der Anbau ab einer Fläche von 500 Quadratmetern dennoch dem Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) gemeldet werden.
Professioneller Anbau erfordert Genehmigung
In ganz Niedersachsen hat die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) bislang knapp 59 Hektar für den professionellen Weinanbau genehmigt - möglich wurde das erst im Jahr 2016. Seither wächst der Weinanbau in Niedersachsen stetig. Allein 2026 kamen 9,06 Hektar Weinanbaufläche dazu. „Das ist seit 2016 die höchste bewilligte Fläche“, erklärt ein Sprecher der LAVES auf TAGEBLATT-Anfrage. Spitzenreiter ist die Region Hannover mit 9,58 Hektar genehmigter Rebfläche.
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Im Landkreis Stade sind es nur 0,59 Hektar, wobei entsprechend der Weinbaukartei aktuell nur 0,42 Hektar davon tatsächlich bepflanzt sind. Damit liegt der Landkreis im niedersächsischen Vergleich auf Platz 17 von 24. Zum Vergleich: Uelzen ist mit 6,86 Hektar auf dem zweiten Platz, Goslar mit 2,77 Hektar auf dem siebten Rang. Auf den Nachbarkreis Rotenburg entfallen 1,32 Hektar (14. Platz). Er gehört damit, so wie der Landkreis Stade, zu den kleineren Weinbauregionen Niedersachsens.

Bei „Traube und Biene“ in Wangersen werden verschiedene Rebsorten angebaut. Foto: P. Meyer
Wie stark die Rebfläche in Niedersachsen wachsen darf, ist gesetzlich festgelegt. In Deutschland dürfen jedes Jahr neue Rebflächen im Umfang von höchstens 0,3 Prozent der bestehenden Anbaufläche genehmigt werden. Die BLE verteilt die verfügbaren Flächen auf die Antragsteller. Übersteigt die beantragte Fläche in Niedersachsen insgesamt fünf Hektar, können die einzelnen Anträge entsprechend gekürzt werden. Aktuell dürfen in Niedersachsen insgesamt 51 Personen beziehungsweise Betriebe kommerziell Wein anbauen.
112.100 Liter Wein und Most im Jahr 2025
Wie viel Wein in Niedersachsen tatsächlich entsteht, zeigen die Produktionszahlen: Nach Angaben der LAVES wurden 2025 insgesamt 1121 Hektoliter Wein und Most erzeugt. Das entspricht 112.100 Litern. Die Rebflächen sind dabei überwiegend mit weißen Sorten bepflanzt. Von den insgesamt 24,91 Hektar, auf denen 2024 weiße Rebsorten wuchsen, entfielen 9,6 Hektar auf die Sorte Solaris, die auch auf der Geest angebaut wird. Insgesamt waren 21 verschiedene weiße Rebsorten erfasst.
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Einen Wein mit dem Namen „Wangersener Riesling“ oder „Hannoveraner Burgunder“ gibt es bislang allerdings nicht zu kaufen. Denn in Niedersachsen gibt es keine ausgewiesenen Weinanbaugebiete, deren Name als geschützte Herkunftsbezeichnung verwendet werden darf. Stattdessen wird der Wein als „Deutscher Wein“ vermarktet. Unter bestimmten Voraussetzungen sind aber ergänzende Angaben etwa zum Jahrgang, zur Rebsorte oder zum ökologischen Anbau möglich.
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