T„Keine Saufmannschaft“: Ein Tropfen Alkohol zu viel im Artikel
Die 1. Damen der VSG Altes Land spielt in der Volleyball-Oberliga um den Klassenerhalt. Foto: Felsch
Das TAGEBLATT hat sein Sambuca-Gate. Oder anders ausgedrückt: Wie viel Alkohol verträgt die Berichterstattung?
Steinkirchen. Den Artikel über die Sportlerehrung im Alten Land in der vergangenen Woche in einem feucht- fröhlichen Tonfall aufzuschreiben, kam bei den Protagonisten nicht gut an. Dabei war es eine launige Veranstaltung.
Sportlerehrung
T Sambuca vor dem Spiel: Kurioses aus der Welt des Altländer Sports
Das Wort Shitstorm ist in dem Zusammenhang übertrieben. Aber der Trainer der Volleyballerinnen der VSG Altes Land, Stephan Marquard, zwei Spielerinnen und eine Kommentatorin bei TAGEBLATT online kritisierten den Bericht scharf.
Dritte Halbzeit
T Ton an oder aus? Wenn der Kommentar beim BSV-Spiel zum Störfaktor wird
Marquard hatte bei der Sportlerehrung auf der Bühne bei Moderator Nihat Sagir durchblicken lassen, dass seine Mannschaft vor dem Spiel gerne mal ein Schlückchen Sambuca trinkt.
Dass die Reporterin dann neben diesem Zitat noch eine Sambuca-Schlagzeile kreierte und ihm unterstellte, alles nicht so „bierernst“ zu nehmen, waren dann wohl doch ein, zwei Tropfen Alkohol zu viel.
Das kritisieren die Volleyballerinnen
Eine Spielerin wollte die Verbreitung des Artikels unterbinden. Einer anderen war der Artikel „unglaublich peinlich. Wir werden als absolute Saufmannschaft dargestellt“. Der Trainer befürchtete, dass die Leistung seiner Mannschaft und aller anderen geehrten Sportler herabgestuft werde. Er sorgte sich, dass solch eine Berichterstattung die Sponsorensuche erschwert.
Dass Sportler Alkohol trinken, ist kein Geheimnis. Das Bierchen in der dritten Halbzeit. Oder den Sambuca davor. Das hat weniger etwas mit Saufen zu tun. Das sind Rituale, das gehört zum Vereinsleben dazu. Jedenfalls im Amateursport. Wer keinen Alkohol mag, nimmt zum Anstoßen eben etwas anderes.
Klar reflektiert das TAGEBLATT intern, wie seine Berichterstattung draußen ankommt. Die Redaktion kann die Reaktionen in Teilen nachvollziehen. Über die Schlagzeile „Vor dem Aufschlag einen Sambuca“ kann man geteilter Meinung sein. Auf jeden Fall reizt sie zum Weiterlesen. Aber fehlende Würdigung des Sports? Erschwerte Sponsorensuche? Nach der Berichterstattung im XXL-Format mit sieben Fotos kann davon keine Rede sein.
Sieg im Spiel eins nach der Sportlerehrung
Aus dem Sambuca-Gate nehmen wir mit, dass ein Perspektivwechsel manchmal lohnt und wir im Umgang mit Alkohol künftig sensibler werden. Aber launig und zugespitzt schreiben wir weiter.
Am Ende noch eine kleine Anekdote: Die VSG-Volleyballerinnen haben das Spiel am Tag nach der Ehrung gewonnen. Vor dem ersten Aufschlag gab es wie immer einen Fingerhut Sambuca, Sekt oder Wasser. Dies bestätigte der Trainer bei einem echt netten Telefonat. Die Wogen, sagt er, seien mit dem Gespräch geglättet.
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