TKleiner Knigge: So machen Gäste der Stader Ballnacht eine gute Figur
Leni Diekmann und Jan Buschung aus Stade demonstrieren die richtige Armhaltung beim Paartanz. Foto: Weselmann
Der Ballabend im Stadeum ist immer ein gesellschaftliches Ereignis. Da wollen Gäste eine gute Figur machen. Was auf dem Tanzparkett und am Tisch zum guten Ton gehört.
Stade. Mit der 1. Stader Ballnacht am 7. März geht das Stadeum neue Wege. Der Spaß am gemeinsamen Tanzerlebnis steht im Vordergrund. Das TAGEBLATT hat die Stader Tanzlehrerin Birgit Rozanski sowie Gudrun Jückmann aus Dollern, Beraterin für Etikette und Stil, um ein paar goldene Tipps für das festliche Parkett gebeten.
Gutes Benehmen ist nicht aus der Mode
Ankommen: Pünktlichkeit versteht sich von selbst. Gäste sollten genügend Zeit für die Anreise einplanen. So können sie entspannt ankommen und ihren Platz einnehmen.
Gentleman sein: Höfliches Verhalten ist nicht aus der Mode. Begleiter halten die Tür auf, helfen aus dem Mantel und rücken beim Platznehmen den Stuhl zurecht.
Tanzvergnügen
T Das ist neu an Stades 1. Ballnacht im Stadeum - und das nicht
Begrüßung: Beim Einlass gibt es ein Begrüßungsgetränk. Anstoßen ist im kleinen Kreis von Familie und Freunden üblich. Ansonsten erhebt man einfach das Glas und prostet sich freundlich zu.
Wer neu an den Tisch oder in eine Runde kommt, stellt sich den dort bereits anwesenden Gästen vor. Beim Verlassen der Veranstaltung gehört es dann zum guten Ton, sich von den Tischnachbarn zu verabschieden.
Die Expertin hat Tipps für das Verhalten am Tisch
Benehmen am Tisch: Zwischen Tisch und Bauch ist eine Handbreit Abstand. Freie Hände werden nur bis zum Handgelenk auf den Tisch gelegt. Gesprochen wird, wenn der Mund leer ist.
Während des Menüs wird der Tisch eigentlich nur zwischen den Gängen verlassen. „Es gehört sich nicht, einfach aufzustehen und zum Rauchen zu gehen, während andere noch beim Dessert sind“, sagt Gudrun Jückmann. Auch am Büfett ist rücksichtsvolles Verhalten gefragt. Wer drängelt oder den Teller brechend volllädt, fällt unangenehm auf.
Mit dem Besteck wird keine Brücke gebaut
Einmal aufgenommen, bleibt das Besteck der Tischdecke fern. „Bei einer Essenspause wird das benutzte Besteck links und rechts auf dem Tellerrand abgelegt. Bitte keine Brücke bauen mit Messer und Gabel“, so die Expertin aus Dollern. Das Besteck parallel auf „fünf Uhr“ heißt: „Ich bin fertig.“ Und woran nicht jeder denkt: „Gläser mit Stiel werden auch am Stiel angefasst.“

Gudrun Jückmann aus Dollern ist Expertin für Stil und Etikette: Das richtige Benehmen bei festlichen Anlässen fängt bei Kleinigkeiten wie dem Halten des Glases an. Foto: Weselmann
Die Serviette wird benutzt, um die Lippen abzutupfen und so keine Essensreste am Glas zu hinterlassen. Abgelegt wird sie auf dem Tisch, keinesfalls auf der Sitzfläche oder Stuhllehne.
Wenn zu Beginn Brot mit Butter oder Dip serviert wird, ist es mit den Fingern in mundgerechte Stücke zu brechen. Stullen schmieren und abbeißen ist unpassend.
Was auf dem Tisch nichts zu suchen hat
Tasche, Nachschminken und Co.: „Was nicht mit Essen zu tun hat, gehört nicht auf den Tisch“, erklärt Jückmann. Schlüssel, Brille, Handy, Tasche und anderes hat dort nichts verloren. Das Handy auf stumm schalten, Kaugummi durch Mundspray ersetzen und nicht zu tief ins Glas schauen.
Die Handtasche wird während des Essens am besten auf dem Schoß oder im Rücken auf dem Stuhl abgelegt. Beim Tanzen bleibt sie besser am Platz. Die Herren denken beim Aufstehen ans Schließen ihres Jacketts.
Wer nach dem Tanz die Frisur richten oder nachschminken möchte, bekommt bei der Stader Ballnacht besonderen Service. An einem Stand gibt es Hilfe von Profis für Haare und Make-up. Apropos Service: Die Bedienung an der Bar und der Tischservice freuen sich über ein Trinkgeld.
Bei Small Talk und Tanz eine gute Figur machen
Konversation: „Small Talk fällt oft schwer“, weiß Jückmann. Kontroverse Themen sollten Gäste lieber meiden. Das gilt für Politik, Religion und Sex genauso wie für Geld, Tod und Krankheiten. Gute Anknüpfungspunkte für Gespräche jenseits vom Wetter bieten Hobbys und Reisen.
Beim Tanzen: Der erste und der letzte Tanz gehören der Ballbegleitung. Auffordern können die Damen inzwischen genauso wie die Herren. Bittet man nicht die eigene Begleitung zum Tanz, ist es höflich, mit einem „Sie gestatten?“ auch das Einverständnis des Tanzpartners einzuholen.
Darf man beim Auffordern einen Korb geben?
Einen Tanz mit respektvoller Begründung abzulehnen, ist nicht verboten. Aber: „Einen Korb zu bekommen, ist nicht schön und der Tanz ja schnell überstanden“, appelliert Tanzlehrerin Birgit Rozanski ans freundliche Wohlwollen. Aufgefordert wird immer für eine ganze Tanzrunde. Wer mittendrin von der Tanzfläche geht, macht keine gute Figur.

Für den Auftakt bei der Stader Ballnacht: Birgit Rozanski (rechts) und Auszubildende Saskia Tiedemann vom Tanzwerk Stade üben mit den Paaren die Eröffnungsformation ein. Foto: Weselmann
Die Tanzpartnerin kann sich auf dem Weg zur Tanzfläche einhaken und wird nach dem Tanz auch zurück zum Tisch begleitet. Keiner wird auf dem Parkett einfach stehen gelassen.
Tanzpaare sollten besser Rücksicht nehmen
Auf der Tanzfläche ist gegenseitige Rücksichtnahme angebracht. Hier gilt: Auf andere Paare achten und sich dem Tanzniveau des Partners anpassen. Nicht vergessen: Bei Standard-Tänzen geht es gegen den Uhrzeigersinn.
Beim Paartanz übernimmt traditionell der Mann die Führung. In der Praxis läuft das oft anders. „Wir sagen gerne: Der Mann führt und die Dame sagt, wohin“, erzählt Tanzlehrerin Birgit Rozanski mit einem Lachen.

Hand am Po: Michelle Seefus und Joshua Frericks aus Oldendorf demonstrieren, was auf dem Parkett einer Ballnacht unpassend ist.
Die rechte Hand des Herrn liegt auf Höhe des Schulterblatts, keinesfalls am Po der Dame. Es wird nicht nach unten auf die Füße geschaut und jeder trägt seine Arme selbst.
Das ist dem Stadeum am wichtigsten
Etikette hin oder her - das Stadeum zeigt sich da seit jeher liberal. Keiner soll hier aus Angst vor Fehlern verkrampfen. Für Geschäftsführer Tobias Paulsen steht eines an oberster Stelle: „Alle Gäste sollen sich wohlfühlen und einen unvergesslichen Abend haben.“
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