TKneipen-Talk: Warum sich Eckhoff auch beim Bäcker Zeit für Fragen nimmt
Eineinhalb Stunden stellte sich Mike Eckhoff den Fragen von TAGEBLATT-Moderatorin Grit Klempow und dem Publikum. Foto: Helfferich
Die Klappbrücke ist im Kneipengespräch immer wieder Thema. Der Drochterser Bürgermeister Mike Eckhoff spricht aber auch über morgendliche Begegnungen, Schulen und frischen Wind im Rathaus.
Drochtersen. Ein Kneipengespräch, das ist dunkles Holz an den Wänden, warmes Lampenlicht, alte Bierkrüge auf dem Regal, gemütliche Sitzecken mit Lederbezug.
Ein Kneipengespräch, das ist zwanglose Atmosphäre, in der sich die unterschiedlichsten Menschen mit den unterschiedlichsten Lebensgeschichten zum Feierabend auf ein paar Bier (oder Cola Zero) treffen. Ein Kneipengespräch heißt, den Stress des Alltags hinter sich lassen. Genau das bietet „André‘s Kleine Kneipe“ in Drochtersen.
Morgens, um 6.30 Uhr beim Bäcker
„Auf einen schönen Schnack“, sagt Grit Klempow, stellvertretende Redaktionsleiterin beim TAGEBLATT. Sie hat sich mit Bürgermeister Mike Eckhoff (parteilos) zum Kneipengespräch verabredet. Die beiden unterhalten sich über kommunalpolitische Themen wie Wind- und Solarenergie, ÖPNV, die medizinische Versorgung, den Wohnungsmarkt - und darüber, wie er als Bürgermeister ständig ein Ohr für die Bürger hat.
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Selbst wenn es morgens beim Bäcker ist. Dort gehe es um kleinere und größere Anliegen, für die er vom Schlange stehenden Privatmann zum Bürgermeister werde. „Wenn ich unterwegs bin, werde ich vernünftig angesprochen“, so Eckhoff. Und dann verdiene der Fragende auch eine vernünftige Antwort.

Wie viel Wasser passt in die Becken der Kehdinger Welle? Beim Kneipenquiz wurde es knifflig. „562,50 Kubikmeter“, so Eckhoff. Richtige Antwort. Foto: Helfferich
Diese Frage interessiert am meisten
Knapp 20 Gäste hören Eckhoff und Klempow zu - und reden mit. Sie stellen Fragen an den Verwaltungschef und raten bei einem kurzweiligen Kneipenquiz mit.
Nach der Sanierung der Klappbrücke zwischen Dornbusch und Krautsand wird häufiger gefragt. Sie zeige exemplarisch, dass sich Verwaltungsarbeit aus vielen Facetten zusammensetzt und nicht immer der liebste Plan realisierbar sei: rechtliche Spielregeln müssen eingehalten und knappe finanzielle Mittel berücksichtigt werden.
Die Brücke duldete zudem keinen weiteren Aufschub: „Bei der Demontage haben wir festgestellt, das hätte nicht mehr lange gehalten.“ Zudem müsse vorausschauend geplant werden. Der WWF möchte die Süderelbe verbreitern. Hätte sich die Gemeinde von Klappbrücke und Hafenbecken verabschiedet, gäbe es laut Eckhoff kein Zurück mehr. „Ich glaube, es ist unstrittig, dass die Klappbrücke eine wichtige Verbindung ist“, so Eckhoff.
Und wie würde er bei einem Geldsegen in Höhe von zehn Millionen Euro investieren? Eckhoff nennt den geplanten Grundschulneubau und nicht die Kehdinger Welle. Deren Neubau sei schließlich im Haushalt bereits abgesichert.
Keine Diktatur für Schulen
Von einem Kneipengast auf die teilgebundene Ganztagsschule angesprochen, sagte Eckhoff, er lehne eine einheitliche Vorgabe für alle Standorte ab. Die Verwaltung habe mit den drei Grundschulleitungen und der zuständigen Fachbereichsleitung gesprochen - mit dem ursprünglichen Ziel, alle Standorte in dasselbe System zu bringen.
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Im Laufe des Prozesses habe sich jedoch gezeigt, dass sich die Gegebenheiten an den einzelnen Schulen deutlich unterscheiden. Man wolle als Schulträger daher individuell auf die Schulen schauen und nicht von oben diktieren. „So haben wir bisher nicht gearbeitet und das werden wir auch zukünftig nicht machen“, so Eckhoff.
„Ich glaube nicht, dass diese in den nächsten acht Jahren kommen wird“, sagt Eckhoff auf eine mögliche Fusion mit Nordkehdingen angesprochen. Nordkehdingen müsse sich nach seinem Zusammenschluss erst einmal sammeln dürfen. Zudem würde man ohnehin bereits Synergieeffekte nutzen.
So kommt der neue Blick von außen
Eine der spannendsten Fragen kommt spät: „Welche Vor- und Nachteile hat es, wenn der Bürgermeister beruflich aus der Verwaltung kommt?“, möchte ein Gast wissen.
Die Vorteile liegen auf der Hand. Abläufe und gesetzliche Vorgaben seien bekannt. Ein Nachteil könne nach 33 Jahren im Rathaus sein, dass ein etwas anderer Blick auf die Dinge fehle.
Diesen egalisiere die Gemeinde, durch Mitarbeiter, die aus anderen Gemeinden und Bundesländern kommen. „So haben wir auch immer wieder einen neuen Blick von außen und das ist viel wert“, so Eckhoff.
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