Zähl Pixel
Bürgermeisterwahl

TKommunalwahl: Was Frank Griemsmann nervt und wo er gestalten will

Frank Griemsmann möchte Bürgermeister werden.

Frank Griemsmann möchte Bürgermeister werden. Foto: Frank Griemsmann

Frank Griemsmann kandidiert für das Bürgermeisteramt in Nordkehdingen. Unterstützt wird er von CDU, SPD und FWG. Hier erzählt er, wer ihn geprägt hat und was ihn nervt.

author
Von Susanne Helfferich
03.09.2026, 14:45 Uhr

Was wollte das Kind Frank Griemsmann werden, wenn es groß ist?

„Das hatte sich ständig geändert: mal Polizist, mal Dachdecker, kurzzeitig auch Bäcker. Doch an Letzterem war mein Interesse schnell erloschen, als ich hörte, wie früh man da aufstehen muss.“

Wie nehmen Sie Kontakt zu den Wählern auf? Klingeln Sie an den Haustüren?

„Dafür habe ich keine Zeit, da ich ja auch meinem Job nachkommen muss. Ich werbe online unter „Frank Griemsmann - Über mich“. Die meisten Nordkehdinger kennen mich, weil ich für die Schulen, Kindertagesstätten und die Feuerwehren zuständig bin; vielleicht nicht persönlich, aber sie wissen, wer ich bin.“

Bereitet Ihnen der Zuwachs der AfD Sorge?

„Auf Bundes- und Landesebene ja. Lokal kommt es auf die jeweilige Person an. Falls AfD-Bewerber in den Rat einziehen, können wir nicht so tun, als wären sie nicht da. Sie können sich beteiligen, solange sie sich an die Regeln halten. Sie sind Neulinge in der Kommunalpolitik und werden viel lernen müssen, wie jeder andere Neuling, egal von welcher Partei, auch.

Verwalten oder gestalten Sie?

Gestalten. Ich erkenne Probleme und reagiere darauf. So vor etwa zwei Jahren, als wir in der Kindertagesstätte in Wischhafen keinen Platz mehr hatten. Da haben wir mit Unterstützung eines örtlichen Bauunternehmers eine zweite Kita gebaut. Wir haben aber auch vor sechs Jahren auf die Klimaveränderung reagiert und die Löschwasserversorgung optimiert. Alle Feuerwehrwagen haben durchweg Wasser an Bord. Auch können wir über mehrere Kilometer Schläuche legen und haben uns einen geländegängigen Unimog angeschafft.

Wer prägte Ihre berufliche Laufbahn?

Ich kam 2010, nach meinem Abschluss als Verwaltungsfachangestellter, nach Nordkehdingen. Fast zehn Jahre arbeitete ich an der Seite von Christian von Holt in der Kämmerei. Er sorgte dafür, dass ich berufsbegleitend meinen Angestelltenlehrgang II ablegte und mein Studium nachholte. Jetzt bin ich Verwaltungsfachwirt.

Als Erika Hatecke vor sechs Jahren Samtgemeindebürgermeisterin wurde, übernahm ich das Ordnungsamt - und plötzlich war ich sein Vorgesetzter. Das änderte nichts, denn Erika Hatecke sorgt für eine stabile Teamkultur in der Verwaltung.



Sind Sie Familienmensch oder eher Workaholic?

Eher ein Workaholic. Das Handy ist eigentlich nie ausgeschaltet, und ich hatte bis vor zehn Jahren noch regelmäßig nach der Arbeit gekellnert.

Wie entspannen Sie sich?

Ich spiele Gitarre oder auch Schlagzeug, aber nur für mich. Schlagzeug ist ein gutes Koordinationstraining. Außerdem spiele ich Mundharmonika. Ich bringe mir alles selbst bei, vieles nach Gehör, da ich keine Noten lesen kann.

Was geht Ihnen auf den Wecker?

Parasitäre Verhaltensweise. Wenn jemand nur will und nichts gibt. Das gehört einfach dazu, dass man auch mal was zurückgibt.



Haben Sie Zeit zum Lesen, und was lesen Sie gerade?

Langweilige Sachbücher, häufig geht es um Finanzen und Politik. Vor einiger Zeit habe ich das Buch „Eine kurze Geschichte der Menschheit“ gelesen, das hatte mich sehr beeindruckt. Früher habe ich auch gerne Steven King gelesen; letztlich fehlt aber die Zeit.

Sport treiben oder Sport zuschauen?

Das hält sich die Waage. Seit ich mit 30 Jahren Rückenschmerzen bekam, rudere ich regelmäßig auf einem Rudergerät. Eigentlich müsste ich mehr Sport machen.

Was ist Ihre größte Schwäche?

Meine Ungeduld. Ich tue oft so, als sei ich geduldig. Bin ich aber nicht. Ich will alles schnell erledigt haben.

Copyright © 2026 TAGEBLATT | Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel