TKontroverse Diskussion im Nottensdorfer Rat: Kiosk abreißen oder sanieren?
Früher ein beliebter Verkaufsort für Familien und Kinder, jetzt verlassen und heruntergekommen: der Kiosk im Nottensdorfer Freizeitpark. Foto: Buchmann
Nottensdorf will seinen Freizeitpark attraktiv für die Menschen gestalten - da sind sich die Ratsmitglieder einig. Doch beim alten Kiosk gehen die Meinungen auseinander.
Nottensdorf. Was den Kiosk angeht, hatte die Nottensdorfer SPD ursprünglich eine klare Vorstellung: Den Verkaufsraum abreißen und die WC-Anlage sanieren, sagt Ratsmitglied Udo Groening. „Wir haben keinen Pächter, also brauchen wir keinen Verkaufsraum“, begründet er.
Der Kiosk sei zudem immer wieder Opfer von Vandalismus geworden. Verschmutzte Toiletten oder eingeworfene Fensterscheiben waren die Folge, ein Holzbrett verdeckt aktuell den Schaden an der Glasfront.
Die große Fensterfront ist ein beliebtes Angriffsziel von Vandalen. Foto: Buchmann
Ob Totalsanierung oder Neubau, sei für ihn vor allem von den Kosten abhängig. „Wir müssen vernünftig sein“, sagt Groening. Denn letztlich müsse die Gemeinde den Kiosk finanzieren. Deshalb bevorzuge er weiterhin eine kostengünstige Variante.
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In der Toilettenfrage spricht sich Groening für eine Sanierung der vorhandenen WC-Anlage aus. „Die WCs sind ja da, sie müssen nur saniert werden“, sagt er. Eine Lösung mit Dixi-Toiletten findet Groening zwar praktisch, optisch wirke sie jedoch „baustellenmäßig“.
Dauerhafte Kosten für Gemeinde nicht zumutbar
Heike Bremer (CDU) kann sich prinzipiell mit der Renovierung des Kiosks anfreunden - wenn die Kosten stimmen. „Der Kiosk war von vornherein ein riesiger Kostenpunkt für Nottensdorf“, sagt sie.
Für eine kleine Gemeinde wie Nottensdorf sieht sie es unverhältnismäßig, drei Standorte zu unterhalten. Die Gemeinde trägt bereits die Kosten für das Dorfgemeinschaftshaus und die aktuell laufende Umgestaltung der alten Dorfschule. Hohe Dauerkosten durch den zusätzlichen Kioskbetrieb seien nicht zumutbar, findet Bremer.

Videoüberwachung und Bauzäune: Der Kiosk im Freizeitpark ist in schlechtem Zustand. Foto: Buchmann
Für die Bewirtung im Sommer wirft Bremer eine neue Idee in den Ring: einen Foodtruck. „Man bräuchte keinen Pächter, und Foodtrucks werden immer beliebter“, erklärt sie den Vorschlag.
Bei den Sanitäranlagen fände Bremer es besser, sie am Rand des Freizeitparks anzubieten anstatt zentral. Veranstaltungen wie das jährliche Osterfeuer würden ihrer Ansicht nach davon profitieren. Auch hier gilt für Bremer: „Es muss kostengünstig sein.“
Ressourcen schonen anstatt abreißen
Alexandra Sadelfeld, die für die Grünen im Nottensdorfer Gemeinderat sitzt, positioniert sich klar für einen Erhalt des Kiosks. Sie befürworte „sanieren statt abreißen“, insbesondere aus ökologischer Sicht.
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„Wir sollten versuchen, Dinge, die wir bereits vorhanden haben, weiterzunutzen, um Ressourcen zu schonen“, sagt Sadelfeld. Als einen ausschlaggebenden Aspekt nennt sie die sogenannte graue Energie - also die Energiemenge, die bereits beim Bau eines Gebäudes etwa für Herstellung, Transport oder Lagerung der Bauteile aufgewandt wurde.

Eine WC-Anlage auf der Kiosk-Rückseite ist vorhanden, jedoch aktuell nicht benutzbar. Foto: Buchmann
Weiterhin ist es der Grünenpolitikerin wichtig, den Park als sozialen Treffpunkt zu beleben, „von dem alle etwas haben“. Und für sie gehöre da ebenso eine funktionierende WC-Anlage wie ein Kiosk dazu. Sadelfeld: „Das erhöht die Aufenthaltsqualität meiner Meinung nach sehr.“
Gemeinderat stellt Kiosk-Entscheidung zurück
„Es war eine kontroverse Diskussion im Rat“, sagt Bürgermeister Hartmut Huber (CDU). Zu einer finalen Entscheidung fand der Rat vergangene Woche nicht. Huber ließ den Kiosk-Beschluss angesichts der offenen Fragen vorerst vertagen.
Tendenziell könne er sich vorstellen, dass der Rat sich für die Sanierung der WC-Anlage und der restlichen Anlage für den Sommerbetrieb aussprechen könnte. „Wir müssen konkret sagen, was wir vor Ort machen wollen“, sagt Huber angesichts eines möglichen Förderantrags. Deshalb kalkuliere das Bauamt aktuell die Kosten neu: vom Vollabriss mit Ersatztoiletten über einen Teilabriss bis zur kompletten Kiosk-Sanierung.
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