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Kommunalwahl 2026

TLauniger Auftritt: Maren Kleinschmidt will Harsefelds Rathaus-Chefin werden

TAGEBLATT-Journalistin Miriam Fehlbus (links) im Gespräch mit Harsefelds Samtgemeindebürgermeisterkandidatin Maren Kleinschmidt.

TAGEBLATT-Journalistin Miriam Fehlbus (links) im Gespräch mit Harsefelds Samtgemeindebürgermeisterkandidatin Maren Kleinschmidt. Foto: Laudien

Schule, Wirtschaft, Verkehr: Maren Kleinschmidt setzt auf ein Miteinander - und kann Rathaus. „Meine Tür wird immer offen sein“, sagt sie beim TAGEBLATT-Kneipengespräch.

Von Susanne Laudien 02.09.2026, 17:50 Uhr

Harsefeld. Wahlplakate mit ihrem Konterfei hängen in vielen Straßen in Harsefeld. Am Dienstagabend stand Maren Kleinschmidt als einzige Samtgemeindebürgemeister-Kandidatin beim TAGEBLATT-Kneipengespräch mit Journalistin Miriam Fehlbus Rede und Antwort.

Mit einem „Moin“ begrüßte die Journalistin die fast 40 Bürgerinnen und Bürger und bedankte sich für die Gastfreundschaft beim Team der kleinen Kneipe „Nostalgie 2.0“. Kneipen seien wichtig für die Demokratie. Das sei Real Life zum Diskutieren und auch zum Streiten.

Fast 40 Besucher nahmen an dem Kneipengespräch vom TAGEBLATT in Harsefeld teil.

Fast 40 Besucher nahmen an dem Kneipengespräch vom TAGEBLATT in Harsefeld teil. Foto: Laudien

Seit einem Monat lebt die 39-jährige Maren Kleinschmidt mit Ehemann Dennis und zwei Jungs (8 und 10) in Ahlerstedt. Nächste Woche werde sie 40. Ein gutes Omen. Bereits bei ihrem erfolgreichen Wahlkampf 2016 in Lengede im Kreis Peine habe sie ihren 30. Geburtstag gefeiert. Seit zehn Jahren ist sie dort Bürgermeisterin und außerdem 1. Vizepräsidentin des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes.

Von ihrem Bürgermeisteramt und der Heimatgemeinde verabschiedet sie sich zum 31. Oktober - „um nach ihrer zweiten Amtszeit neue berufliche Wege einzuschlagen“. Ehemann Dennis ist jetzt neuer Trainer beim Sportverein Ahlerstedt/Ottendorf.

Zehn Jahre Bürgermeisterin in Lengede

„Schon mit drei Jahren soll ich geäußert haben, Bürgermeisterin werden zu wollen“, erzählte sie launig beim Kneipengespräch. Zehn Jahre habe sie in Lengede Verantwortung getragen und möchte das auch in Harsefeld übernehmen. „Es gefällt mir, Visionen mit der Politik umzusetzen.“

Wie parteilos sie ist und wie sie es schaffen will, alle Fraktionen mit an Bord zu nehmen, fragte die TAGEBLATT-Moderatorin. „Die FWG und Bündnis 90/Die Grünen unterstützen mich bei meiner Kandidatur. Mein SPD-Parteibuch ist nicht das erste, an das ich denke, sondern an das, was die Wähler wollen. Was ich mache, muss demokratisch bleiben.“

Bürgerinnen und Bürger, darunter auch Harsefelds ehemaliger Samtgemeindebürgermeister Rainer Schlichtmann (4. von rechts), beim Kneipengespräch vom TAGEBLATT.

Bürgerinnen und Bürger, darunter auch Harsefelds ehemaliger Samtgemeindebürgermeister Rainer Schlichtmann (4. von rechts), beim Kneipengespräch vom TAGEBLATT. Foto: Laudien

Wo sieht sie mit ihrem unverfälschten Blick von außen die Stärken und Schwächen der Samtgemeinde Harsefeld, fragte die TAGEBLATT-Journalistin.

Die Vielfalt der Mitgliedsgemeinden, der Wirtschaftsstandort im ländlichen Bereich und die Nähe zu den Städten Stade und Buxtehude seien eindeutige Vorteile. Schule, Wirtschaft, Verkehr - ein gutes Miteinander sei wichtig. Mit Vereinen und Verbänden müsse man ins Gespräch kommen. „Meine Tür als Bürgermeisterin wird immer offen sein.“ Als Schwäche nannte sie die Altersstruktur in den Mitgliedsgemeinden. „Wir müssen dafür sorgen, dass alle hier bleiben.“

Was passiert in der Marktstraße?

Wie kann das Rathaus nach dem Ende des Kaufhauses Quast dazu beitragen, dass die Attraktivität der Marktstraße für den Handel erhalten bleibt? Kleinschmidts Antwort bleibt vage: „Die Veränderungen im Einzelhandel gibt es schon länger. Viele Gewerbetreibende haben sich bei mir gemeldet. Gemeinsam müssen wir Leben in den Ortskern reinbekommen, etwa mit Veranstaltungen.“

Wie sollen die Nahversorgung und das Dorfleben gesichert werden? Es müsse einen bunten Mix geben. Jede Generation in jeder Gemeinde sollte frische Milch und frische Eier bekommen können. Ein Arzt sei auch ein Arbeitgeber, so Kleinschmidt. Er sollte von Bund und Land unterstützt werden, etwa durch Investitionszuschüsse. Eine weitere Lösung könnten Gemeindeschwestern sein wie es sie früher mal gab.

Etliche Fragen beantwortete die Bürgermeisterkandidatin Maren Kleinschmidt im Laufe des Kneipengesprächs vom TAGEBLATT.

Etliche Fragen beantwortete die Bürgermeisterkandidatin Maren Kleinschmidt im Laufe des Kneipengesprächs vom TAGEBLATT. Foto: Laudien

Der Verkehr in Harsefeld beschäftigt ebenfalls viele Bürger. „Viele Straßen sind nicht in der Handhabung der Samtgemeinde. Meine Aufgabe ist es, entsprechend der Vorgaben und bürokratischen Zwänge hier Lösungen zu finden. Verkehrsstrukturen müssen überprüft und Straßenlöcher dringend ausgebessert werden.“

Neue Wege statt Bürgerbegegnungsstätte

Den Wunsch nach einer Bürgerbegegnungsstätte oder einem Kulturzentrum könne sie verstehen, sehe es aber kritisch im Hinblick auf das Sterben der Gastronomiebetriebe, sagte Kleinschmidt. Die Kommune könnte andere Wege gehen, etwa mit Räumen in Restaurants.

Sollte Harsefeld weiter wachsen und neues Bauland ausgewiesen werden? „In Harsefeld muss weiter gebaut werden, die Frage ist nur wie. Wirtschaft, Landwirtschaft und Kommune müssen einen Weg finden, der jedem gerecht wird.“

Die Trinkwasserversorgung war diesen Sommer wieder Thema in Harsefeld. Als Bürgermeisterin von Lengede und Vorsitzende vom Gewässerunterhaltungsverband ist Kleinschmidt versiert. „Die Samtgemeinde will weiter wachsen und dazu gehört auch die gesicherte Trinkwasserversorgung.“ Wie steht es mit der Schmutzwasserbeseitigung und höheren Gebühren?, fragte ein Bürger. „Die öffentliche Versorgung sollte in öffentlicher Hand bleiben und das Thema müsste zu gegebener Zeit diskutiert werden.“

Wie steht die Bürgermeisterkandidatin zu einer Einheitsgemeinde? „Als Verwaltungschefin muss ich offen zu dem Thema stehen. Die Samtgemeinde ist jedoch gut aufgestellt, sodass sie weiterhin so bestehen bleiben kann.“

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