TMarla Martwich ist die beste Industriekauffrau Deutschlands
Strahlend nimmt Marla Martwich (links) die Urkunde von Swaantje Creusen, Vorsitzende des DIHK-Bildungsausschusses, entgegen. Foto: HCPlambeck
Die 24-Jährige hat es an die Spitze der Auszubildenden geschafft. Die Mitarbeiterin von MAPA in Zeven beeindruckte mit Neugier, Rätsellust und Vielseitigkeit.
Zeven/Berlin. Auf Dienstreise in Manchester, mitten am Flughafen, eine Nachricht auf dem Handy – und plötzlich jubelt der halbe Terminal: Marla Martwich kann es kaum fassen. Die 24-Jährige aus Wistedt hat gerade erfahren, dass sie als beste Industriekauffrau Deutschlands ausgezeichnet wurde. „Ein Bombengefühl“, sagt sie gegenüber der „Zevener Zeitung“ lachend, „aber ich habe nie geplant, Bundesbeste zu werden.“
Tatsächlich ist ihr Erfolg alles andere als Zufall. Marla Martwich absolvierte ihre Ausbildung bei der MAPA GmbH in Zeven und erreichte bei ihrer IHK-Abschlussprüfung 100 Prozent der möglichen Punkte – bundesweit Spitzenwert. Unter rund 250.000 Absolventen setzte sie sich zusammen mit 211 Nachwuchskräften in 201 Ausbildungsberufen, darunter 22 aus Niedersachsen, durch.
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Die feierliche Verleihung durch die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) fand in Berlin statt. Bundesbildungsministerin Karin Prien und DIHK-Präsident Peter Adrian überreichten den Preisträgern Pokale und Urkunden. Für Marla Martwich ein unvergesslicher Moment.
Die „Wundertüte“ Ausbildung: Vielseitig, komplex, spannend
Was macht eine Industriekauffrau aus – und warum ist Marla Martwich so gut darin? Für sie ist die Ausbildung eine „Wundertüte“: Jeder Tag ist anders, komplex und voller unerwarteter Aufgaben. Dabei hat sie ihre Berufung in der Finanzwelt entdeckt. Besonders gut ist sie, wie sie selbst sagt, im Rätseln und Knobeln, was ihr immer wieder kleine innere Luftsprünge beschert.

Marla Martwich erreicht 100 Prozent in der IHK-Prüfung und zählt 2025 zu den besten Auszubildenden Deutschlands. Foto: HCPlambeck
Während ihrer Ausbildung durchlief Marla Martwich zahlreiche Abteilungen, darunter Marketing, Vertrieb, Einkauf und Personalwesen. „Produktion direkt nebenan – das ist ein Pluspunkt. Ich konnte sehen, wie theoretisches Wissen in der Praxis funktioniert, das hat mir viel gebracht“, erzählt sie. Ihre Facharbeit – eine Analyse nationaler Frachtkosten pro Kunde mit automatisierten Berechnungen und interaktivem Dashboard – zeigt, wie sie komplexe Aufgaben praktisch und visuell umsetzt.
Mit Mut zum Neuanfang den eigenen Weg finden
Die Karriere der jungen Frau begann zunächst anders: Ein Lehramtsstudium brach sie ab, es passte einfach nicht. Über die Bundesagentur für Arbeit stieß sie auf die Ausbildung zur Industriekauffrau. Nach einem Praktikum bei der MAPA GmbH und dem erfolgreichen Einstellungstest kam kurz darauf der Vertrag. „Wenn ich hinter etwas stehe, gebe ich alles“, sagt sie.
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Die Abschlussprüfung bereitete Marla Martwich intensiv vor. Drei Monate lang übte sie und erklärte Inhalte anderen, eine Methode, die ihr half, Prüfungsangst zu überwinden. Unterstützung erhielt sie nicht nur von ihrer Familie, sondern auch von der MAPA GmbH: Eine mündliche Probeprüfung vor 15 Personen und ein spezieller Vorbereitungskurs stärkten ihr Selbstvertrauen zusätzlich. „Neue Sachen zu lernen, macht mir Spaß, sonst ziehen die anderen vorbei“, sagt Marla Martwich.
Zwischen Beruf und Studium: Zukunft voller Perspektiven
Seit Anfang 2025 arbeitet Marla Martwich als Junior Financial Analyst im Sales-Controlling, 20 Stunden pro Woche bei der MAPA GmbH, daneben studiert sie Finanzmanagement. Langfristig möchte sie im Bereich Finance bleiben, sich weiterbilden und Verantwortung übernehmen.

Peter Lichterbeck, Geschäftsführer der MAPA GmbH, ihre Eltern und Christoph von Speßhardt, Hauptgeschäftsführer der IHK Elbe-Weser, sind stolz auf Marla Martwich. Foto: IHK Elbe-Weser
Für junge Menschen, die eine Ausbildung in Erwägung ziehen, hat sie einen Rat: „Abiturienten wird oft vermittelt, dass ein Studium der einzige Weg ist. Aber praktische Erfahrungen in einer Ausbildung sind genauso wertvoll – am besten probiert man es aus und schaut, ob es passt.“