Zähl Pixel
Landwirtschaft

TMesse zeigt Trend: Regionale Eier und Geflügel werden gefragter

Christine Bremer bei der Tarmstedter Ausstellung: Sie ist Direktvermarkterin und bekannt geworden durch die Hofgeschichten im NDR-Fernsehen.

Christine Bremer bei der Tarmstedter Ausstellung: Sie ist Direktvermarkterin und bekannt geworden durch die Hofgeschichten im NDR-Fernsehen. Foto: Hennings

Christine Bremer zeigt auf ihrem Biohof im Landkreis Uelzen, wie Geflügelhaltung mit alten Rassen, moderner Zucht und Direktvermarktung funktioniert.

Von Sabine Hennings 20.07.2026, 11:00 Uhr

Tarmstedt. Christine Bremer hält auf ihrem Biohof im Landkreis Uelzen Geflügel. Mit Puten hat sie angefangen, inzwischen gehören auch Hühner dazu. Das Leben auf ihrem Hof kennen inzwischen viele Menschen, denn sie hat regelmäßig ein Fernsehteam zu Gast, das auf dem Hof der Familie Bremer die Hofgeschichten des NDR dreht.

Die Landwirtin vermarktet ihre Geflügelprodukte selbst im Hofladen und online, erzählte sie am Bioland-Stand auf der Tarmstedter Ausstellung. Von der Brut bis zum Braten, wie sie es bezeichnet. Sie hat viele feste Kunden, die nicht nur ihre Produkte schätzen, sondern auch ihre Expertise als Fachfrau für Geflügelzucht und -haltung. Geholfen hat ihr auf dem Weg zur Direktvermarktung ihre Präsenz im Fernsehen.

Als sie vor sieben Jahren mit ihrem Mann die Hofstelle gekauft hatte, schaffte sie zunächst Puten an. Aber es sollten auch unbedingt Hühner sein. Nicht die hybriden Hochleistungstiere, die höchstens ein Jahr leben, sondern alte und regionale Rassen. Das Problem? Die hatten noch nicht die Aufgabe, Eier am laufenden Band zu legen und sind daher für eine wirtschaftliche Haltung nicht geeignet.

Mobile Systeme sind automatisiert und wirtschaftlich

Die Lösung? Alte Rassen veredeln. Seitdem leben bei Christine Bremer ihre „Zuckerschnecken“, die fast ausgestorbenen und regionalen Ramelsloher Hühner gekreuzt mit White Rock Hühnern, eine robuste amerikanische Haushuhnrasse. Diese moderne Rasse legt mehr Eier als das Ramelsloher, das Fleisch lässt sich gut vermarkten und die „Zuckerschnecken“ leben länger, unter anderem, weil sie sich als resistent gegen Viren erwiesen haben, erklärt die Landwirtin.

Wie ein Hühnermobil aufgebaut ist, erfahren die Besucher der Tarmstedter Ausstellung vor Ort.

Wie ein Hühnermobil aufgebaut ist, erfahren die Besucher der Tarmstedter Ausstellung vor Ort. Foto: Hennings

Geflügel als zweites Standbein für Landwirte gewinnt zunehmend an Bedeutung, das merkt auch das Unternehmen Mobei, das mobile Stallsysteme für Geflügel auf der Tarmstedter Ausstellung anbietet. Kai Obst berichtet, dass sie seit fünf Jahren dabei sind. Seitdem ist die Nachfrage deutlich gestiegen.

Ein Grund für den gestiegenen Bedarf ist seiner Ansicht nach, dass die Menschen mehr Eier essen. Seitdem die nicht mehr für einen zu hohen Cholesterinspiegel verantwortlich gemacht werden, ist der Verbrauch gestiegen.

Verbraucher wollen regionale Produkte und Transparenz

Sich breiter aufzustellen ist ein Grund, warum immer mehr Landwirte mobile Geflügelställe aufstellen. Wer erst einmal mit einem kleinen Stall angefangen hat, vergrößert sich häufig nach wenigen Jahren, erzählt Kai Obst. „Die Verbraucher entscheiden sich immer häufiger für regionale Produkte, wollen wissen, woher ihre Lebensmittel kommen. Die Freilandhaltung ist die beste Haltungsform, egal ob in der Bio- oder konventionellen Landwirtschaft.“

Gerade die neue Generation der Landwirte ist offen für Neues, setzt auf Netzwerke und mehrere Standbeine. Christoph Sustrate ist bei der Tarmstedter Ausstellung als Vertreter der jungen Landwirte im Verband Bioland. Bereits sein Vater schuf die Basis für den heutigen Obstbaubetrieb im Großraum Hannover, als er der Landwirtschaft den Rücken kehrte und Obstbäume pflanzte.

Heute setzt die Familie mit der eigenen Mosterei auf den Anbau, die Verarbeitung und Vertrieb der eigenen Produkte in Hofläden und online. „Uns hilft sicherlich auch der Standort vor den Toren Hannovers, denn viele Kunden kommen aus der Stadt“, weiß Christoph Sustrate. Aber auch für ihn ist ein enges Netzwerk unerlässlich.

Copyright © 2026 TAGEBLATT | Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel