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Fußball-Landesliga

TMilan Schweiger kann im ersten Cheftrainerjahr mit D/A II Großes erreichen

Milan Schweiger ist seit dieser Saison der Cheftrainer bei D/A II.

Milan Schweiger ist seit dieser Saison der Cheftrainer bei D/A II. Foto: Struwe (Archiv)

Seit dieser Saison ist Milan Schweiger Cheftrainer der zweiten D/A-Mannschaft. Es winkt der maximale Erfolg. So tickt der Neue. Zwischen Anspruch und Understatement.

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Von Jan Bröhan
Freitag, 24.04.2026, 14:50 Uhr

Drochtersen. Vor dem anstehenden Derby gegen A/O blockt Milan Schweiger ab, wenn es um die so gut wie sichere Meisterschaft geht. D/A II hat derzeit 15 Punkte Vorsprung, sollten die Verfolger ihre Nachholspiele gewinnen, wären es noch immer 12 bei noch sechs ausstehenden Saisonspielen. Zudem steht D/A II im Finale des Bezirkspokals.

„Ich bin lieber für Understatement“, sagt Schweiger, der souveräne Tabellenführer sollte auch den Saisonendspurt mit der angemessenen Demut angehen. Die Floskel „immer von Spiel zu Spiel denken“ hat bei Schweiger Gewicht. Das forderte er schon bei der Mannschaftsansprache im Trainingslager vor der Saison.

„Wir wussten um unsere Qualität“, sagt Schweiger, mit den Neuzugängen habe sich die Mannschaft, die sich unter seinem Vorgänger Benjamin Zielke, jetzt der sportliche Leiter, und ihm als Co-Trainer schon stetig weiterentwickelt hatte, nochmals „in der Breite wie in der Spitze“ besser aufgestellt.

Im Bezirkspokal hat D/A II auf dem Weg ins Finale auch in Ahlerstedt gewonnen. Im Liga-Hinspiel gab es im Derby ein 2:2.

Im Bezirkspokal hat D/A II auf dem Weg ins Finale auch in Ahlerstedt gewonnen. Im Liga-Hinspiel gab es im Derby ein 2:2. Foto: Struwe (Archiv)

„Ich habe der Mannschaft gesagt, dass wir jeden schlagen können. Wenn wir aber meinen, nur 90 Prozent geben zu müssen, dann kann uns auch jeder besiegen“, erzählt Schweiger. Die Mannschaft habe das verinnerlicht, deshalb bekomme sie an jedem Spieltag aufs Neue „die Galligkeit und den Biss“ auf den Platz.

Das ist seine Idealvorstellung vom D/A-Spiel

Zweieinhalb Jahre lang war Schweiger Co-Trainer der Landesligamannschaft, trainierte zuvor die U19. Schon in der vergangenen Saison hat er in der Trainingsgestaltung immer mehr Verantwortung und Freiheiten bekommen, weil Benjamin Zielke beruflich eingeschränkt ist.

Dass Schweiger Cheftrainer wurde und Zielke sportlicher Leiter war also ein nachvollziehbarer Prozess. „Wir wollten die beste Lösung für das Team und den Erfolg“, sagt Schweiger. So kommunizierte es D/A auch vor der Saison. Das Ergebnis untermauert die Entscheidungsfindung.

Schweigers Spielidee greift in dieser Saison mit Wucht. Attraktiven, laufintensiven Offensivfußball möchte er sehen. Durch aggressives Pressing will er den Gegner hoch in dessen Hälfte stressen, Bälle gewinnen. Dabei möchte er viele Positionswechsel, gute Lösungsfindungen und zielstrebigen Fußball sehen. „Mit Spielfreude dominant sein“, sagt er.

Schweiger entscheidet sich früh für den Trainerweg

Seit seinem siebten Lebensjahr kickte der Drochterser Schweiger bei D/A. Sein Jahrgang war erfolgreich. In der U17 spielte er beim JFV A/O/H, um Regionalligaerfahrung zu bekommen. Er kehrte zu D/A zurück und zog sich als U18-Spieler einen Kreuzbandriss zu. „Da habe ich einen anderen Blick aufs Spiel bekommen, habe viele Spiele von der Tribüne gesehen“, erzählt Schweiger, er habe Taktiken hinterfragt und analysiert. Das sei „drin geblieben“.

In seinem ersten Herrenjahr darf Schweiger unter Enrico Maaßen auch bei der Regionalligamannschaft mittrainieren, er bekommt einen Kurzeinsatz. „Als Spieler habe ich gemerkt, dass es nichts wird. Ende am Horizont“, sagt Schweiger, der immer so „professionell wie möglich werden wollte“. Zudem war das die Coronazeit.

„Ich habe dann relativ früh entschieden, dass ich lieber eins zu 100 Prozent mache, als beides zu 50 Prozent“, sagt der erst 24 Jahre alte Schweiger. Als Co-Trainer von Frithjof Hansen (war auch Vorgänger von Oliver Ioannou in der Regionalliga) bei der U19 habe er dann „viel gelernt“, auch von Maaßen hat er viel mitgenommen.

Er investiert viel und wird vom System ausgebremst

Der 24-Jährige hat schon seit vier Jahren die B-Lizenz. Im Normalfall hätte Schweiger nach seinem Selbstverständnis schon lange die A-Lizenz gemacht. „Aber das neue DFB-Model lässt das nicht zu“, sagt Schweiger. Demnach müssen die Trainer nötige Punkte in einem sehr schematischen System sammeln. Er bringt schon mal keine wertvollen Spielererfahrungen mit, kann als Versicherungskaufmann auch keine beruflichen Punkte einbringen.

Nach seinem zweiten Cheftrainerjahr in der Oberliga könnte er der A-Lizenz näher kommen. Schweiger sagt klar, dass er als Trainer so weit kommen möchte wie möglich.

Dafür investiert er viel. Dreimal in der Woche ist er nach seinem Job und anschließendem Training erst ab 21.30 Uhr zu Hause. Montags verbringt er mit Analysen und Vorbereitungen. Am Wochenende stehen die Spiele an. Mittwoch ist sein freier Tag. Komplett vom Fußball wird er da sicherlich auch nicht abschalten können.

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