TMillioneninvestition: Wie diese Stader Mensa zum Vorbild werden soll
Grundschulleiter Marc Rohde freut sich über aufgeschnittenes Schulobst, das allen Kindern zur Verfügung steht. Bald entsteht hier eine neue Mensa. Foto: Stehr
Die neue Mensa soll Schule und Stadtteil verbinden. Im Bildungshaus Hahle in Stade entsteht aber nicht nur ein Ort für gemeinsames Essen.
Stade. An der Grundschule im Bildungshaus Hahle passiert etwas, das Strahlkraft weit über die Stadtgrenzen hinaus hat, ist sich Grundschulleiter Marc Rohde sicher. Die neue Mensa wird zum Herzstück des Schullebens umgestaltet. Der dafür geplante Anbau soll zum Vorbild für die Schule der Zukunft werden. Wie ist das gemeint?
Neue Mensa soll mehr sein als ein Verpflegungsort
„Die Mensa muss mehr sein als ein Verpflegungsort“, sagt Marc Rohde. In Zeiten von Ganztagsschule, in denen die Kinder fast 40 Stunden wöchentlich in der Schule verbringen, müsse es Raum geben. Raum für Stille und Aktivität, für Begegnung und Rückzug, für forschendes Lernen und Begegnung von Schülern verschiedener Kulturen.
Der geplante Anbau und die damit verbundene Umgestaltung des Mensabereichs schaffen genau diesen Multifunktionsraum für die 180 Schülerinnen und Schüler. Nach einem Entwurf der Gebäudewirtschaft Stade (GWS) entsteht durch Wanddurchbrüche auf insgesamt 300 Quadratmetern eine flexibel nutzbare Fläche mit Terrasse. Lehrküche, Beratungs- und Besprechungszimmer werden integriert.

An der Grundschule im Bildungshaus Hahle entsteht in Verlängerung der Mensa neuer Raum für die Schulgemeinschaft. Wo Grundschulleiter Marc Rohde steht, wird neu gebaut. Foto: Stehr
Die Mensa spiele als Lernort für gesunde Ernährung und gemeinsames Essen eine wichtige Rolle, sagt Marc Rohde. Wie berichtet gehört seine Grundschule zu einer von sieben Schulen in Niedersachsen, die das Land mit dem Programm „Lernort Mensa - Ernährungsbildung stärken“ fördert. Unter anderem schafft die Schule darüber einen sogenannten Kulturküchencontainer an.
Eltern bereiten Essen für die Kinder zu
Während der Bau des neuen Multifunktionsraums voraussichtlich 2027 beginnt, wird der Kulturküchencontainer bereits in diesen Tagen auf dem Schulhof aufgestellt. Er soll die Mensa nach draußen verlängern und als „Begegnungsort am Übergang“ Schule und Stadtteil verbinden.
Und zwar unter anderem, indem Eltern hier aktiv einbezogen werden. Die Idee: Eltern bereiten Speisen aus ihren Herkunftsländern zu und bieten es den Kindern in den Pausen an.
Weil es im stark durch Siedlungsbau geprägten Hahle auch einige Eltern gibt, die nicht gut Deutsch sprechen, sollen in der neuen Mensa Sprachbarrieren abgebaut werden. Dazu sind Kooperationen mit externen Partnern geplant. Kinder können dann auch gemeinsam mit Eltern kochen.
Schon jetzt finden in der Grundschule regelmäßig Kochkurse statt, bei denen Kinder gemeinsam Gerichte planen, einkaufen, zubereiten und essen. Außerdem gibt es kulinarische Leseabende, zu denen Eltern selbst zubereitete Speisen mitbringen.
In einer 2025 eingerichteten Familienklasse spiele das gemeinsame Essen ebenfalls eine wichtige Rolle, sagt Marc Rohde. Hier lernen Eltern einmal in der Woche für drei Stunden gemeinsam mit ihren Kindern und können sich austauschen.
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Sowohl Grundschul- als auch Kita-Eltern haben auf dem Gelände des Bildungshauses zudem die Möglichkeit, Hochbeete zu pachten und dort gemeinsam zu gärtnern. Einen Teil der in den Beeten angebauten Kräuter und Gemüsepflanzen verarbeiten die Kinder selbst in der Schulküche.
Kinder begleiten, statt sie nur aufzubewahren
„Wir wollen alle aktiv einbeziehen und die Kinder nicht nur aufbewahren, sondern begleiten - zusammen mit ihren Familien“, sagt Marc Rohde. Die neue Mensa soll dabei helfen.
Bei der Realisierung des Anbaus profitiert die Grundschule im Bildungshaus Hahle vom bundesweiten Startchancen-Programm. 70 Prozent der Baukosten in Höhe von 1,6 Millionen Euro werden darüber finanziert. Die verbleibenden 30 Prozent übernimmt die Hansestadt Stade als Schulträger. Die Stadt stellt darüber hinaus noch 48.000 Euro für die Raumausstattung zur Verfügung.
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