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Momoto

TMit dem Mofa quer durch Deutschland - und ein Stopp in Wangersen

Die Durchfahrer der Mofa-Tour an der Baumallee in Wangersen.

Die Durchfahrer der Mofa-Tour an der Baumallee in Wangersen. Foto: Laudien

Tausende Kilometer auf dem Sattel: Mofa-Fahrer aus ganz Deutschland machen bei der Momoto mit. Warum der Zwischenstopp in Wangersen ein besonderer ist.

Von Susanne Laudien 26.08.2026, 15:50 Uhr

Ahlerstedt. Ein Duft von Zweitaktgemisch liegt in der Luft. Etliche Mofas und Mopeds knattern über einen Feldweg in Wangersen. Danny Solterbeck ist mit seiner Zündapp dabei. Der 50-Jährige ist quasi der Motor des Mofa-Clubs „EMC Zweitakt Möwen“ aus Kiel. Solterbeck nimmt zum ersten Mal an der Momoto (Mofa- und Moped-Tour) durch ganz Deutschland teil. „Das Mofa war meine erste Freiheit mit 15“, erklärt der Kieler.

Nach Motorrad und Auto habe er inzwischen wieder auf die Entschleunigung des Mofas umgesattelt. An der Momoto, die alle zwei Jahre stattfindet, wollte er unbedingt mal teilnehmen. „Die Tour kennen eigentlich alle in der Szene.“ Seine Zündapp ist mit Zelt und Gepäcktaschen beladen. Auf der Strecke von Regensburg nach Flensburg kümmert sich an jedem Zwischenstopp ein lokaler Mofa-Club um die Tour-Teilnehmer.

Alles ist bestens organisiert. Dafür sorgt Tim Lais, der in der Nähe von Freiburg (Breisgau) lebt. „Wir sind am 28. Juli in Regensburg gestartet und werden am 28. August in Flensburg sein“, sagt Lais. Er arbeitet sonst im Außendienst eines Maschinenbauunternehmens und bummelt jetzt für die Tour seine Überstunden ab. Jeder, der ein Mofa oder ein Moped bis 50 Kubik hat, kann bei der Tour mitfahren.

Tausende Kilometer mit 25 km/h

14 Leute fahren diesmal die gesamte Strecke - 32 Etappen, fast 3000 Kilometer, mit 25 km/h. Andere klinken sich je nach Zeit für eine oder mehrere Etappen ein. „Mofafahren macht einfach viel Spaß und verbindet. Über 300 Mofa-Clubs gibt es mittlerweile in Deutschland“, sagt der 37-jährige Organisator.

Anthony Schelling von den Ahlerstedter Kolbenfressern mit seiner Simson.

Anthony Schelling von den Ahlerstedter Kolbenfressern mit seiner Simson. Foto: Laudien

Der Zwischenstopp in Wangersen an einer Baum-Allee ist nicht nur für Anthony Schelling und die anderen Mitglieder des Ahlerstedter Mofa-Clubs Kolbenfresser etwas ganz Besonderes. Sie erhalten hier eine Spende über 800 Euro. Das Geld wurde an den bisherigen Zwischenstationen gesammelt, um weitere Bäume an der Baumallee in Wangersen, der sogenannten Momoto-Allee, zu pflanzen.

„Ein Ausgleich für unseren CO2-Fußabdruck“, erklärt Schelling. 110 Bäume wurden dort bereits dank der bisherigen Mofa-Touren mit dem Ahlerstedter Bauhof und Trees for Bees aus Wangersen gepflanzt.

Doch nicht nur der ökologische Gedanke, sondern auch das Wiedersehen mit guten Freunden aus anderen Mofa-Clubs sorgt für große Freude. „Jeder, der Bock hat, kann bei uns mitfahren. Lediglich Mofa, Kutte und die Leidenschaft gehören dazu“, sagt der Ahlerstedter Schelling.

„Wir sind hier wie eine richtige Familie und jeder hilft jedem.“ Der Ahlerstedter Club ist einst mit acht Mofa-Fahrern gestartet und mittlerweile fahren 34 Mitglieder im Club auf Mofas und Mopeds ab. Moderne Roller oder Plastik-Maschinen seien allerdings ein absolutes No-go. Es muss schon ein richtiges Mofa sein, bekräftigt Schelling.

Heike Schimanski, Gina Roth und Nancy Pleger (von links) sind seit fast einem Monat jeden Tag auf Tour mit ihren Mofas.

Heike Schimanski, Gina Roth und Nancy Pleger (von links) sind seit fast einem Monat jeden Tag auf Tour mit ihren Mofas. Foto: Laudien

Mofa-Fahrer seit der Jugendzeit

Zu den Durchfahrern der diesjährigen Tour, die einen Monat lang jeden Tag auf dem Sattel sitzen, gehören auch drei Frauen: Nancy Pleger (58) aus Dorsten (Nordrhein-Westfalen) mit ihrer Hercules Prima 5 und Heike Schimanski (62) mit ihrer Tomos Flex vom Mofa-Club „Hardt am Limit“ sowie Gina Roth aus Freiburg (Breisgau) mit ihrer Simson S51 vom Club „Funfziger Union Chrom Kolbe“. Auch sie loben den Spaß am Fahren und die gute Gemeinschaft.

Aus Bremen sind mehrere Mofa-Fahrer vom Club „Crown Moped Crew“ angerollt; sowie auch vom Club „Urtypen Ecke Nord“ aus Harsefeld. „Ich bin von der Arbeit schnell zu dem Zwischenstopp in Wangersen gekommen und habe es noch rechtzeitig geschafft“, freut sich einer der Harsefelder Mofa-Fahrer, bekannt als „Gringo“.

Stephan Zernechel aus Lüneburg ist einer von 26 Mitgliedern des Clubs „Alarm für Mofa 11“. Vor zwei Jahren sei er lediglich zwei Etappen mitgefahren. Diesmal knattert er fünf Etappen mit. Für die Tour habe er eine Woche Urlaub genommen. „Neben gemeinsamen Ausfahrten beteiligt sich unser Club auch an gemeinnützigen Aktivitäten im Ort wie Gartenarbeit für die Kirche oder wir unterstützen den Schützenverein.“

Er sei schon in seiner Jugend gerne Mofa gefahren und habe sich vor sechs Jahren wieder ein Mofa angeschafft. „Meine alte Zündapp wird dieses Jahr 50“, erzählt er stolz. Bei der Tour in zwei Jahren, die dann vom Norden nach Süden führt, möchte der Lüneburger unbedingt wieder mitfahren.

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