TMit vier Jahren Verspätung: Drochtersen schafft Platz für 180 Menschen
Drei schmale Flurstücke unten am Rand des Fasanenwegs wollen Investoren erschließen. 50 Bauplätze sollen entstehen. Foto: Martin Elsen
Investoren werden mehr als vier Jahre ausgebremst. Bewerber stehen Schlange. Die Drochterser Politik bringt jetzt im zweiten Anlauf ein neues Baugebiet auf den Weg.
Drochtersen. Nach einer mehr als vierjährigen Hängepartie kommt wieder Bewegung in das Drochterser Baugebiet An der Elbmarsch. Die Mitglieder des Ausschusses für Gemeindeentwicklung, Umwelt und Tourismus haben in ihrer Sitzung am Montag einstimmig die entsprechenden Empfehlungen an den Gemeinderat abgegeben. Doch was bedeutet die Änderung des Flächennutzungsplans und die Aufstellung des Bebauungsplans Nr. 90?
Was in diesem üblichen Verwaltungssprech daherkommt, ist übersetzt die rechtliche Grundlage für die Erschließung von knapp 50 Baugrundstücken in der Nähe des Fasanenwegs in Drochtersen. Wenn es nach der Drochterser Firma HanseArt Grundstücksentwicklungsgesellschaft GmbH & Co. KG geht, könnte die Erschließung bereits im Spätsommer 2026 beginnen.
So verdienen die Investoren am Baugebiet
Die Architektin Esmer Ülker-von Allwörden und ihr Mann Peter von Allwörden stecken hinter der HanseArt. Das Unternehmen plant das Baugebiet und geht finanziell in Vorleistung in Sachen Erschließung. HanseArt lässt zum Beispiel Anschlüsse verlegen, schafft die Kanalisation und baut die Haupterschließungsstraße. Am Ende verdient die Firma mit dem Verkauf der fertig erschlossenen Grundstücke Geld. Das hätte HanseArt schon vor mehr als vier Jahren gern getan.
Der Grund für den langen Stillstand: Die Drochterser Kläranlage am Gauensieker Hafen hatte keine Kapazitäten mehr. Bereits 2016 war klar, dass die 1967 errichtete Anlage zu klein ist. Sie war auf rund 7500 Einwohner ausgelegt, reinigte aber jahrelang das Abwasser von etwa 8000 Bürgern. Platz für noch mehr gab es also nicht.
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Der Landkreis Stade gab entsprechend kein grünes Licht für die Erschließung des Baugebiets An der Elbmarsch. Weil jetzt mit dem Ausbau der Kläranlage begonnen wurde, haben sich die Vorzeichen aus Investorensicht zum Positiven verändert.
So groß sind die einzelnen Baugrundstücke
Von den 50 Bauplätzen ist nach Aussage von Esmer Ülker-von Allwörden bereits die Hälfte verbindlich reserviert. Die ernsthaften Bewerber hatten ihre Reservierung demnach über Jahre aufrechterhalten. Locker Interessierte soll es weit mehr gegeben haben.

Etwa 180 Menschen könnten in dem neuen Wohngebiet leben. Familien sind die Zielgruppe. Foto: Cappel + Kranzhoff
„Die Leute waren aber vorsichtig, weil sie nicht wussten, wie es weitergeht“, sagt Ülker-von Allwörden. Jetzt, wo die Lage bereinigt ist, erhoffen sich die Investoren einen Schub bei den Nachfragen. Ende Mai, so Ülker-von Allwörden, könnten die ersten Verträge abgeschlossen werden.
Die Grundstücke sind zwischen 600 und 800 Quadratmeter groß. Vorgesehen sind Einfamilienhäuser und Doppelhäuser. Zielgruppe sind Familien. Die Investoren gehen davon aus, dass etwa 180 Menschen in das Baugebiet ziehen.
Bei den Grundstückspreisen hält sich Ülker-von Allwörden mit konkreten Aussagen zur Höhe zurück. Nur so viel: Menschen, die auf der alten Bewerberliste stehen, zahlen den damals vereinbarten Festpreis. Aufgrund der Entwicklungen der vergangenen Jahre könnte der Quadratmeterpreis für neue Bewerber „gegebenenfalls leicht angepasst“ werden.
Das hat sich in den Plänen geändert
Die Haupterschließungsstraße des Baugebiets beginnt an der Sietwender Straße, also der Landesstraße 111. Außerdem führen vom Fasanenweg Stichstraßen in das neue Viertel.
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Die Stadtentwickler und Planer des Hamburger Büros Cappel + Kranzhoff hatten während der Fachausschusssitzung am Montag die überarbeiteten Pläne als Grundlage für die Beschlussfassung den Kommunalpolitikern vorgelegt. Geändert hat sich nicht viel im Vergleich zum ersten Aufschlag. Lediglich die Lage einer Grünfläche, des Wendehammers und eines Regenrückhaltebeckens hat sich ein wenig verschoben. Ein Landwirt hatte offenbar Bedenken angemeldet.
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