TMotivator Ioannou: D/A muss im verlorenen Titelkampf weiter abliefern
Sichtbare Enttäuschung bei Jannes Wulff und Tjorve Mohr (hinten). D/A hat mit der Niederlage wohl die Chance auf den Titel verspielt. Foto: Struwe
D/A hat im Titelkampf durch die Niederlage gegen Oldenburg nur noch eine unwahrscheinliche Minimalchance. Die Marschroute bleibt aber dieselbe, für das zweite Ziel.
Drochtersen. Nur eine Woche nach dem gefeierten 3:1-Sieg im Halbfinale des Niedersachsenpokals beim VfB Oldenburg erlebt die SV Drochtersen/Assel im Kehdinger Stadion einen ganz bitteren Abend. Nach der 1:3-Niederlage gegen den VfB Oldenburg gibt es nur noch eine rechnerische Chance im Titelkampf. Realistisch daran glauben mag nur keiner.
„Die Meisterschaft ist damit verloren, das ist ganz klar“, sagte D/A-Präsident nach dem Spiel bei der Pressekonferenz gegenüber den Fans. 1531 Zuschauer kamen am Freitagabend und hofften natürlich auf einen ähnlich rauschhaften Erfolg wie im Pokal gegen denselben Gegner.
Doch die Oldenburger waren besser im Spiel, den Drochtersern wollte wenig gelingen - sie reagierten mehr, konnten ihr druckvolles Spiel nicht aufziehen.
Der gegnerische Trainer hat einen Erklärungsansatz
Dario Fossi gratulierte D/A nachträglich zum verdienten Finaleinzug im Niedersachsenpokal. Sein VfB Oldenburg habe in dem so wichtigen Heimspiel vor einer Woche dem Erfolgsdruck nicht so gut standgehalten. „Heute war der Druck für euch wesentlich höher“, sagte der VfB-Trainer bezüglich des Meisterschaftskampfes.
Fußball-Regionalliga
T Oldenburger Revanche: D/A erleidet heftigen Rückschlag im Titelrennen
Tabellenführer SV Meppen hatte vor dem Spiel mit einem absolvierten Spiel mehr sieben Punkte Vorsprung, nun sind es zehn Punkte und regulär sieben, wenn D/A mit einem Sieg nach Spielen gleichzieht. Und Meppen macht derzeit nicht den Eindruck, im Endspurt noch in zwei von fünf Spielen einzubrechen. Im vorletzten Saisonspiel gastiert Meppen bei D/A.
„Man muss auch verlieren können“, sagte Gooßen nach der Niederlage, das kann auch auf den Titelkampf ausgeweitet werden.
Das Spiel zeigt, wie Nuancen entscheiden
Im Pokal hatte D/A in der Anfangsphase das nötige Glück, kein Gegentor bekommen zu haben. Im jetzigen Wiedersehen fehlten Zentimeter, um D/A auf die Siegerstraße zu führen.

Tjorve Mohr erzielte den Anschlusstreffer. Foto: Struwe
In der neunten Minute klatschte ein feiner Schlenzer von Dennis Rosin an die Latte. Das Spiel hätte mit dieser frühen Führung sicherlich einen komplett anderen Verlauf genommen.
So fehlte D/A die Leichtigkeit. Spielerisch wollte auf dem schwer zu bespielenden Rasen wenig bis gar nichts gelingen. Der VfB verbuchte in der ersten Halbzeit mehr Chancen. Das 0:0 zur Pause ging aber in Ordnung.
Nach der Pause verändert sich die Statik des Spiels
Es waren gerade mal vier Minuten gespielt, da sah Matti Cebulla die Gelb-Rote Karte. Eine Halbzeit in Unterzahl zu spielen, wenn der Gegner auch noch optisch überlegen ist, macht die Aufgabe freilich nicht leichter.

Matti Cebulla fliegt kurz nach der Pause mit Gelb-Rot vom Platz. Foto: Struwe
Trainer Oliver Ioannou klatschte mit dem bedröppelt vom Platz gehenden Cebulla ab. Nach dem Spiel kritisierte er die geahndeten Fouls. „Dann ist man auch etwas selber schuld“, so Ioannou. Gooßen kritisierte dagegen den Schiri, der insgesamt zehn Verwarnungen aussprach, sieben davon gegen D/A.
„Wir haben dann auch den Zugriff verloren“, so Ioannou. Zudem lief es maximal schlecht für den zum Siegen verdammten Gastgeber. Denn in der 67. Minute rutschte Matti Steinmann ein Kopfball beim Klärungsversuch über den Scheitel ins eigene Tor. „Auch noch ein Eigentor“, haderte Ioannou mit dem Pech in einem Spiel, in dem sowieso nicht viel gelingen wollte.

Auch Trainer Oliver Ioannou sah Gelb. Foto: Struwe
Ein mustergültiger Konter in der 74. Minute sorgte für das 0:2. Das 0:3 nur eine Minute später fiel aus stark abseitsverdächtiger Position. Ioannou, der mit dem Torschützen Omohe auf derselben Höhe stand, sah ein „ganz klares Abseitstor“.
Die Mannschaft darf keine PS in der Liga rausnehmen
Die Mannschaft habe „aufopferungsvoll“ gekämpft, lobte Ioannou. Tjorve Mohr erzielte noch den späten Anschlusstreffer. Ohne das Abseitstor wäre vielleicht noch zumindest ein Unentschieden drin gewesen, so Ioannou. Nur: Ein Punkt wäre für die Aufholjagd auf Meppen auch als Niederlage gewertet worden.

Die mitgereisten VfB-Fans machten unter den 1531 Zuschauern im Kehdinger Stadion Stimmung. Foto: Struwe
So bitter die Niederlage auch war mit allen voraussichtlichen Konsequenzen - Ioannou gab sofort die Marschroute für die verbleibenden sechs Spiele vor. „Egal, was jetzt noch geht“, sagt er, „wir müssen von Spiel zu Spiel die Spannung hochhalten.“ Nachlassen, weniger investieren, nur noch Halbgas im Saisonendspurt, in dem das große Ziel verloren scheint - das dürfe sich D/A nicht erlauben.
Die Drochterser müssen für das Pokalfinale weiterhin das Maximale abrufen, fordert Ioannou schon in dem Moment der Niederlage.
Copyright © 2026 TAGEBLATT | Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.