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Naturschutz

TMusste das sein? Warum KBS-Mitarbeiter in Stade Falter-Eier zerstörten

Diesen Schwalbenschwanz hat Reinhard Paulin in Stade fotografiert, kurz bevor KBS-Mitarbeiter die Pflanzen entfernten, auf denen der seltene Schmetterling seine Eier abgelegt hatte.

Diesen Schwalbenschwanz hat Reinhard Paulin in Stade fotografiert, kurz bevor KBS-Mitarbeiter die Pflanzen entfernten, auf denen der seltene Schmetterling seine Eier abgelegt hatte. Foto: Reinhard Paulin

TAGEBLATT-Leser Reinhard Paulin kritisiert eine „radikale Maßnahme“. KBS-Mitarbeiter mähten Eier eines seltenen Schmetterlings einfach weg. Warum?

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Von Lena Stehr
Freitag, 19.06.2026, 05:50 Uhr

Stade. „Musste das sein?“, fragt sich Reinhard Paulin aus Stade. Der Hobbyfotograf und Naturfreund hat kürzlich einen seltenen Schmetterling bei der Eiablage fotografiert. Kurz darauf mähten Mitarbeiter der Kommunalen Betriebe Stade (KBS) die Fläche.

Dill-Bestand ist wichtig für den Schwalbenschwanz

Das Ganze passierte auf dem Spielplatz in der Teichstraße. In einem Randbereich wuchs dort unter anderem Dill. An dieser Pflanze legt der geschützte Schwalbenschwanz gerne seine Eier ab, weiß Sabine Washof von der BUND-Kreisgruppe Stade. Der Dill-Bestand sei für den Schwalbenschwanz von besonderer Bedeutung und sollte beachtet werden.

Viele Flächen würden zu häufig gemäht. Sabine Washof weist in diesem Zusammenhang auf das Bauhoftraining hin. Das findet wie berichtet seit März 2025 in Stade statt. Bauhofmitarbeiter lernen dabei unter anderem, wie öffentliche Grünflächen insektenfreundlich gestaltet werden können. Zwischen Theorie und Praxis gebe es allerdings immer noch gewisse Unterschiede.

Den Mitarbeitenden der KBS lägen Natur- und Artenschutz am Herzen, sagt Stades Sprecher Stephan Voigt auf TAGEBLATT-Nachfrage. Die Fläche am Spielplatz habe aber gemäht werden müssen, weil dort Brombeersträucher und Brennnessel wuchsen.

Ohne ein Eingreifen der KBS wären die Pflanzen in Sicherheitsbereiche rund um Spielgeräte gewachsen. Der Spielplatz hätte dann gesperrt werden müssen. Weiter entfernte Pflanzen seien stehengelassen worden.

Der Schwalbenschwanz zählt mit seinem schwarzen Gittermuster und seinem flatternden und segelnden Flug laut NABU zu den schönsten europäischen Tagfaltern. Das Insekt lebt auf blütenreichen Wiesen und Trockenrasen genauso wie in Gärten mit Möhrenbeeten, Fenchel oder Fliederbüschen. Mit bis zu acht Zentimetern Spannweite ist der flugstarke und wanderfreudige Falter einer der größten Schmetterlinge in Mitteleuropa.

Auf der Roten Liste wird der Schwalbenschwanz als „ungefährdet“ eingestuft. Gebietsweise ist er selten oder in seinem Bestand durch Umweltveränderungen bedroht.

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