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Schicksal

TNach schwerer Krankheit: Krummendeicher findet Traumjob auf Campingplatz

Platzwart Thorsten Weber auf dem Wohnmobilstellplatz in Krummendeich.

Platzwart Thorsten Weber auf dem Wohnmobilstellplatz in Krummendeich. Foto: Helfferich

Seit Mai 2025 ist Thorsten Weber Platzwart auf dem Wohnmobilstellplatz in Krummendeich. „Für mich ist der Minijob das Beste, was mir passieren konnte“, so der 54-Jährige.

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Von Susanne Helfferich
12.08.2026, 05:35 Uhr

Krummendeich. Es ist später Freitagnachmittag. Thorsten Weber schaut auf dem Wohnmobilplatz kurz vorbei, das zweite Mal an diesem Tag. Am Morgen hat er bereits die Mülleimer geleert und gesäubert sowie Seife und Toilettenpapier nachgelegt. Meist ist er mit Fahrrad und Anhänger unterwegs, hat sein Equipment dabei. „Regelmäßig nehme ich auch die Duschvorhänge mit, um sie zu Hause zu waschen“, erzählt der 54-Jährige.
„Ich versuche, hier alles sauber zu halten“, sagt er. Weber ist mit Leib und Seele Platzwart. Doch es kostete ihn viel Überwindung und einen mächtigen Schubs seines Vaters, sich auf den Job zu bewerben.

Ein schwerer Unfall mit Amputation vor Ort

Thorsten Weber ist gelernter Zimmerer und arbeitete bis 2004 in diesem Beruf. Doch dann hatte er einen Betriebsunfall. Von einem Lkw wollte er Material abladen, dabei geriet das Fahrzeug in Schieflage und klemmte seinen rechten Fuß ein. Die Verletzung war so schwer, dass der Vorfuß noch vor Ort amputiert werden musste.

Der Wohnmobilstellplatz in Krummendeich punktet mit Weitläufigkeit und viel Grün.

Der Wohnmobilstellplatz in Krummendeich punktet mit Weitläufigkeit und viel Grün. Foto: Helfferich

Der gebürtige Krummendeicher hatte sich nach dem Unfall in verschiedenen Jobs versucht, machte eine Umschulung für Sicherheitsdienst, jobbte fast zwölf Jahre bei der Citipost und war als Fahrradkurier unterwegs. Schließlich wurde 2023 seine Berufsunfähigkeit anerkannt.

Gut ging es ihm damit nicht. „Ich erkrankte an einer Depression und hatte keine Aufgaben mehr. Drei Jahre wurde ich von einer Reha zur nächsten gereicht.“ Nicht einmal Einkäufe habe er erledigt. Alle Arbeit habe er abgegeben an seine Frau.

„Die Arbeit hat mir aus der Depression geholfen“

Dann suchte die Gemeinde im vergangenen Jahr per Aushang einen Platzwart für den neuen Wohnmobilstellplatz. Vergeblich. Niemand meldete sich darauf. Webers Familie drängte ihn, sich zu bewerben. Doch traute sich das der 54-Jährige nicht zu. Schließlich bewarb sich sein Vater an seiner Stelle. „Der Job sollte meiner sein“, sagt der Sohn lächelnd.

Nachgerüstet: Zwischen den beiden Sanitärcontainern sind jetzt zwei Spülbecken fürs Kochgeschirr montiert.

Nachgerüstet: Zwischen den beiden Sanitärcontainern sind jetzt zwei Spülbecken fürs Kochgeschirr montiert. Foto: Helfferich

Und es geschah, was er sich nie erträumt hatte: „Ich bin mit den neuen Aufgabe ein anderer Mensch geworden. Die Arbeit hat mir aus der Depression geholfen. Ich habe meinen Rhythmus wiedergefunden, bin seither ruhiger und fröhlicher“, erzählt Thorsten Weber ganz offen. Außerdem ist er mit seinem Minijob auch ein Teil des Erfolgs.

Camper bewerten den Platz mit fünf Sternen

Der WoMo-Stellplatz werde auf Online-Portalen durchgängig gut bewertet: 4,5 bis 5 Sterne bekomme er, sagt Thorsten Weber stolz. „Da klopfe ich mir auch selbst auf die Schulter“, sagt der Platzwart selbstbewusst, „ich muss ihn ja auch in Ordnung halten.“

Er selbst schnackt regelmäßig mit den Gästen und bekommt so im direkten Gespräch gute Rückmeldungen.

Die meisten seien sehr zufrieden, lobten die Sauberkeit und Größe des Platzes inmitten der Natur. Außerdem lockt gleich nebenan das Krummendeicher Naturfreibad, für das der Eintritt für Erwachsene nur einen Euro kostet.

Andreas Grell, Silke Gress und Kristina Schindhelm (von links) genießen die Ruhe auf dem Wohnmobilstellplatz in Krummendeich.

Andreas Grell, Silke Gress und Kristina Schindhelm (von links) genießen die Ruhe auf dem Wohnmobilstellplatz in Krummendeich. Foto: Helfferich

Außerdem gibt es etwas versteckt eine Boulebahn und im Bereich des Freibades eine Volleyballanlage.

Einmal habe er mit Ortsbrandmeister Martin Umland auf dem WoMo-Stellplatz einen Grillabend ausgerichtet. 100 Leute seien gekommen, auch die Camper seien dabei gewesen. „Vielleicht werden wir das öfter machen“, überlegt Thorsten Weber, „die Arbeit macht mir richtig Spaß.“

Das bietet der Wohnmobilstellplatz in Krummendeich

  • Die Übernachtung auf dem Wohnmobilstellplatz kostet 20 Euro pro Tag, plus 5 Euro für eine Pfandkarte.
  • Auf dem Krummendeicher Wohnmobilstellplatz finden 16 Wohnmobile und sechs Tiny Häuser Platz.
  • Für die Wohnmobilisten gibt es einen eigenen Stromanschluss. Auch können sie sich Wasser zum Kochen oder für die eigene Dusche abfüllen.
  • Außerdem gibt es zwei Sanitärcontainer mit Duschen, Toiletten und Waschbecken.
  • Neu: Zwischen den Containern sind zwei überdachte Abwaschplätze.
  • Die parkähnliche Anlage hat außerdem Platz für Zelte, die insbesondere von Radtouristen genutzt werden.
  • Was strengstens verboten ist: Die eigene Camper-Toilette darf hier nicht entleert werden. Der nächste Platz, wo das möglich ist, befindet sich in Wischhafen.

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