TNeuer Chef im Rathaus Himmelpforten: Matthias Reichert erreicht fast 80 Prozent
Matthias Reichert und seine Familie im Rathaus-Foyer mit dem Wahlergebnis: Ehefrau Nicole mit Levke auf dem Arm, Jendrik und Carlotta waren die ersten Gratulanten zur Wahl. Foto: Klempow
Matthias Reichert ist der Nachfolger von Holger Falcke als Samtgemeindebürgermeister in Oldendorf-Himmelpforten. Er bekam fast 80 Prozent der Ja-Stimmen.
Oldendorf-Himmelpforten. Er ist gespannt, aber nicht nervös. „Zum ersten Mal seit 26 Jahren ist die Kommunalwahl für mich ganz entspannt.“ Das sagt Holger Falcke, amtierender Samtgemeindebürgermeister in Oldendorf-Himmelpforten, als er am Sonntagabend einen ersten Blick auf die Ergebnisse aus seiner Samtgemeinde wirft.
Wenig später schaut er zusammen mit Matthias Reichert, nominiert als sein Nachfolger, auf das Display im Foyer des Rathauses in Himmelpforten. Der Blick fällt auf zwei graue Balken - der mit den Ja-Stimmen für Reichert als Samtgemeindebürgermeister liegt schon den ganzen Abend bei über 80 Prozent.
Oft die Ersten: Das kleine Behrste ist schnell
Die Behrster hatten als erster Wahlbezirk ein Ergebnis für die Samtgemeindebürgermeisterwahl durchgegeben. „Behrste gehört immer zu den Ersten“, weiß Wahlleiter Michael Krüger. Einzelkandidat Reichert bekam in Behrste 63 Ja-Stimmen - das sind 84 Prozent der abgegebenen Stimmen. Andernorts sind es auch mal 75 Prozent.
T Aufschlag Reichert: Er ist der Kandidat fürs Himmelpfortener Rathaus
Jetzt ist es 20.30 Uhr, ein Wahlbezirk fehlt noch. Gefeiert wird erst, wenn es offiziell ist. Mit Reichert wartet seine Familie. Die Jüngste Levke, Sohn Jendrik, Tochter Carlotta und seine Frau Nicole. Sie haben den Wahltag entspannt verbracht. Zur Ablenkung sei er noch sieben Kilometer joggen gewesen, sagt Matthias Reichert. Später kam die Familie zu Besuch, gegen 20 Uhr ging es ins Rathaus. Jetzt heißt es noch warten auf „Himmelpforten III“.
Der Wirtschaftsförderer und der Landrat
Reichert ist derzeit noch Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung des Landkreises Stade. Während er noch auf dieses letzte Ergebnis wartet, steht sein derzeitiger Chef bereits als gewählt fest. Kai Seefried bleibt Landrat. Die Landratswahl wird zuerst ausgezählt, dann erst folgen die Stimmzettel für die Wahl des Samtgemeindebürgermeisters.

Den Blumenstrauß hatte Holger Falcke (links) dabei. Er gratulierte seinem Nachfolger Matthias Reichert zur Wahl. Foto: Klempow
Gemeinsam mit Familie Reichert und Holger Falcke warten auch Matthias Wolff (CDU), Johann Schlichtmann (FWG), Jörn-Hinnerk Abbe (OLH) und Werner Hinck (SPD) - für die Nominierung von Reichert hatte sich die Samtgemeinde-Politik in einer gemeinsamen Findungskommission auf den Weg gemacht, um zusammen nach einem Nachfolger von Holger Falcke zu suchen. Der verlässt Ende Oktober seinen Posten als Samtgemeindebürgermeister - nach mehr als 26 Jahren.
Freude über das Vertrauen
Zehn Minuten später ist das Ergebnis dann da: Nach Auszählung auch des letzten Wahlbezirks rutscht Reichert einen Hauch unter die 80 Prozent und landet bei 79,73. Er ist nicht der Typ für Freudentänze. Aber er freut sich in seiner ruhigen Art sichtlich über das Vertrauen in ihn: „Ich bin ja noch Newcomer“, sagt er.
T Reichert beim Kneipen-Talk – und dann kam der Kai-Seefried-Vergleich
Die Wahlbeteiligung liegt bei 69,92 Prozent. Vor fünf Jahren, als Holger Falcke im Amt bestätigt wurde, lag sie mit 62,89 Prozent etwas darunter. Jetzt gratuliert Holger Falcke seinem Nachfolger und überreicht einen Blumenstrauß. Gratulationen gibt es auch von den anwesenden Samtgemeinde-Ratsherren. Sie freuen sich für Reichert, haben aber auch immer den Blick auf die aktuellen Ergebnisse aus den Gemeinden. Die trudeln am Abend langsam ein. Erst zum Schluss wird der Samtgemeinderat ausgezählt.
Das Ergebnis der AfD
Bis auf Himmelpforten und Hammah tritt in den Mitgliedsgemeinden jeweils nur noch eine gemeinsame Bürgerliste an. Eine Ausnahme ist Heinbockel, wo Helmut Wintjen für die SPD neben den Kandidaten der Bürgerliste in den Rat einzieht.
Die Frage, wie die AfD, die außer für den Samtgemeinderat nur für den Gemeinderat Hammah antritt, abgeschnitten hat, bewegt alle. Im Rathaus-Foyer, aber auch beim Treffen der CDU im Gasthaus Hellwege in Himmelpforten oder bei der SPD in der Villa von Issendorff. In zwei von vier Hammaher Wahlbezirken liegt die AfD knapp über 30 Prozent (Hammah I) beziehungsweise kratzt an der 30-Prozent-Marke (Mittelsdorf).
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