TNie ohne Brille und Filter: 5 Profi-Tipps zur Sonnenfinsternis im Kreis Stade
Auch bei der partiellen Sonnenfinsternis ist das Licht so stark, dass es die Netzhaut schädigen kann - und ohne Filter auch den Sensor der Kamera. Foto: Marijan Murat/dpa
Der Blick zum Himmel könnte sich am Mittwoch doppelt lohnen: Auf die partielle Sonnenfinsternis folgt eine Nacht der Sternschnuppen. Hier einige Profi-Tipps zur Beobachtung im Kreis Stade.
Landkreis. Gegen 20.07 Uhr am Mittwoch, 12. August, wird die partielle Sonnenfinsternis im Landkreis Stade die maximale Verdunkelung erreichen: Der Mond verdeckt die Sonne dann zu mehr als 85 Prozent. In dieser Nacht werden außerdem viele Sternschnuppen zu beobachten sein. Hier Antworten auf die wichtigsten Fragen für alle, die sich das genauer ansehen oder auch Fotos machen wollen.
1. Wie stehen die Chancen auf gute Sicht?
Nicht perfekt. Laut Nils Damke, Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst (DWD), werden am Mittwoch höhere Wolkenfelder aufziehen. Bei der Sonnenfinsternis stören würden diese aber wahrscheinlich nicht. „Für den Abend sind leichte Schleier angesagt, kurz über dem Horizont kann das etwas störend sein“, sagt Johannes Lüth, Hobby-Astronom und Fotograf aus Guderhandviertel.
2. Was brauche ich, um die Sonnenfinsternis sicher zu beobachten?
Eine Schutzbrille. Wohl dem, der schon eine besorgt hat: Im Kreis Stade sind sie vielerorts ausverkauft, für eine Online-Bestellung dürfte es zu spät sein. Bei Foto-Schattke gab es am Montag in der Filiale in Buxtehude um 15 Uhr noch zwei Brillen, in Cuxhaven fünf, in Stade keine mehr.
Auch Optiker Franz war längst ausverkauft. „Heute waren schon 22 Personen zum Nachfragen im Laden, wir haben gezählt“, berichtete Sarah Müller-Wenk von Optiker Bode in Buxtehude - und dabei hatten sie gar keine Sonnenfinsternis-Brillen im Sortiment.
Im Mond-Schatten: Wie Forscher die Sonnenfinsternis nutzen
Ein direkter Blick in die Sonne kann laut Bundesamt für Strahlenschutz bleibende Augenschäden verursachen. Die Netzhaut besitzt keine Schmerzrezeptoren, weshalb eine Schädigung häufig erst später bemerkt wird.
Für Kinder empfiehlt das Bundesamt darum eine einfache, selbst gebastelte Lochkamera (Camera obscura) aus Pappe als sicherste Methode zur Beobachtung, weil dabei nicht direkt in die Sonne geblickt wird. Sie projiziert das Bild der Sonne durch ein kleines Loch im Karton auf eine helle Fläche. Eine Bastelanleitung gibt es zum Beispiel unter www.sternforscher.de.
3. Wie fotografiere ich die Sonnenfinsternis am besten?
Auch mit einem speziellen Filter vor der Linse. „Sonst kann der Sensor kaputtgehen“, warnt TAGEBLATT-Fotograf Jan-Iso Jürgens. Claus Duderstadt von Foto-Schattke in Stade bestätigt das: „Wenn Sie ohne diesen Filter fotografieren, freuen wir uns, weil wir dann viele neue Kameras verkaufen können.“
Er hat für diese Sonnenfinsternis einige Hundert Filter verkauft, auch kleine für das Fotografieren mit dem Handy. Bei Sven Troszka von Foto-Köpcke in Buxtehude waren Brillen und Filter am Montag ebenfalls längst ausverkauft.
4. Welche Technik brauche ich, um die Sonnenfinsternis gut zu fotografieren?
Ein Zoom-Objektiv mit Filterfolie tue gute Dienste, sagt Astronomie-Fotograf Johannes Lüth: „Je mehr Brennweite, desto besser.“ Er selbst wird die Eklipse mit seinem eigenen Teleskop mit der eingebauten Astro-Kamera fotografieren.
5. Was ist der beste Standort für die Sonnenfinsternis - und was ist mit den Sternschnuppen?
Ein erhöhter Standort mit möglichst freier Sicht in Richtung Sonnenuntergang. „Zum Glück haben wir die Deiche, da bieten sich viele Möglichkeiten“, sagt Claus Duderstadt. Johannes Lüth hat zu Hause in Guderhandviertel seine eigene Sternwarte, könnte sich aber auch vorstellen, dass der Aussichtsturm in Nottensdorf eine gute Möglichkeit bietet.
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Die Astronomie-AG Buxtehude wird sich, wie berichtet, auf den Butterberg in Daensen begeben. Wer bei der Sonnenfinsternis nicht richtig zum Zuge kommt, hat später noch eine himmlische Chance: den Perseidenschauer. „In dieser Nacht erreicht er sein Maximum, also die höchste Anzahl an Sternschnuppen pro Stunde“, erklärt Johannes Lüth.
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