TPferd stirbt nach Attacke auf Weide: Besitzerin steht noch unter Schock
Die Besitzerin von Bella und ihre Schwiegermutter blicken über die Weide, auf der das Pferd zuletzt stand. Für die Familie B. war Bella weit mehr als ein Sportpferd. Sie war ein Familienmitglied, und ihr Verlust hinterlässt eine schmerzhafte Lücke. Foto: rp
Stute Bella wurde in Loxstedt angegriffen, das 16-jährige Tier musste später eingeschläfert werden. Ihre Besitzerin fragt fassungslos: „Wie kann man so liebe Tiere absichtlich verletzen?“
Landkreis Cuxhaven. Die Ereignisse der vergangenen Tage zerren an den Nerven: Sonja B.* steht auf ihrer Weide in der Nähe von Loxstedt. Hier hat ein Unbekannter in der Nacht vom 7. auf den 8. September ihr Pferd offenbar mit einem scharfen und sehr spitzen, dünnen Gegenstand attackiert.
Sonja ist immer noch geschockt. Wenn sie daran denkt, dass ihre 16 Jahre alte Bella – ein ehemaliges Springpferd – eingeschläfert werden musste, ist sie den Tränen nahe.
Im Gespräch mit der Nordsee-Zeitung schildert sie noch einmal, wie sie das alles erlebt hat: Abends bis 20 Uhr kümmerte sich eine Bekannte, die das Tier in ihrer Freizeit pflegt, noch um die beiden Pferde der Familie. Bella kam erst Mitte Juli zu ihren neuen Haltern, um Stute Vartheja Gesellschaft zu leisten.
„Pferde sind Herdentiere und sollten nicht alleine stehen“, erklärt die Eigentümerin. Anders als Bella, die sich ziemlich schnell durch Futter bestechen ließ, lasse Vartheja fremde Menschen nicht an sich heran, sagt sie. Das hat vermutlich dazu beigetragen, dass sie nicht verletzt wurde.
Schock am Morgen, als die Eigentümer auf die Koppel kommen
Am nächsten Tag kamen die Besitzer, um um nach den Tieren zu schauen. Dort fiel ihnen gleich etwas Ungewöhnliches auf: „Bella ist sonst immer am Zaun, aber sie hat es gemieden, nach vorne zu kommen. Und sie stand im Zelt, vor dem hat sie normalerweise große Angst und geht da gar nicht rein.“

Am rechten Bildrand ist noch die Plane zu sehen, mit der Bella nach der Einschläferung abgedeckt wurde, bevor sie abgeholt werden konnte. Foto: rp
Als sie sie dann aus dem Unterstand führten, folgte der Schock: Die Stute lahmte. Sofort verständigten sie den Tierarzt. Direkt über dem Huf klaffte eine tiefe Wunde. Schnell wurde klar, dass es sich nicht um eine selbst verschuldete Verletzung handeln konnte. Denn es gab keine Anzeichen dafür, dass das Tier zum Beispiel durch einen Zaun gelaufen ist. Die Familie schaltete die Polizei ein.
Stute hat sehr gelitten
In den zwei Wochen nach der Tat wurde Bella mit Schmerzmitteln und Antibiotika behandelt. Die sonst so lebendige Stute litt sehr. Auch die Vorbesitzer, die noch mit der Familie in Kontakt stehen, zeigen sich bestürzt. Genauso wie die Nachbarn. „Die freuen sich über die Pferde“, erzählt Sonja. „Oft kommen sie auch mit Kindern vorbei, um nach den Tieren zu schauen.“
Die Pferdebesitzerin ist immer noch fassungslos: „Das schlimme Ereignis hat uns sehr mitgenommen. Bella war ein Seelenpferd im Umgang. Wie kann man so liebe Tiere absichtlich verletzen?“, fragt sie sich immer wieder. Nun hofft die Familie darauf, dass die Ermittlungen der Polizei zum Erfolg führen.
Polizei sieht keine erhöhte Gefahr für Tiere auf Weiden
„Ein Tatverdächtiger ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht ermittelt“, hatte Polizeipressesprecher Carsten Bode mitgeteilt. Weitere Fälle seien der Polizei derzeit nicht bekannt. „Daher sind auch Ratschläge für die Tierhalter derzeit schwierig.“
Aus Sicht der Polizei bestehe aktuell keine erhöhte Gefahr für Pferde auf Koppeln im Landkreis. Bei verdächtigen Beobachtungen oder konkreten Vorfällen sollten Tierhalter jedoch die Polizei informieren und den Sachverhalt anzeigen.
In sozialen Netzwerken hat der Vorfall für große Aufregung gesorgt. Andere Pferdebesitzer riefen dazu auf, Tiere und Kameras im Blick zu behalten sowie auf verdächtige Personen zu achten. Ähnliche Fälle hat es in der Vergangenheit schon häufiger gegeben, so zum Beispiel 2023 in Apensen oder 2017 im Stader Benedixland. Auch bundesweit kommt es immer wieder zu derartigen Ereignissen wie zuletzt bei einer Serie in Nordrhein-Westfalen.
„Wir wissen aus der kriminologischen Forschung, dass es nicht den einen spezifischen Tätertypus gibt. Die Motive sind verschieden“, äußerte sich eine Expertin gegenüber dem WDR.
*Name von der Redaktion geändert.
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