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Entwicklung

TQuast-Haus: Viebrock plant Abriss und Neubau im Harsefelder Ortskern

So soll das neue Quast-Haus an der Marktstraße in einigen Jahren aussehen.

So soll das neue Quast-Haus an der Marktstraße in einigen Jahren aussehen. Foto: Viebrockhaus

Es ist ein riesiges Projekt für die Marktstraße: Dirk Viebrock stellte die Pläne für das Quast-Haus vor. Wer den Laden im Erdgeschoss mieten soll, steht schon fest.

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Von Pauline Meyer
Sonntag, 22.03.2026, 07:00 Uhr

Harsefeld. Mit dem angekündigten Aus für das traditionsreiche Kaufhaus Quast Ende 2026 stellte sich für viele Harsefelder vor allem eine Frage: Was wird aus dem Gebäude an der Marktstraße und was bedeutet das für das Herz des Fleckens? Nun gibt es konkrete Antworten. Auf der jüngsten Mitgliederversammlung des Gewerbevereins Sympathisches Harsefeld stellte Dirk Viebrock vom Bauunternehmen Viebrockhaus seine Pläne für das Areal vor.

Neubau mit Wohnungen und großer Ladenfläche

Klar ist: Das bestehende Gebäude wird abgerissen. Eine Weiternutzung der bisherigen Struktur sei nicht sinnvoll. „Die alten Geschäftsräume sind für modernen Wohnungsbau nicht geeignet und entsprechen nicht mehr den heutigen Anforderungen“, erklärte Viebrock.

Der Neubau soll voraussichtlich im März 2027 beginnen - vorausgesetzt, die noch ausstehende Baugenehmigung wird erteilt. Quast selbst wird seinen Betrieb bereits Ende dieses Jahres einstellen - nach mehr als einem Jahrhundert Firmengeschichte.

Dirk Viebrock von Viebrockhaus (links) und der Vorsitzende des Sympathischen Harsefelds, Matthias von Hein.

Dirk Viebrock von Viebrockhaus (links) und der Vorsitzende des Sympathischen Harsefelds, Matthias von Hein. Foto: P. Meyer

Wie Dirk Viebrock erläuterte, verfolgt das Projekt mehrere Ziele: Ein zentraler Baustein ist die Schaffung von sozialem Wohnraum im Zentrum. „Der Bedarf ist gestiegen, auch in Harsefeld.“ Entsprechende Förderprogramme sollen genutzt werden, auch wenn die Verfahren aufwendig sind. Ergänzt wird das Konzept durch eine gewerbliche Nutzung im Erdgeschoss. Dort ist eine rund 400 Quadratmeter große Ladenfläche vorgesehen.

Für diese Fläche gibt es bereits eine konkrete Perspektive: Ernsting‘s family, die schon heute eine Fläche im Quast-Gebäude mieten, soll künftig die gesamte Fläche nutzen. Gespräche über eine langfristige Anmietung seien fortgeschritten. Während der Bauphase ist ein Umzug in das ehemalige Schuhhaus Reese geplant. Erst kürzlich zog das Pfarrbüro in diese Räume - übergangsweise, bis das neue Pfarrhaus fertiggestellt ist.

Für die Geschäftsstraße sei die Stärkung eines bestehenden Angebots ein positives Signal: „Mehr Fläche bedeutet auch mehr Aufmerksamkeit“, so Viebrock. Die Marktstraße könne so insgesamt profitieren.

Neues Quast-Haus: Arkadengänge und Sandstein

Neben Funktionalität und Nutzung spiele auch die architektonische Qualität eine zentrale Rolle. Geplant sei ein „zeitloses Gebäude, das sich in die Umgebung einfügt“. Vorgesehen sind Arkadengänge, die ein wettergeschütztes Flanieren ermöglichen. Der Entwurf orientiere sich unter anderem am erweiterten Gebäude des Kino-Hotels Meyer. Auch Teile des Bestands sollen wiederverwendet werden.

Der Name Quast-Haus soll die Geschichte des Ortes bewahren, ergänzt durch eine Bronzetafel, die an die Geschichte der Familie und die Bedeutung des Kaufhauses erinnert.

EIn Bild des Quast-Gebäudes aus dem Jahr 1920: Das Geschäft hatte das Schaufenster und den Eingang zur Marktstraße.

EIn Bild des Quast-Gebäudes aus dem Jahr 1920: Das Geschäft hatte das Schaufenster und den Eingang zur Marktstraße. Foto: privat

Matthias von Hein, Vorsitzender des Gewerbevereins, betonte die emotionale Dimension, die das Projekt für den Flecken hat: „Ich bin nebenan aufgewachsen, als Kind bin ich wie viele hier im Ort oft zu Quast gegangen, habe mir die Nase an der Scheibe plattgedrückt.“

Dass Viebrock im Harsefelder Ortskern zum Zuge kommt, ist kein Zufall. Zwischen beiden Familien bestehe seit Generationen eine enge Verbindung, die bis in die Anfänge des Geschäfts 1829 zurückreicht. Die Familie Quast sei daher im Vertrauen auf Viebrockhaus zugekommen. „Auch meine Familie hat eine lange Geschichte mit dem Kaufhaus Quast“, sagt Dirk Viebrock. Schon sein Großvater Gustav Viebrock sei mit dem Haus verbunden gewesen, habe dort eingekauft und an Umbauten mitgewirkt. Für ihn selbst sei das Projekt daher eine Herzensangelegenheit.

Das große Gebäude, zentral gelegen und ortsbildprägend, sei von besonderer Bedeutung für Harsefeld. Entsprechend groß sei auch der Anspruch, den das Unternehmen an die Entwicklung knüpft. „Für Harsefeld müssen wir uns besondere Mühe geben“, habe ihm sein Großvater einst mit auf den Weg gegeben.

Eigentumswohnungen auf jetzigem Parkplatz

Gleichzeitig macht Viebrock keinen Hehl aus den Herausforderungen. Der Abriss und Neubau mitten in der Marktstraße erfordern ein durchdachtes Logistikkonzept. Große Materialmengen müssen abtransportiert werden, der Verkehr soll dennoch weiterlaufen. „Es wird auch mal stauben und Lärm geben“, sagt er. Ziel sei es, die Belastungen so gering wie möglich zu halten. Ein entsprechendes Konzept wird derzeit erarbeitet.

Die Mitgliederversammlung des Sympathischen Harsefeld fand im Eiscafé Dante statt.

Die Mitgliederversammlung des Sympathischen Harsefeld fand im Eiscafé Dante statt. Foto: P. Meyer

Ergänzend zu dem Hauptprojekt plant das Unternehmen ein weiteres Gebäude auf der bisherigen Parkplatzfläche des Quastschen Gebäudes. Dort sollen Eigentumswohnungen mit Tiefgarage entstehen: ein Segment, das in Harsefelds Kern zuletzt kaum entwickelt wurde. Konkrete Details stehen hier allerdings noch aus, da die Fertigstellung des Quast-Hauses Priorität habe.

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