TRätsel um mysteriöses Geräusch in Stade ist gelöst
Klaus-Dieter Schmidt und die Tennisdamen vom Stader Tennis Club am Lönsweg mussten wochenlang ein nerviges Geräusch ertragen. Foto: Stehr
Ein fieses Geräusch nervte die Menschen in Campe. Nach dem TAGEBLATT-Artikel dazu ist plötzlich Ruhe. Interessant! Das dachte sich auch die Redaktion und fragte nach.
Stade. Wenn Klaus-Dieter Schmidt vom Tennis Club Stade in diesen Tagen seine Lauscher weit aufsperrt, hört er vieles. Nur nicht mehr das fiese Geräusch, das wochenlang ihn und seine Nachbarn rund um den Lönsweg in Stade-Campe nervte.
„Irgendwer muss das Geräusch abgeschaltet haben“
Wie berichtet, piepte es täglich zu unterschiedlichen Uhrzeiten - auch nachts - jeweils für wenige Minuten, dann war wieder Ruhe. Es war zum Verrücktwerden. Niemand wusste, woher das durchdringende Geräusch kam. Auch die Stadtverwaltung und die Polizei konnten sich keinen Reim darauf machen. Also ging die Suche weiter. Die Presse wurde eingeschaltet. Eine gute Idee.
Verwundert waren die Geräusch-Gebeutelten, als der unerklärliche Ton kurz nach der TAGEBLATT-Berichterstattung am vergangenen Sonnabend plötzlich verstummt war.
„Es ist ja schön, dass es wieder ruhig ist, aber es wäre auch interessant zu wissen, warum. Irgendwer muss es ja abgeschaltet haben“, sagt Klaus-Dieter Schmidt. Die Redaktion wurde noch einmal aktiv, war selbst neugierig, was ja durchaus zum Beruf gehört.
Weder Staubsauger noch Maulwurfsschreck
Zwischenzeitlich trudelten Leserreaktionen ein. Ein Betroffener schrieb: „Danke für das Öffentlichmachen des Problems. Vielleicht hat Ihr Artikel schon etwas bewirkt: Seit Samstag habe ich nicht mehr dieses penetrante Störgeräusch gehört. Der Verursacher liest vielleicht auch das TAGEBLATT und vermeidet nun die Benutzung des Gerätes, das diesen elenden Ton erzeugt.“
Andere TAGEBLATT-Leser befanden, dass sich der Ton eher anhört wie ein Staubsauger oder glaubten, dass es sich doch um einen Maulwurfsschreck handeln könnte. Dabei hatte die Stadt schon mitgeteilt, dass es sich weder um ein Gerät zur Tiervergrämung im Garten noch um den Fehlalarm einer Sirene oder um ein Baustellengerät handelt.
Peter aus Campe gab den entscheidenden Hinweis
Einige andere Geräuschdetektive wiesen auf Fälle von defekten Heizungsanlagen und Gasthermen hin, bei denen ähnliche Töne auftraten. Man könne das Geräusch sogar einem bestimmten Haus zuschreiben, kommentierte ein TAGEBLATT-Leser. Das Ordnungsamt sei häufiger informiert worden, passiert sei aber nichts. Der entscheidende Hinweis kam von Peter aus Campe.
Der erinnerte sich, dass das Problem vor einigen Jahren schon einmal in seiner Nachbarschaft aufgetreten war. Wir, also die Redaktion, sollten doch mal bei der Wohnstätte, Stades größtem Vermieter, nachhaken. Interne Recherchen bei der Wohnstätte führten tatsächlich zur Lösung des Falls.
Ein Hausmeister hatte den TAGEBLATT-Artikel gelesen und war sich sicher: Das Geräusch kommt von einem Wohnstätten-Mietshaus unweit des Lönswegs. 2019 hatte es hier schon einmal gepiept.
Still und leise: Hausmeister regelte das Geräuschproblem
Auf kurzem Dienstweg informierte er die Haustechnik, eine Firma wurde beauftragt und ein Ortstermin mit dem Heizungsanlagenhersteller vor Ort arrangiert. Der Fehler wurde gefunden. Und abgestellt.
Wohnstätten-Chef Dr. Christian Pape wusste selbst nichts von seinem mitdenkenden Hausmeister, ist aber auch erleichtert: „Es tut uns total leid. Wir hoffen, dass jetzt wieder Ruhe in Campe einkehrt.“ So ist es wohl.
Das TAGEBLATT bittet an dieser Stelle um Verständnis, dass es auf eine komplexe Erklärung des technischen Problems verzichtet. Es hatte wohl mit einem Gebläse und mit Druckluft zu tun. Ein Teil muss nun ausgetauscht werden. Wichtiger als technische Details ist ja auch, dass die Menschen in Campe sich wieder beruhigt aufs Ohr legen können.
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