TSchnapsidee? Student will das Apropos in Stade retten
Lasse Kluge lädt zum 11. März ins Apropos ein. Foto: Stehr
Wenn es nach Lasse Kluge geht, wird das Apropos in der Innenstadt bald zur ersten Stader Genossenschaftskneipe. Dafür braucht er jetzt möglichst viele Unterstützer.
Stade. Das Apropos darf nicht sterben - darin sind sich wohl alle Stammgäste der Stader Kultkneipe in der Kleinen Schmiedestraße einig. Lasse Kluge will jetzt Nägel mit Köpfen machen und den 1981 eröffneten Treffpunkt in der Innenstadt mithilfe einer Genossenschaft retten.
In dieser Kneipe steckt viel Geschichte
Der 21-jährige Stader jobbt seit 2024 einmal in der Woche im Apropos und verbringt auch als Gast gern Zeit hier. „In der Kneipe steckt viel Geschichte, außerdem ist die Atmosphäre toll und hier ist immer was los“, sagt der Jurastudent. Neben dem regulären Betrieb gibt es auch regelmäßig Tanz zum Feierabend und Live-Musik.
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Dass Kneipier Thomas Mäkel aus persönlichen Gründen nach 21 Jahren aufhören möchte, sei im Apropos natürlich Gesprächsthema, sagt Lasse Kluge. Stammgast Boris Bünning, der in der Nachbarschaft eine Agentur betreibt, habe irgendwann das Genossenschaftsmodell ins Gespräch gebracht. „Es war eigentlich eine Schnapsidee, aber nachdem ich mich näher damit beschäftigt hatte, klang das Ganze vielversprechend“, sagt Lasse Kluge.
Kontakt zu anderen Kneipengenossenschaften
Er hat einen Bekannten, der im brandenburgischen Eberswalde Mitglied einer Kneipengenossenschaft ist. Auch mit den Gründern der Genossenschaftskneipe Zur Stumpfen Ecke in Hamburg-Harburg steht er im Austausch. Die Genossenschaft betreibt die Kneipe seit 2022 mit geringfügig Beschäftigten und Ehrenamtlichen. Verschiedene Arbeitsgruppen erarbeiteten vorher unter anderem einen Finanzplan und eine Satzung. Wer mitmachen will, muss mindestens drei Genossenschaftsanteile à 50 Euro kaufen.
Infoabend am 11. März um 18 Uhr im Apropos
Ein Konzept fürs Apropos gibt es noch nicht. „Das sollen alle zusammen entscheiden und erarbeiten“, sagt Lasse Kluge. Deswegen lädt er zum 11. März um 18 Uhr zum Treffen in der Kneipe ein. Auch um zu gucken, ob sich genug Menschen finden, die Geld investieren und auch selbst hinterm Tresen stehen wollen. Mindestens 30 sollten es sein, möglichst auch einige junge Leute, sagt der Student. Je mehr, desto besser.

Lasse Kluge jobbt seit 2024 im Apropos und will nicht, dass die Kneipe schließt. Foto: Stehr
Die Gründung einer Genossenschaft sei vielleicht die einzige Möglichkeit, das Apropos noch zu retten. Weil Thomas Mäkel bisher keinen Nachfolger gefunden hat, wäre nach jetzigem Stand Ende April Schluss.
„Wir brauchen aber solche Orte der Begegnung in der Stadt“, sagt Boris Bünning. Orte, an denen Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen und Meinungen zusammen am Tresen sitzen und sich austauschen. Wo jeder sein könne, wie er ist. Das sei wichtig für die Demokratie.
Das Apropos ist seit 1981 ein solcher Ort. 2004 übernahm Hotelfachmann Thomas Mäkel die Kneipe gemeinsam mit seiner Partnerin, der Köchin Kerstin Genrich. Bekannt war die Kneipe lange Zeit unter anderem für den leckeren und günstigen Mittagstisch. Die legendäre Currywurst sowie diverse Burger-Gerichte gibt es immer noch. Die bereitet Thomas Mäkel selbst zu. Kerstin Genrich kann aufgrund einer Erkrankung nicht mehr arbeiten.
Genossenschaften als Reaktion aufs Kneipensterben
Thomas Mäkels größter Wunsch: Dass das Apropos Kneipe bleibt, wenn er sich verabschiedet. Viel Herzblut ist in das Projekt geflossen. Lasse Kluge hofft, dass er diesen Wunsch - gemeinsam mit anderen Apropos-Unterstützern - erfüllen kann.
Es wäre die erste genossenschaftlich organisierte Kneipe in Stade. In anderen Orten im Landkreis wurde das Konzept schon erfolgreich umgesetzt. Zum Beispiel im Deutschen Haus in Mulsum und in der Brüggerei in Estebrügge. Bundesweit gibt es etliche Beispiele für Genossenschaften, die sich als Reaktion auf das Kneipensterben zusammenschließen, vor allem im ländlichen Raum.
Wer beim Infoabend zur möglichen Gründung einer Kneipengenossenschaft am 11. März um 18 Uhr im Apropos dabei sein will, sollte sich per Mail an apropos.genossenschaft@web.de anmelden.
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