Zähl Pixel
Sammler

TSein Herz schlägt für Teddys: Hans-Dieter Gau wohnt mit 2600 Bären zusammen

Hans-Dieter Gau liebt jeden seiner Teddys und kümmert sich liebevoll, um seine pelzigen Mitbewohner. Foto: Katnic

Hans-Dieter Gau liebt jeden seiner Teddys und kümmert sich liebevoll, um seine pelzigen Mitbewohner. Foto: Katnic Foto: Katnic

Was als Urlaubsgruß an eine Nachbarin gedacht war, entwickelte sich für Hans-Dieter Gau zu einer echten Sammelleidenschaft. Der 79-Jährige hat inzwischen 2.600 Teddybären als Mitbewohner.

Von Ida Katnic Samstag, 14.03.2026, 10:00 Uhr

Hamburg. Teddybären, wohin das Auge reicht. In den unterschiedlichsten Farben und Größen sitzen sie auf der Fensterbank, in Regalen, zwischen Büchern, dem Sofa und dem Tisch. Sogar in der kleinen und schmalen Badewanne von Rentner Hans-Dieter Gau haben sie Platz genommen. „Jedes Mal, wenn ich baden will, muss ich sie erst zur Seite räumen“, lacht der 79-Jährige. Jeder Einzelne hat eine Geschichte und ist dem Sammler ans Herz gewachsen.

Rund 2600 Exemplare hat Hans-Dieter Gau im Laufe der letzten 15 Jahre gesammelt. Ein großer Teil der Teddys ist von der Marke „Steiff“, andere von Herstellern wie „Hermann“, „Martin“, „Clemens“ und „Sigikid“. Der Billigste hat circa 200 Euro, der teuerste um die 800 Euro gekostet. „Ich habe viele Sammlerstücke und limitierte Exemplare“, erzählt er stolz. Einige Bären sind sogenannte Künstlerteddys oder Spezialanfertigungen namhafter Konzern. So gibt es beispielsweise einen von Harley-Davidson und einen von Coca-Cola. Er hat aber auch solche, die nach Prominenten gestaltet sind, wie den Beatles, den Rolling Stones oder Elton John.

So langsam wird der Platz in seiner Wohnung knapp

Bei jedem Exemplar weiß Hans-Dieter Gau ganz genau, wo er ihn hat, und jeder Teddy bekommt bei dem ehemaligen Sachgebietsleiter im Bereich „Rehabilitation“ einer großen deutschen Krankenkasse, einen Namen und einen Ehrenplatz. Wenn er einen neuen Teddy kauft oder geschenkt bekommt, sucht er für ihn den passenden Platz aus, wobei er mittlerweile in seiner 75 Quadratmeter großen Wohnung an die Grenzen stößt. „Wenn ich Besuch bekomme, sind die Leute erstmal erstaunt, dass in meiner Wohnung so viele Bären rumstehen und liegen habe“, erzählt er. Andere, die ihn schon länger kennen, würden sich über die pelzigen Gesellen freuen.

Dabei hatte alles 2011 mit einem Teddy namens „Larry“ von einer Nachbarin angefangen. Den Namen hat Hans-Dieter Gau ihm gegeben, weil es sein eigener Spitzname ist. Der 79-jährige Rentner wollte damals mit seiner Nachbarin eine Reise nach Portugal unternehmen, aber sie ist kurzfristig krank geworden. Damit sie dennoch einen Teil der Reise miterlebt, bat sie ihn, einen Teddy mitzunehmen und mit ihm überall Fotos für sie zu machen. Also begleitete Teddy „Larry“ Gau zu verschiedenen Sehenswürdigen wie Kirchen, Klöstern und Kathedralen in Portugal. Die Fotos mit dem elf Zentimeter großen „Larry“ zeigte Gau nach seiner Reise der Bekannten. Sie freute sich über jeden einzelnen Schnappschuss und hatte so das Gefühl, einen Teil der Reise miterlebt zu haben.

Mittlerweile ist Hans-Dieter Gau professioneller Sammler

Bei „Larry“ ist es allerdings nicht geblieben. Ein Freund von Hans-Dieter Gau arbeitet nämlich bei einem Entrümplungsunternehmen und wie es der Zufall so wollte, fielen ihm immer mal Teddys in die Hand. Also rief er Gau an, schickte ihm Fotos und fragte, ob er den einen oder anderen haben möchte. Natürlich musste der 79-Jährige nicht lange überlege und nahm die Bären bei sich auf, jedes Mal voller Freude, was ihm der Bekannte noch so alles bringen würde. Irgendwann entschied er sich dann, sie professionell zu sammeln und machte sich auf Börsen und im Internet gezielt auf die Suche nach besonderen Exemplaren.

Inzwischen hat der Rentner aus Hamburg rund 2.600 Exemplare gesammelt, die sich auf die ganze Wohnung verteilen.

Inzwischen hat der Rentner aus Hamburg rund 2.600 Exemplare gesammelt, die sich auf die ganze Wohnung verteilen. Foto: Katnic

So wurde nicht nur die Sammlung immer größer, sondern auch die Preise für die die plüschigen Mitbewohner. Für eine größere Sammlung zahlte Gau beispielsweise mal 5.000 Euro und musste dafür sogar einen Kredit bei der Bank aufnehmen. Inzwischen hat seine Sammlung auch einen beachtlichen Wert. Außerdem bekommt er immer mal wieder Anfrage von Menschen, die bei verstorbenen Angehörigen Teddys gefunden haben und einen Käufer suchen oder wissen wollen, was die Teddys wert sind, denn Hans-Dieter Gau ist mittlerweile sowas wie ein Teddy-Experte. Sie werden von ihm liebevoll gepflegt und sollte mal an den Teddys etwas kaputtgehen, führt er kleinere Reparaturen selbst durch oder gibt sie ihn vertrauensvolle Hände bei einem Fachmann.

Die Teddybären sind Gau in den vergangenen 15 Jahren lieb und teuer geworden und deshalb weiß er schon jetzt, was mit ihnen passieren wird, wenn er eines Tages stirbt. Dann sollen seine Enkelinnen die Bären bekommen, denn ihm ist wichtig, dass sie in gute und fürsorgliche Hände kommen. (dly)

Copyright © 2026 TAGEBLATT | Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.

Weitere Themen

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel

3300 Jahre alter Goldschatz wird erforscht

1,7 Kilo Gold, 117 Teile, 3.300 Jahre alt: Warum wurde so viel Gold bei Syke vergraben? Was steckt hinter dem spektakulären Schatz? Forscher wollen jetzt die Geheimnisse der Bronzezeit lüften.