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NFV-Ehrungen

TSeine Einsatzfreude ist bemerkenswert – Die Schiris des Jahres im Kreis Stade

Niyazi Incili freut sich über die Auszeichnung als Schiedsrichter des Jahres im NFV-Kreis Stade.

Niyazi Incili freut sich über die Auszeichnung als Schiedsrichter des Jahres im NFV-Kreis Stade. Foto: NFV-Kreis Stade (nomo)

Der NFV-Kreis Stade hat wieder zahlreiche Schiedsrichter ausgezeichnet. Der Mann des Jahres ist besonders eifrig - und tritt dafür auch ordentlich in die Pedalen.

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Von Jan Bröhan
Dienstag, 03.02.2026, 15:50 Uhr

Landkreis. Niyazi Incili vom Schwinger SC wurde vom NFV-Kreis Stade im Rahmen der DFB-Aktion „Danke Schiri“ als Schiedsrichter des Jahres U50 ausgezeichnet. Der 32-Jährige zeichnet sich besonders durch seine Einsatzfreude aus.

Ob er nun auch den einstigen Regionalliga-Schiedsrichter Felix Armhold von der SV A/O beerben könnte, glaubt Incili nicht. Armhold wurde im vergangenen Jahr zum NFV-Schiri des Jahres gewählt. „Keine Chance“, sagt Incili bezüglich weiterer Ehrungen auf Bezirks- und Landesebene.

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Für Incili kam die jetzige Auszeichnung „völlig überraschend“ und umso mehr hat er sich „gefreut“, wie er sagt. Incili hat erst im Februar 2019 als 25-Jähriger seinen Schein gemacht und war in seinem Lehrgang einer der Ältesten. Seine plötzliche Motivation erklärt er eher untypisch: „Ich dachte, wenn es im Fußball schon nicht so gut läuft, dann kann ich ja mehr pfeifen.“ Er spielte „nur“ in der 1. Kreisklasse. Mittlerweile pausiert er mit dem aktiven Fußball.

In einer Saison kam er auf sagenhafte 79 Einsätze

Incili muss als Schiri nämlich „ausgebremst“ werden, wie es Marcel Baack, Vorsitzender des Schiedsrichter-Ausschusses, in seiner Laudatio sagte. Als der Fredenbecker seinen Schein in der Tasche hatte, war er sofort Feuer und Flamme und kam allein in der Rückrunde 2018/19 schon auf 23 Einsätze.

Die Coronapandemie bremste ihn aus. Umso mehr Gas gab Incili danach. In der Saison 2022/23 kam er auf unglaubliche 79 Spiele. „Das war ein bisschen viel“, sagt Incili und lacht. 30 bis 40 Spiele - „oder auch mehr“ - hat er pro Saison. „Aber ich weiß, dass wir sehr viele Schiris im Kreis haben und dass die auch ihre Einsätze brauchen“, sagt Incili. Er würde eigentlich gern mehr Spiele übernehmen.

Der Schwinger Schiri sei aber immer im „24/7-Bereitschaftsdienst“, so Baack, und wisse gefühlt schon vor den Ansetzern, wenn irgendwo kurzfristig ein Schiri gesucht wird. „Sobald die Nachricht in unserer WhatsApp-Gruppe „Schiri-Gesucht“ raus ist, dauert es keine zehn Sekunden und er hat sich als erstes gemeldet“, sagt Baack.

Deshalb ist seine Einsatzfreude umso bemerkenswerter

Incili hat nämlich keinen Führerschein. Als Assistent wird er natürlich mitgenommen. Als Schiedsrichter hat er meistens zwei andere Optionen. „Mein Vater fährt mich oft, er unterstützt mich noch immer“, sagt der 32-Jährige und lacht. Oder er setzt sich auf sein E-Bike. 25 Kilometer nach Gräpel, um ein Spiel zu pfeifen, scheuen ihn nicht. „Dann bin ich fit“, aufwärmen müsse er sich nach einer Anfahrt mit dem Rad nicht mehr, sagt er und lacht.

Incili pfeift bis zur 2. Kreisklasse bei den Herren, zudem übernimmt er Seniorenspiele sowie Junioren und Frauen bis zur Landesliga. In der Jugend werde schon „viel gemeckert“, sagt Incili, bei den Frauen sei es dagegen „angenehm“.

Sein Ziel ist es, bis in die Kreisliga aufzusteigen. „Ich bin ja nicht mehr der Jüngste“, sagt Incili. Er beschreibt sich als kommunikativen Schiri, der erst mal redet, bevor er die Karte zückt. Als Assistent war er viel mit Roland Aue unterwegs, von ihm wie auch von Marcel Smilari habe er sich viel abgeschaut und Tipps bekommen.

Das sind die anderen Ausgezeichneten

Jung-Schiedsrichter des Jahres ist Per Felzel (17, MTV Hammah). Dieser erwarb im September 2022 mit gerade einmal 14 Jahren seinen Schiri-Schein und wollte seinem großen Bruder Bas nacheifern, der vor zwei Jahren Jung-Schiri des Jahres wurde. 2023 trat Felzel der Fördergruppe bei und gab sein Debüt im Herrenbereich, wurde bis zur Landesliga als Assistent mitgenommen. 2024 feierte er seine Premiere in der Kreisliga.

Per Felzel ist der Jung-Schiedsrichter des Jahres.

Per Felzel ist der Jung-Schiedsrichter des Jahres. Foto: NFV-Kreis Stade (nomo)

Beim Jung-Schiri-Lehrgang in Barsinghausen gehörte er letzte Saison zu den Lehrgangsbesten. Über den Bezirks-Talentkader folgte in dieser Saison der Aufstieg in die Bezirksliga kurz nach seinem 17. Geburtstag.

Sascha Scharf wurde gleich zweimal ausgezeichnet.

Sascha Scharf wurde gleich zweimal ausgezeichnet. Foto: NFV-Kreis Stade (nomo)

Sascha Scharf (55, VSV Hedendorf/Neukloster) wurde gleich doppelt ausgezeichnet: Er wurde Schiedsrichter des Jahres in der Kategorie Ü50. Zudem bekam er für 25 Schiri-Jahre die silberne Verdienstnadel. Scharf begann 1986 als 16-Jähriger, zog zehn Jahre voll durch und gönnte sich dann eine 13-jährige Pause. Seit 2009 ist er wieder an der Pfeife. Zudem ist er bei seinen VSV sehr aktiv, unter anderem als Obmann.

Viele Verdienstnadeln vergeben

Für 40 Jahre Schiedsrichter hat Udo Peters (66, SG Freiburg/Oederquart) die goldene Verdienstnadel bekommen.

Hans-Heinrich Tietje (77, SV Agathenburg/Dollern) bekam für 25 Jahre Schiedsrichter die silberne Verdienstnadel. Er begann erst mit 43 Jahren. Als 2016 die Aktion „Danke Schiri“ vom DFB eingeführt wurde, war er der erste Schiri aus dem NFV-Kreis Stade, der damit in der Kategorie Ü50 ausgezeichnet wurde.

Kai-Uwe Gersmann (60, VSV Hedendorf/Neukloster) ist auch seit 25 Jahren aktiv.

Für 15 Jahre bekamen folgende Schiedsrichter die Verdienstnadel: Marcus Hauschild (40, FC Mulsum/Kutenholz), Tom-Lucas Grube (31, FC Mulsum/Kutenholz), Andre Koch (36, SSV Hagen), Hendrik Höper (30, SV Ahlerstedt/Ottendorf), Kai Moritz (31, MTV Himmelpforten) und Marcel Smilari (39, SV Drochtersen/Assel).

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