TD/A-Heimspiel: Erfolgsdruck gegen Werder
Trainer Oliver Ioannou braucht mit D/A Erfolge gegen Werder und Lübeck. Foto: Jörg Struwe (Archiv, nomo)
D/A steckt im Krisenmodus. Der Präsident hat zuletzt personelle Konsequenzen nicht ausgeschlossen. So steht es um Trainer Ioannou? Und: So soll das Siegen gelingen.
Drochtersen. D/A-Präsident Rigo Gooßen hatte am Wochenende gesagt, dass alles zur Disposition stehe „nach dem kläglichen Ausscheiden im Pokal“. Personelle Konsequenzen hatte Gooßen nicht ausgeschlossen. Somit auch nicht den Posten des Cheftrainers Oliver Ioannou. Nach der 2:4-Niederlage am Freitag gegen Kickers Emden im Viertelfinale des Landespokal-Wettbewerbs herrschte dicke Luft in Kehdingen. D/A wollte sich erst mal sortieren.
Das hat der Verein vorerst offenbar getan. Auf TAGEBLATT-Nachfrage sagt Sportdirektor Sören Behrmann, D/A beobachte die Situation. Seine zentrale Aussage: „Oliver Ioannou bleibt Trainer.“ Mannschaft und Verein müssten schließlich zusammenhalten und zusammenstehen.
Der Sportdirektor macht keinen Hehl daraus, dass sich D/A den Saisonstart „anders vorgestellt“ habe. Die Mannschaft steht nach vier Ligaspielen bereits mit zwei Niederlagen da. Noch schmerzhafter ist das Pokal-Aus gegen Emden. D/A war als Meisterschaftsfavorit ins Rennen gegangen. Vor allem die Defensive patzte in den bisherigen Spielen.
Führungsspieler verletzten sich vor Saisonstart schwer
Aber das ist erklärbar. Mit Liam Giwah und Tjorve Mohr sind zwei der besten Innenverteidiger der Liga ausgefallen. Außerdem spielt D/A seit dem zweiten Spieltag ohne Defensivmann Nico von der Reith. Oliver Ioannou betont immer, die Ausfälle dürfen nicht als Ausrede herhalten. Dabei ist es offensichtlich, dass D/A die Ausfälle aktuell nicht kompensieren kann.
T D/A II lässt die Hochkaräter aus - und verliert in Verden
D/A will, so Behrmann, wieder „Leidenschaft und Emotionen auf den Platz bringen“. „Die Jungs brauchen Vertrauen und müssen erwachsener Fußball spielen“, sagt der Sportdirektor. Er will den Mut sehen, den D/A gegen Emden zeigte, als es schon zu spät war. „Wir dürfen uns nicht zurückziehen nach einer Führung, die Führung nicht nur verwalten“, sagt Behrmann.
Stanislawski soll näher an Mannschaft sein
Wecken will die Vereinsführung die Spieler diesbezüglich in Einzelgesprächen. Dabei soll auch der prominente Berater helfen, der seit Sommer bei D/A mitarbeitet.
T Erfahrungsschatz und Mentalität: So geht Stanislawski das D/A-Projekt an
Holger Stanislawski rücke „dichter ans Team, enger an die Mannschaft“, sagt Behrmann. Der ehemalige Bundesliga-Spieler, -trainer und -manager soll zudem vermehrt beim Training dabei sein.
Hatte Chefcoach Oliver Ioannou in den letzten Tagen eigentlich Angst um seinen Job?
D/A-Trainer kennt die Mechanismen des Fußballgeschäfts
„So ist Fußball, das gehört dazu“, sagt Ioannou, der selbst während der Saison 2023/24 den entlassenen D/A-Trainer Frithjof Hansen ersetzte.
Wenn man die Ambitionen kenne und sehe, wo D/A derzeit steht, sei es ganz normal, dass alles und jeder hinterfragt werde, sagt Ioannou. Er sei aber ständig im Austausch mit Behrmann, Gooßen und Stanislawski.
„Ich konzentriere mich auf das Wesentliche, um die Mannschaft und wie wir das nächste Spiel siegreich gestalten können“, sagt Ioannou. Das ist das, was er beeinflussen kann.
Pokalaus wird sofort aufgearbeitet
Nach der Niederlage im Viertelfinale spielte D/A tags drauf das Benefizspiel für die Hinterbliebenen der Stader Gewalttat. Ioannou bat natürlich auch zur Besprechung und Aufarbeitung.
Der Mannschaft wurden die entscheidenden Schwächemomente bei Standards und im Defensivverhalten aufgezeigt. „Aber natürlich auch die guten Phasen“, so Ioannou. Das müsse die Mannschaft mitnehmen und sie aufbauen.
„Wir sind offen im Umgang mit der Kritik“, sagt Ioannou. Einzelgespräche werden geführt. „Die Jungs müssen sich auch gegenseitig in die Pflicht nehmen“, so Ioannou. Der Anspruch sei ja ein anderer.
Es steht eine „ganz wichtige Woche an“
Am Mittwochabend (19.30 Uhr) empfängt D/A die zweite Mannschaft von Werder Bremen. Natürlich zählt im jetzigen Krisenmodus nur ein Sieg.
Die Kunst besteht darin: „Wir müssen die Schwächemomente abstellen, dürfen keine Unkonzentriertheiten haben“, so Ioannou, „dabei dürfen wir aber nicht zu vorsichtig werden, müssen weiter mutig sein.“
Dass D/A mutigen Offensivfußball kann, hat die Mannschaft gegen Kickers Emden gezeigt. Aber erst, als es zu spät war.
Werder habe während der Saison schon seine offensiven Qualitäten und Spielfreude gezeigt, so Ioannou. Allerdings biete der Tabellenvorletzte immer wieder Räume an, die es gilt zu nutzen.
Am Samstag (16 Uhr) muss D/A dann zum VfB Lübeck. Wenn die Drochterser mit zwei Siegen aus der Woche gehen, sieht die Gefühlslage schon wieder besser aus. Auch das ist Fußball.

Schmerzlich vermisst (von links): Die langzeitverletzten Innenverteidiger Liam Giwah und Tjorve Mohr sowie Nico von der Reith, der aber in dieser Woche zumindest wieder ins Training einstieg. Foto: Struwe
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