TSt. Pankratii: Alte Brüderschaft feiert ein junges Fest
Papierregen im Stadeum - das könnte teuer werden. Foto: Foto Schattke
Es war bereits das 611. und eines der größten Stiftungsfeste in der Geschichte der St.-Pankratii-Brüderschaft in Stade. Was war da los mit 380 Gästen im Stadeum?
Stade. Zu Sonnabend hatte Thomas Stelzer als gastgebender Bruder zusammen mit seiner Frau Svenja im Namen der St.-Pankratii-Brüderschaft geladen. Mit mehr als 380 Gästen wurde im festlich geschmücktem Stadeum bis tief in die Nacht gefeiert.
Heute wird mit Papier geworfen - nicht mehr mit Hühnerknochen
Der Ablauf des Stiftungsfestes folgt Jahrhunderte alten Traditionen. Nach der Begrüßung durch den präsidierenden Ältermann Johann Heinrich Burfeind wird das Festmahl von mehreren, in ihrer Reihenfolge genau festgelegten Trinksprüchen begleitet.

Der gastgebende Bruder Thomas Stelzer (Mitte) mit den Schaffern. Foto: Foto Schattke
Zwischendurch wird, symbolisch für die früheren Hühnerknochen, mit Papier geworfen. Immer mit der Zielsetzung, von einem der Brüder dabei erwischt und zu einem Strafgeld verdonnert zu werden. Zwischendurch wird zu einer Pokalspende aufgerufen. Die Spenden werden den Ärmsten der Stader Gesellschaft zugewendet, wie es nun schon seit 611 Jahren Tradition ist.
Brüderschaften
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Die Trinksprüche eröffnete der Gastgeber Thomas Stelzer mit dem Trinkspruch auf die Gäste. Er steht als Inhaber des Bestattungsinstituts Queren und Sohn in der fünften Generation selber für gelebte Tradition in Stade. Seinen besonderen Dank richtete er den Schaffern aus, die mit ihrer Arbeit im Hintergrund für den reibungslosen Ablauf des Festes sorgen.
Losung für 2025: „Prüft alles und behaltet das Gute“
In dem Trinkspruch auf die Landeswohlfahrt zog Bruder Nico Arp die großen Linien vom 100. Geburtstag der Bundesarbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege bis zur Jahreslosung 2025 „Prüft alles und behaltet das Gute“. Es folgte der Trinkspruch auf den gastgebenden Bruder, in dem Bruder Arne Suhr mit amüsanten Geschichten aus dem Leben des Gastgebers die Gäste unterhielt.
Nach dem Hauptgang folgte der Trinkspruch auf die Frauen und Jungfrauen. Dieser wurde von Bruder Dirk Raitz auf Plattdeutsch entrichtet. Als Mitglied der Stader Hafensänger erzählte er aus dem Leben der Seemannsfrauen und endete mit dem ältesten Seemannslied der Welt, La Paloma in der Version von Hans Albers. Hierfür gab es tosenden Applaus. Nach dem Dessert folgte die Erwiderung der Gäste, zunächst für die Stadt durch den Ersten Stadtrat Lars Kolk und für die Gäste durch Karsten von Hassel. Das Schlusswort hielt Pastor Tobias Grotefend.
Tabakskollegium und Abendball mit Menuett
Nach dem Festmahl ziehen sich die Brüder traditionell zum Tabakskollegium zurück - eine Art Mitgliederversammlung der Brüder. Es konnten vier neue Brüder in alter Sitte aufgenommen werden. Es folgte der Abendball, eröffnet durch den Einmarsch der Brüder. Dann kam das Menuett zwischen dem gastgebenden Bruder und seinem Vorgänger sowie die Übergabe des St. Pankratius auf den ausrichtenden Bruder des Folgejahres. Zu den Klängen der Studiker wurde bis tief in die Nacht getanzt.
Auf Wunsch des gastgebenden Bruders waren besonders viele junge Gäste eingeladen. Es zeigt sich, so die Brüderschaft, dass der Zweck der vier Stader Brüderschaften nichts an seiner Notwendigkeit und Aktualität verloren hat. Das Interesse der jungen Gäste sowie der neu aufgenommenen Brüder seien Zeugnis davon, dass die Traditionen der Brüderschaften ein Versprechen an Beständigkeit für den guten Zweck sind, welche auch in die Zukunft weitergetragen werden sollen.