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Interessenkonflikt

TStader Dirtbike-Park wird umgestaltet: Anwohner üben Kritik

Etwa zwölf Meter von Bianca Rolffs Grundstückgrenze entfernt - hinter den Bäumen - befindet sich der Stader Dirtbike-Park. Dort wird aktuell im großen Stil gebaut.

Etwa zwölf Meter von Bianca Rolffs Grundstückgrenze entfernt - hinter den Bäumen - befindet sich der Stader Dirtbike-Park. Dort wird aktuell im großen Stil gebaut. Foto: Stehr

Die Stadt nimmt viel Geld in die Hand, um den 2024 eröffneten Dirtbike-Park zu erneuern. Die Rolffs sehen Anwohnerinteressen dabei nicht ausreichend berücksichtigt.

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Von Lena Stehr
17.08.2026, 13:30 Uhr

Stade. Bianca Rolff steht auf ihrer Terrasse und hört das permanente Piepen eines großen Baggers. Er schiebt etwa 20 Meter entfernt - auf dem Areal des 2024 eröffneten Dirtbike-Parks - große Erdhügel zusammen. Hier finden gerade Umgestaltungsmaßnahmen im großen Stil statt. Das stört die Rolffs. Aber nicht nur das.

Die Rolffs wünschen sich mehr Lärm- und Sichtschutz

Nur ein kleiner Graben und eine Brombeerhecke trennen ihr Grundstück vom Dirtbike-Park. „Die Brombeerhecke wurde kürzlich zurückgeschnitten und der natürliche Sichtschutz damit deutlich reduziert“, sagt Bianca Rolff. Als unmittelbare Anwohner kritisieren die Rolffs schon seit Beginn des Projekts, dass die Interessen der direkten Nachbarschaft nicht ausreichend berücksichtigt würden.

Es gehe dem Paar ausdrücklich nicht darum, Jugendlichen ihr Hobby zu nehmen oder den Dirtbike-Park grundsätzlich infrage zu stellen, betont Thomas Rolff. Er begrüße ausdrücklich, dass die Stadt Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche schaffe und weiterentwickele. Wenn jedoch weitere öffentliche Mittel in die Anlage investiert würden, sollte auch darüber gesprochen werden, wie der Sicht- und Lärmschutz verbessert werden könne.

Der Dirtbike-Park rücke immer näher an die Wohnbebauung heran. Das habe Auswirkungen auf Privatsphäre und Wohnqualität, meinen die Rolffs. Es komme vor, dass Jugendliche direkt am Graben urinieren. Auch Müll und leere Flaschen würden einfach in der Umwelt entsorgt.

Keine unzumutbare Beeinträchtigung

Auf TAGEBLATT-Nachfrage teilt Stadtsprecher Stephan Voigt mit, dass das Verwaltungsgericht Stade bereits 2024 festgestellt habe, dass durch den Dirtbike-Park keine unzumutbare Beeinträchtigung für Anwohner vorliege. Wie berichtet, war bereits der Bau des Dirtbike-Parks umstritten. Anwohner kamen mit einer Klage aber nicht durch.

Die nun geplanten Arbeiten sollen den Platz attraktiver für die Sportlerinnen und Sportler machen und würden nicht zu einer weiteren Beeinträchtigung führen, so Voigt. Ein Zwölf-Meter-Abstand zu den Grundstücken werde weiterhin eingehalten. Auch die bestehende Brombeerhecke sei weiterhin vorhanden, müsse jedoch jedes Jahr in der Ausbreitung begrenzt werden.

Strecke wird attraktiver, Unfallgefahren minimiert

Die Umgestaltung des Dirtbike-Parks erfolge, weil sich in den Senken bei Regen teilweise große Pfützen bildeten. Die Stadt habe Hinweise bekommen, dass der Platz nach Regen nicht gut nutzbar und für fortgeschrittene Fahrerinnen und Fahrer nicht attraktiv genug sei. Der Platz werde jetzt so hergerichtet, dass Regenwasser besser versickern könne und die Strecke auch für erfahrene Dirtbiker reizvoller werde. Da außerdem viele jüngere Kinder den Platz nutzen, würden bei der Umgestaltung Unfallgefahren minimiert, so Voigt.

100.000 Euro investiert die Stadt in den Dirtbike-Park am Cheruskerweg.

100.000 Euro investiert die Stadt in den Dirtbike-Park am Cheruskerweg. Foto: Stehr

Wie der Dirtbike-Park nach mehrwöchiger Bauphase aussehen wird, haben Kinder und Jugendliche mitentschieden. Im April habe es dazu einen Workshop mit zwölf Sportlerinnen und Sportlern zwischen zehn und 17 Jahren gegeben, sagt Voigt. Die hätten auch bestätigt, dass sie den Dirtbike-Park bei gutem Wetter sehr regelmäßig mit ihren Rädern nutzen.

Die Kosten für die Umgestaltung und Ertüchtigung belaufen sich auf knapp 100.000 Euro. Genauso viel hat die Einrichtung des Dirtbike-Parks seinerzeit gekostet. Ob der benachbarte Spiel- und Bolzplatz so wie ursprünglich vorgesehen ebenfalls umgestaltet wird, sei derzeit noch offen, sagt Stephan Voigt. Die Verwaltung stehe dazu in Gesprächen mit der Politik.

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