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So tickt die Jugend

TStader Erstwähler: Das wünschen sie sich von der Politik

Arvid aus der 10c der IGS Stade meldet sich zu Wort und spricht darüber, welche politischen Themen ihm wichtig sind - zum Beispiel der ÖPNV.

Arvid aus der 10c der IGS Stade meldet sich zu Wort und spricht darüber, welche politischen Themen ihm wichtig sind - zum Beispiel der ÖPNV. Foto: Meyer

Ob ÖPNV oder mehr Freizeitangebote: Die Schüler der 10c von der IGS Stade haben klare Meinungen zu politischen Themen, die sie direkt betreffen.

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Von Rebecca Haardt,
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Von Thies Meyer
23.07.2026, 15:50 Uhr

Stade. Am 13. September wird in Niedersachsen gewählt. Bei Kommunalwahlen liegt das Wahlalter bei 16 Jahren. Das heißt, im September sind viele junge Menschen zum ersten Mal wahlberechtigt. Die Jugendlichen in der 10c der IGS Stade sprechen darüber, welche Themen sie auf Bundesebene und im Kommunalen bewegen.

Sorge um Jobs und Rente

Die Schüler aus der 10c berichten von den Zukunftsängsten, die sie insbesondere im Hinblick auf ihr Arbeitsleben haben. Luca befürchtet, dass es für die Zehntklässler auf dem Arbeitsmarkt schwierig werden könnte: „Wenn fast jeder Job irgendwann von KI übernommen wird, dann haben wir irgendwann keine Jobs mehr.”

Die Schüler sorgen sich außerdem bereits jetzt um ihre Rente. „Du arbeitest dein Leben lang und dann sollst du noch länger arbeiten als die Generation davor. Die Grenze, ab wann man in Rente darf, wird immer höher gesetzt”, sagt Philipp.

Zehntklässler diskutieren über Wehrpflicht

Seit Anfang 2026 gilt der neue Wehrdienst der Bundeswehr. Die Zehntklässler sind alle nach 2008 geboren. Das bedeutet, dass die Jungen aus der Klasse nach ihrem 18. Geburtstag einen Fragebogen von der Bundeswehr zugeschickt bekommen und diesen ausfüllen müssen. Einen verpflichtenden Wehrdienst gibt es in Deutschland nicht.

Ob sie zur Bundeswehr gehen, ist bei den Zehntklässlern umstritten. „Ich habe Angst davor, dass das irgendwann zur Pflicht wird, denn ich habe keine Lust darauf”, sagt Mauro. Einige aus der 10c sehen das anders. Philipp findet es gut, dass wieder etwas für die Bundeswehr getan werde, denn die sei ziemlich vernachlässigt worden.

Xenja ist zwar ebenfalls der Meinung, dass der Wehrdienst wichtig sei; selbst zur Bundeswehr gehen möchte sie jedoch nicht. Philipp merkt allerdings an: „Der Wehrdienst ist auf jeden Fall wichtig für das Land. Und wenn jetzt jeder sagt, habe ich keine Lust drauf, funktioniert es nicht.”

Wenig Freizeitaktivitäten in Stade

Bei der Frage nach Freizeitmöglichkeiten in Stade kommt Unruhe in der Klasse auf. Das Thema bewegt die Jugendlichen. „In Stade kann man nicht viel machen. Es gibt nur das Solemio und sonst muss man nach Hamburg fahren”, sagt Xenja. Sie wünscht sich „irgendwelche Aktivitäten, dass man nicht immer zu Hause sein muss”.

Philipp stimmt ihr zu, ergänzt aber: „In Stade gibt es nicht wirklich noch Platz, an dem man Freizeitaktivitäten für Kinder hinbauen könnte.” Als einzige Idee, mehr Angebote für Jugendliche zu schaffen, sieht er den Surfpark: „Ich glaube, da ist aber die Mehrheit dagegen.”

Schüler enttäuscht von unregelmäßigen Bussen

Viele Jugendliche sind auf Busse und Bahnen angewiesen. Die sind in Stade und Umgebung jedoch nicht ausreichend, wie die Schüler erzählen.

Für Tjark sind die Busanbindungen besonders ungünstig.Wenn er den Bus nach Stade nehmen wollte, müsste er entweder „zwei Kilometer zur Bushaltestelle laufen oder zwei Mal umsteigen, was ordentlich Zeit in Anspruch nimmt.” Außerdem fahre der Bus nur zwei Mal am Tag.

Arvid kennt ebenfalls die Probleme, die mit dem Pendeln aus den umliegenden Dörfern nach Stade einhergehen. Ihn stört vor allem die unregelmäßige Taktung der Busse: „Morgens fahren zwei Busse direkt hintereinander, und der zweite ist eigentlich fast immer komplett leer.”
Haben ihre Meinungen von der internationalen bis zur Kommunalpolitik gesagt: die 10c der IGS Stade und ihre Politiklehrerin Myra Pape (rechts).

Haben ihre Meinungen von der internationalen bis zur Kommunalpolitik gesagt: die 10c der IGS Stade und ihre Politiklehrerin Myra Pape (rechts). Foto: Meyer

Philipp greift manchmal auf das Fahrrad zurück. Doch auch hier sieht der Schüler Probleme: „Viele Fahrradwege sind ziemlich kaputt, so dass man manchmal richtig über den Weg fliegt.”

Digitalisierung in der Schule

„Bei uns ist das Internet richtig schlecht”, sagt Tamme. Er erzählt, dass seine Straße keinen Glasfaseranschluss bekomme, da sie als unwichtig gelte.

Dabei kann schlechtes Internet und mangelnde Digitalisierung für Schüler zu echten Problemen führen. Arvid findet, dass die Digitalisierung, wenn sie nicht konsequent umgesetzt wird, den Unterricht behindert. Zwar sei an der IGS der Schulbetrieb auf iPads umgestellt worden. „Aber dann hat man Probleme, wenn mehrere Leute gleichzeitig versuchen, das neue Schulbuch runterzuladen.”

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TAGEBLATT-Serie: So tickt die Jugend

Wie politisch sind junge Menschen im Landkreis Stade? Wie heimatverbunden sind sie - wollen sie bleiben oder zieht es sie weg? Was müssen Vereine tun, um sie zu begeistern? Wie und wo verbringen sie ihre Freizeit? Wie feiern junge Menschen in der Region? Auf Fragen wie diese gibt es in den nächsten Wochen und Monaten Antworten in der TAGEBLATT-Serie „So tickt die Jugend“.

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