TTödlicher Hochzeitsflug und feine Spürnasen: Fünf Fakten über Bienen
Besonders sanft dank Reinzucht: die Bienenvölker von Zuchtimker Lars Schmolinski. Foto: P. Meyer
Klein und fleißig: Die Biene ist gern gesehener Gast in jedem Garten. Ein Imker verrät spannende Fakten - und welches Obst Sie auf Ihrer Terrasse lieber nicht essen sollten.
Ahlerstedt. Aktuell ist Hochleistungsphase bei den Bienen. Bis zu 15 Mal täglich fliegen die fleißigen Arbeiterinnen in den Sommermonaten aus, um Nektar und Pollen zu sammeln. Zwischen zehn Minuten und einer Stunde kann so ein Ausflug dauern. Nicht unwahrscheinlich also, dass einem Naturfreund aktuell die ein oder andere Biene über den Weg fliegt.
Was die eigentlich so sanftmütigen Tiere gar nicht gerne mögen und was Bienen faszinierend macht, weiß Zuchtimker Lars Schmolinski aus Ahlerstedt.
1. Bananen können sie aggressiv machen
Wenn er eines seiner Völker besucht, weiß Schmolinski genau, was er nicht darf: „Bananen essen“, erklärt er. „Bei Gefahr sondern Bienen ein Sekret ab, das dem Geruch von Bananen gleicht.“ Dadurch könnten die Insekten in Alarmbereitschaft versetzt und möglicherweise aggressiv werden.

Die Bienenvölker von Zuchtimker Lars Schmolinski produzieren rund 40 bis 50 Kilogramm Honig im Jahr. Foto: P. Meyer
Eine klassische Nase haben Bienen nicht - Spürnasen sind sie dennoch: Denn Bienen riechen mit ihren Fühlern. Genauer gesagt mit den feinjustierten Duftrezeptoren an ihren Antennen. Dass ihr Geruchssinn sogar besser ist als der von Hunden, ist überlebensnotwendig. Im Vorbeifliegen können die Bienen erkennen, wo welche Blüte zu finden und anzufliegen ist. Auch miteinander kommunizieren Bienen über Duftstoffe.
2. Nelkenöl soll Stichen vorbeugen
In der Imkerei wird oftmals Nelkenöl als natürliches Mittel gegen Stiche eingesetzt. Wegen der Bienenstöcke in seinem Garten habe Lars Schmolinski seinen Kindern beim Spielen im Sommer einen Tropfen Nelkenöl in den Nacken geschmiert, erklärt er. „Man riecht allerdings noch drei Tage danach“, warnt der 46-Jährige.
Das Öl soll beruhigend und zugleich abwehrend auf Bienen wirken.
3. Bienen sind Gewohnheitstiere
„Die wissen ganz genau, was wo hingehört“, sagt Lars Schmolinski. Wenn er seine Bienenstöcke öffnet, um zu kontrollieren, ob es seinen Bienen gut geht, achtet er penibel auf Ordnung. Daher hat er eine Seite seiner Zargen mit einem Stempel gekennzeichnet, damit sie an die richtige Stelle zurückgehangen wird. Sonst herrsche Aufruhr im Stock.
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Ihr hoch entwickelter Orientierungssinn und ihrer einzigartiges Ortsgedächtnis sind dazu da, um bekannte Futter- und Nistplätze wiederzufinden. Oft nutzen Bienenvölker jahrelang dieselben Plätze, wenn die sich als sicher erwiesen haben.
4. Tödlicher Hochzeitsflug und eine Drohnenschlacht
Leicht haben es männliche Bienen - die Drohnen - nicht. So fleißig wie ihre weiblichen Artgenossen sind sie aber auch nicht: Drohnen sammeln weder Pollen noch Nektar und haben auch keinen Stachel. „Sie sind nur dazu da, um die Königin zu begatten“, erklärt Lars Schmolinski.

Lars Schmolinski imkert seit zehn Jahren. Foto: P. Meyer
Nach erfolgreicher Paarung, dem sogenannten Hochzeitsflug, der ausschließlich in der Luft stattfindet, ist die Drohne allerdings dem Tod geweiht - während der Begattung reißt ihr Geschlechtsteil ab. Die Königin zehrt ein Leben lang von diesem Hochzeitsflug und konserviert das Sperma der Drohnen in einer Samenblase.
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Die Drohnen, die sich nicht gepaart haben, werden im Spätsommer aus dem Stock geschmissen. Das wird auch als Drohnenschlacht bezeichnet, da die Arbeiterinnen hart vorgehen, den Drohnen Futter entziehen und sie zur Not auch beißen.
5. Regionaler Honig statt Hype-Produkt
Einen Ratschlag gibt Imker Lars Schmolinski Honigfreunden noch mit auf den Weg. Von gehypten Sorten, wie dem Manukahonig hält er nicht viel. Zumal weitaus mehr verkauft als tatsächlich in Neuseeland produziert werde.
Sein Tipp: „Der beste Honig ist vom Imker nebenan.“
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