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TTop-Immobilie in bester Lage: Wie ein Iglu in Stade zum Online-Star wird

Erik (links) und Johann können im Haupthaus des Iglus bequem stehen.

Erik (links) und Johann können im Haupthaus des Iglus bequem stehen. Foto: Stehr

Da staunten viele Kleinanzeigennutzer Anfang der Woche nicht schlecht: Im Stader Ortsteil Ottenbeck stand im Internet eine ungewöhnliche Immobilie zum Verkauf. Das steckt hinter dem Spaß.

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Von Lena Stehr
Dienstag, 06.01.2026, 17:50 Uhr

Stade. Immobilien - vor allem in der Stadt - sind bekanntermaßen teuer. Doch diese Zwei-Zimmer-Wohnung im Stader Ortsteil Ottenbeck bricht alle Rekorde.

600.000 Euro soll das „wunderschöne Unikat“ kosten, obwohl „beim Aktivieren der Heizkörper mit dem Einsturz des Daches gerechnet werden muss“. Dafür sei das Haus sparsam, der Kühlschrank quasi integriert.

Kinder bauten tagelang am gemütlichen Schneehaus

Bei der Top-Immobilie handelt es sich um ein Iglu. Und bei der Anzeige, die Martin Jäger dazu online stellte, handelt es sich natürlich um einen Scherz. „Wohnungen und Häuser in Ottenbeck sind begehrt. Wir wollten mal sehen, ob das auch für Iglus gilt“, sagt Martin Jägers Frau, Birte Pohlmann.

Die stolzen Iglu-Bauer präsentieren die Top-Immobilie in Ottenbeck (von links): Cedric, Erik, Emil, Johann, Wilhelm, Greta und Brida hatten Hilfe von drei Vätern.

Die stolzen Iglu-Bauer präsentieren die Top-Immobilie in Ottenbeck (von links): Cedric, Erik, Emil, Johann, Wilhelm, Greta und Brida hatten Hilfe von drei Vätern. Foto: Stehr

Die beiden Söhne des Paares, Johann und Emil, gehören zum Bau-Team. Zusammen mit anderen Kindern aus der Nachbarschaft im Alter von fünf bis 13 Jahren haben sie innerhalb von drei Tagen das knapp zwei Meter hohe und vier Meter lange Haus aus Schnee mit zwei Kammern errichtet.

In jeder freien Minute haben die Kinder Schnee in eine Plastikwanne geschippt, ihn festgetreten und etliche Steine für das Iglu hergestellt. Bei den Maurer- und Mörtelarbeiten haben drei Väter geholfen.

Greta und Johann zeigen die Plastikwanne, die sie für die Iglusteine benutzt haben.

Greta und Johann zeigen die Plastikwanne, die sie für die Iglusteine benutzt haben. Foto: Stehr

Täglich robben sich die Kinder seit dem vergangenen Wochenende durch die kleine Tür ins Innere, weil es drinnen windstill, trocken und richtig gemütlich ist.

„Wir haben kleine Nischen mit Teelichtern, die wir abends anzünden“, sagt der elfjährige Emil. Er schätzt, dass bis zu 15 Kinder im Iglu Platz haben.

Während die Kinder Spaß in ihrem Schneehaus hatten, erlaubte sich Martin Jäger einen Spaß und bot das Iglu in einer Online-Kleinanzeige für zunächst 200.000 Euro zum Verkauf an. Mit dem Hinweis, schnell zuzuschlagen, da die Wohnung voraussichtlich in wenigen Wochen nicht mehr da sein werde. Schnee schmilzt bekanntlich.

Überregionales Interesse und etliche Kommentare

Das Inserat wurde offenbar als unseriös erkannt und innerhalb weniger Stunden von der Plattform gelöscht. Davon ließ Martin Jäger sich nicht beirren und stellte prompt eine neue Anzeige online. Das überregionale Interesse war groß. Hunderte Nutzer klickten beide Anzeigen an, einige hinterließen Kommentare.

Schwer am Schuften: Die jungen Iglubauer haben tagelang Schnee geschippt und zu Bausteinen verarbeitet.

Schwer am Schuften: Die jungen Iglubauer haben tagelang Schnee geschippt und zu Bausteinen verarbeitet. Foto: Stehr

„Ich suche noch eine Ferienwohnung, da kommt das Angebot wie gerufen“, schrieb ein Nutzer und fragte, ob es auch einen Stellplatz gibt. „Danke, dass ihr mir meinen Sonntag versüßt habt“, kommentierte jemand anders.

„Das ist die beste Anzeige, die ich je gesehen habe. Respekt und Anerkennung an die jungen Bauunternehmer, die soviel Talent haben“, bekam Martin Jäger als weitere Rückmeldung.

Johann (links) und Erik haben es sich im Iglu mit Kerzen gemütlich gemacht.

Johann (links) und Erik haben es sich im Iglu mit Kerzen gemütlich gemacht. Foto: Stehr

Wieder ein anderer Nutzer war so begeistert von dem „Schmuckstück aus Eis und Schnee“, dass er es für 400.000 Euro kaufen wollte. So viel Wertschätzung sollte schon sein. Zur Besichtigung wollte der Interessent auf jeden Fall einen Schal mitbringen.

Brida, die jüngste Iglubauerin, hat Spaß bei der Arbeit.

Brida, die jüngste Iglubauerin, hat Spaß bei der Arbeit. Foto: Stehr

Aufgrund des großen Interesses erhöhten die Eigentümer den Kaufpreis für das Iglu zuletzt eiskalt auf 600.000 Euro. Inzwischen ist die Anzeige allerdings erneut gelöscht worden. Das Kleinanzeigenportal versteht offenbar keinen Spaß.

Der Zwei-Zimmer-Iglu in Stade-Ottenbeck.

Der Zwei-Zimmer-Iglu in Stade-Ottenbeck. Foto: Stehr

Die Kinder hoffen derweil, dass es noch möglichst lange kalt bleibt, damit sie weiter in ihrem Iglu spielen und es womöglich noch erweitern können.

Vielleicht findet sich ja sogar jemand, der sich mal einmieten möchte. Die Kinder könnten so leicht ihr Taschengeld aufbessern. In einem Schweizer Igludorf werden für eine Übernachtung übrigens mindestens 400 Euro fällig.

So teuer sind Immobilien in Ottenbeck

Wer ernsthaft auf der Suche nach einer Immobilie in Ottenbeck ist, kann derzeit zwei Drei-Zimmer-Wohnungen über das Online-Kleinanzeigenportal kaufen, eine 130 Quadratmeter große für 339.000 Euro und eine knapp 100 Quadratmeter große für 259.000. Zudem bietet eine Stader Immobilienfirma ein Einfamilienhaus auf einem circa 515 Quadratmeter großen Grundstück mit einer Wohnfläche von knapp 170 Quadratmetern für 649.000 Euro im Internet an.

Viele große Schneesteine haben die Kinder in den vergangenen Tagen in ihrem Iglu verbaut.

Viele große Schneesteine haben die Kinder in den vergangenen Tagen in ihrem Iglu verbaut. Foto: Stehr

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