TGarten gießen im Kreis Stade: Warum Brunnenwasser problematisch ist
Rasensprengen aus dem eigenen Brunnen ist nicht verboten - aber der Trinkwasserverband Stader Land sieht es kritisch. Foto: Benjamin Nolte/dpa-tmn
Die heißer werdenden Sommer zeigen Wirkung: Gärten mit Trinkwasser zu sprengen, wurde im Kreis Stade untersagt. Brunnen dafür zu nutzen, ist laut Trinkwasserverband Stader Land nicht unproblematisch.
Landkreis. Angesichts der langen Trockenheit haben viele eigene Brunnen genutzt, um den Garten zu bewässern - teilweise über Stunden, wie ein TAGEBLATT-Leser beobachtet hat. Ob das nicht auch problematisch sei? Diese Frage beantwortet der Trinkwasserverband Stader Land (TWV).
Verboten ist das Bewässern des Gartens mit Wasser aus dem eigenen Brunnen nicht. Wer einen bauen will, muss das bei der Unteren Wasserbehörde, also beim Landkreis, anzeigen. Der darf eine Genehmigung nur versagen, wenn das Wohl der Allgemeinheit es erfordert. Nur wer mehr als geringfügige Mengen entnehmen will, muss eine wasserrechtliche Erlaubnis beantragen.
Grundwasserentnahme auf lange Sicht kritisch
„Die Entnahme von Grundwasser aus den privaten Brunnen belastet erst einmal nicht die zur Verfügung stehende Menge an aufbereitetem Trinkwasser“, erklärt Ralf Burghartz, Geschäftsführer des TWV. Auf längere Sicht sei eine Entnahme von Grundwasser sowohl aus privaten Brunnen als auch aus den Brunnen der Landwirte aber dennoch kritisch zu werten, „da der Grundwasserspiegel natürlich sinken wird“.
Der TWV und die Menschen mit privaten Brunnen stehen diesbezüglich in Konkurrenz: Beide beziehen ihr Wasser aus dem ersten Grundwasserleiter. Verantwortlich dafür, das im Blick zu behalten, ist die Untere Wasserbehörde. Sie trifft auch die Entscheidung, ob und wie viel Grundwasser entnommen werden darf.
Wasserdruck senken: Entscheidung fällt spontan
Die Entscheidung, den Wasserdruck am vergangenen Wochenende zu senken, war, wie berichtet, nicht auf Wassermangel zurückzuführen, sondern darauf, dass die Wasserwerke des TWV aufgrund des Verbrauchs für Gärten und Pools an die Grenzen ihrer Aufbereitungskapazität stießen. Aber warum wird die Öffentlichkeit nicht vorher informiert?
„Die Entscheidung, den Druck im Krisenfall zu senken, wird relativ schnell in den täglichen Lagebesprechungen getroffen und dann unmittelbar umgesetzt“, erklärt Burghartz. Über die eigene Homepage und die sozialen Medien wäre eine kurzfristige Information möglich, räumt er ein: „Die Frage ist, wie viele Menschen das dann noch erreicht.“
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