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TVatertag im Kreis Stade: Bier, Bollerwagen und besondere Gruppen

Haben Mega-Spaß: der Freundeskreis aus Apensen auf dem Weg zur Elbe.

Haben Mega-Spaß: der Freundeskreis aus Apensen auf dem Weg zur Elbe. Foto: Felsch

Dunkle Wolken und Temperaturen um die 10 Grad - und trotzdem waren viele Menschen am Vatertag unterwegs. Eine TAGEBLATT-Rundreise von Stade übers Alte Land bis nach Apensen.

Von Franziska Felsch Donnerstag, 14.05.2026, 19:15 Uhr

Landkreis. Schon zum Frühstück treffen sich die Ersten auf dem Op‘n Brink Platz in Wiepenkathen. Hier lockt der Heimatverein mit einem ganz besonderen Highlight: Frisch vom Fass gezapftes Haake-Beck Kräusenbier. Ein besonderes, norddeutsches Bier, das einst in der Wiepenkathener Kneipe „Op de Deel“ ausgeschenkt wurde - damals wie heute originalgetreu in einem Splitterglas.

Damit wollen die Mitglieder vom Heimatverein an eine liebgewonnene Tradition im Ort erinnern und ein Stück Wiepenkathener Geschichte wieder aufleben lassen. „Es ist ein Verlust, dass die Kneipe nicht mehr existiert. Das war immer ein schöner Treffpunkt“, erinnert sich Uwe Hertz (77), der den Heimatverein 1989 mitgegründet hat. Seit 2024 organisieren die Ehrenamtlichen den öffentlichen Frühschoppen.

Erik Balzer und Sigrid Koppelmann stoßen in Wiepenkathen mit Kräusenbier an.

Erik Balzer und Sigrid Koppelmann stoßen in Wiepenkathen mit Kräusenbier an. Foto: Felsch

„Dieser Platz ist durch die Vatertagsveranstaltung erst richtig wieder entdeckt worden“, sagt Erik Balzer vom Vorstand. Der 31-Jährige bedauert, dass es die Kneipe nicht mehr gibt, in der er oft zu Gast war. Denn ihm ist daran gelegen, alle Generationen zusammenzubringen.

Treffpunkt für alle Generationen

Ein Ziel, das auch Sigrid Koppelmann von der Interessengemeinschaft verfolgt. „Wir möchten erreichen, dass sich alle, gerade die Neubürger, angesprochen fühlen. Man muss nicht in einem Verein sein, wenn es um Veranstaltungen geht, wie heute, wo es Bier und Bratwurst zu fairen Preisen gibt und wo die Menschen miteinander ins Gespräch kommen können.“

Zwei Väter - drei Bier: Reinhard Bardoux (links) mit Hermann Retemeyer.

Zwei Väter - drei Bier: Reinhard Bardoux (links) mit Hermann Retemeyer. Foto: Felsch

So wie Reinhard Bardoux und Hermann Retemeyer, die sich über das Angebot freuen, bekannte und neue Gesichter zu sehen. Oder der Herrentrupp mit den auffallend blauen Jacken, der auf seiner Vatertagstour hier Station macht. 25 Mann. Auf ihrem Rücken prangt das Logo Club 18/100. „Ab 18 Jahren darf man eintreten, mit 100 wird man rausgeschmissen“, erklären Werner Schulz und Max-Dieter Schubert.

Schalke und HSV-Fans unterwegs

Traditionsgemäß mit Bier und Bollerwagen ist eine andere Männergruppe in Richtung Hollern-Twielenfleth unterwegs. Die Schalke-Fans aus Gelsenkirchen im Alter von 55 bis 78 Jahren hatten gleich mehrere Tage Urlaub im Alten Land gebucht. Das machen sie schon seit Jahren so.

Schalke-Fans auf traditoneller Vatertagstour im Alten Land.

Schalke-Fans auf traditoneller Vatertagstour im Alten Land. Foto: Felsch

„Damit unsere Frauen sich mal ausruhen können“, sagt Friedhelm Walden und berichtet, dass sie sich alle aus dem Kleingartenverein ihrer Stadt kennen. „Früher hatte ich mal drei Häuser in der Gegend und weil es uns so gut hier gefällt, kommen wir immer wieder“, so der Vereinsvorsitzende.

Nur zu viert unterwegs sind diesmal Eric, Jan, Carsten und Constantin aus Horneburg. Auf der Wiese am Lühedeich haben sie ihr selbst gebautes Transportmobil geparkt. Erkennungszeichen ist ein rosa Flamingo. In ihrem Wagen transportieren sie ihre Marschverpflegung, denn sie sind seit 10 Uhr auf den Beinen.

„Das Wetter ist leider nicht so toll wie sonst am Vatertag, deshalb sind wir diesmal weniger“, berichten die Jungs, die zur Mittagszeit ihren Grill aufstellen - mit Blick auf die vorbeifahrenden Schiffe auf der Elbe.

Mit Wolldecke und warmer Jacke

Der Aussicht wegen sind auch Martina Dittmar und Marco Coors aus Rotenburg angereist. „Wir vermissen die vielen Bollerwagen-Gruppen. Der verhangene Himmel hält wohl doch den einen oder anderen ab“, mutmaßt Martina Dittmar. „Aber mit Decke und passender Kleidung lässt es sich aushalten“, fügt ihre Begleitung hinzu.

Mit Decke am Wasser: Martina Dittmar und Marco Coors aus Rotenburg.

Mit Decke am Wasser: Martina Dittmar und Marco Coors aus Rotenburg. Foto: Felsch

Nicht zu übersehen sind die rund 30 Mädchen und Jungs, die gleich mit mehreren Bollerwagen durch Jork marschieren. Die Musketiere, wie sie sich vorstellen, kennen sich seit der Grundschule. Der Freundeskreis aus Apensen, allesamt bekennende HSV-Fans, ist auf dem Weg zum Lühedeich, wo sie mit Gleichgesinnten den Tag feiern wollen.

Hotspot bei Heino

In Ruschwedel lockt ein weiterer Hotspot: „Seit vielen Jahren ist unser Platz ein beliebter Treffpunkt am Vatertag - bis 21 Uhr “, sagt Wirt Heino Augustin. Die Älteren kommen vormittags, die Jüngeren am Nachmittag. Dorthin, wo Musik vom Band tönt und reichlich Bier fließt.

Wirt Heino Augustin im Kreis seiner Stammgäste.

Wirt Heino Augustin im Kreis seiner Stammgäste. Foto: Felsch

Stammgast Jan Eckhoff, der nur ein paar Schritte entfernt wohnt, kommt alle 14 Tage in das Gasthaus Augustin. „Wegen des netten Wirts und der leckeren Hausmannskost“, verrät er. Am Vatertag ist er natürlich auch da. Jedes Jahr. So wie Susanne Scheidhauer aus Bliedersdorf. „Weil das so schön ist hier“, freut sie sich.

An der Oste in Gräpel begann die Party am späten Abend.

An der Oste in Gräpel begann die Party am späten Abend. Foto: privat

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Heino Augustin (Mitte) mit Stammgästen.

Heino Augustin (Mitte) mit Stammgästen. Foto: Felsch

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