Zähl Pixel
Basketball

TVfL Stade macht es im Kampf um die Playoff-Plätze spannend

Francesc Iturria gelingt in der Schlussphase der entscheidende Dreier.

Francesc Iturria gelingt in der Schlussphase der entscheidende Dreier. Foto: Martin Elsen

Die Basketballer des VfL Stade kommen in Berlin mit einem blauen Auge davon. Bis zur Halbzeit sehen sie bei den Freibeutern wie die sicheren Verlierer aus.

Von Rainer Thumann Sonntag, 15.02.2026, 18:45 Uhr

Berlin. Spiele gegen den Tabellenletzten haben ihre Tücken. Gewinnt der Favorit deutlich, war es Pflicht. Gewinnt der Favorit knapp, bleibt ein schaler Beigeschmack. Und verliert die vermeintlich bessere Mannschaft, ist es eine Blamage. Basketball-Regionalligist VfL Stade stand in Berlin genau vor diesem Szenario. Bei Schlusslicht Freibeuter Berlin wankte der Favorit bedenklich und rettete sich erst in letzter Sekunde zu einem 74:70 (34:50)-Erfolg.

Dabei begann alles wie so oft in dieser Saison: holprig. Aus einer schnellen 4:0-Führung wurde binnen weniger Minuten ein 5:14-Rückstand. Der Rhythmus fehlte, die Defensive wirkte unsortiert. Nach dem ersten Viertel lag Stade 21:26 hinten und Florian von Allwörden hatte bereits drei Fouls gesammelt. Kein guter Spätnachmittag zeichnete sich ab.

VfL Stade bekommt den Ball nicht in den Korb

Bis zur Pause wurde es noch düsterer. Der Korb schien wie vernagelt, selbst gute Würfe fanden nicht ihr Ziel. Berlin spielte mutig, der VfL verkrampfte. 34:50 zur Halbzeit. 16 Punkte Rückstand beim Tabellenletzten. Der Anfang vom Ende?

Nicht an diesem Tag. 14 Minuten vor Schluss, beim Stand von 45:58, ging ein spürbarer Ruck durch das Team. Kerem Baysalli und Marvin Boadu trafen wichtige Freiwürfe. Baysalli versenkte einen seiner insgesamt sechs Dreier. Auch Adrian Bergmann traf aus der Distanz. Der Rückstand schmolz, die Körpersprache änderte sich, die Intensität stieg.

Acht Minuten vor der Schlusssirene dann die erste Führung für Stade: 63:61. Plötzlich war das Spiel offen und ein echter Schlagabtausch entbrannte. Beide Teams kämpften um jeden Ball. Die Führung wechselte mehrfach, die Nerven wurden strapaziert.

Der Spanier nimmt sich den entscheidenden Wurf

Der entscheidende Moment gehörte Francesc Iturria. Sein Dreipunktewurf zum 72:67 war die Vorentscheidung in einer dramatischen Schlussphase. Doch Berlin gab sich nicht geschlagen. Zwei Auszeiten in den letzten zehn Sekunden, drei schnelle Punkte - 72:70. Noch einmal Spannung bis zum letzten Moment.

Dann die Schlussaktion des VfL: Sicher ausgespielt, abgeklärt vollendet. 74:70. Zwei immens wichtige Auswärtspunkte waren gerettet. „Ich bin stolz auf das Team“, kommentierte VfL-Manager Thomas Bolz die kämpferische Leistung.

Stades Cheftrainer Joan Rallo Fernández brachte es auf den Punkt: „Es gab viele positive Aspekte heute nach den zwei Niederlagen hintereinander. Die Mannschaft hat Charakter gezeigt, nachdem wir zur Pause mit 16 Punkten zurücklagen. Der Sieg bedeutet, dass wir weiter im Kampf um die Play Off-Plätze dabei sind, auch wenn wir wissen, dass wir noch einiges verbessern müssen.“

So hat die direkte Konkurrenz gespielt

Die Konkurrenz spielte dem VfL zusätzlich in die Karten: Bramsches Red Devils, direkter Rivale um Platz vier, verloren parallel deutlich. Beide Teams stehen nun bei 13 Siegen. Blamage verhindert. Charakter gezeigt. Und das Rennen um die Playoff-Plätze bleibt spannend.

VfL-Punkte: Baysalli 24, Boadu 15, Bergmann 12, Iturria 9, von Allwörden 6, Wuttke 4, Drochner 2, Moje 2.

Nächstes Spiel: VfL Stade – TuS Lichterfelde (Samstag. 21. Februar, 19.30 Uhr, Sportcampus)

Copyright © 2026 TAGEBLATT | Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel