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Raumordnung

TViel Platz, aber kaum Bauland: Engelschoff hadert mit Siedlungscharakter

Grünland, Acker, Windkraft und viel Raum: Die Gemeinde Engelschoff.

Grünland, Acker, Windkraft und viel Raum: Die Gemeinde Engelschoff. Foto: Martin Elsen

Engelschoff ist reich an Fläche. Aber Bauland ist mehr als knapp. Die Gemeinde kämpft um jeden Bauplatz. Deshalb hat sie die Dorfstruktur zum Thema beim Landkreis gemacht.

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Von Grit Klempow
Montag, 02.02.2026, 10:50 Uhr

Engelschoff. Wer in Engelschoff lebt, kann sich über eine intakte Dorfgemeinschaft freuen. Aber auch über viel Privatsphäre. Viele Häuser und Höfe dort fallen in die Immobilien-Kategorie „Alleinlage“, sind oft über lange Auffahrten zu erreichen.

In Engelschoff und Neuland leben auf rund 20 Quadratkilometern knapp über 750 Einwohner, durchschnittlich 38 Einwohner auf einem Quadratkilometer. Zum Vergleich: Das dicht bewohnte Himmelpforten hat fast die gleiche Fläche, pro Quadratkilometer sind es aber 283 Einwohner.

Nur geringe Chancen für Hausbau in Engelschoff

Dem guten Zusammenhalt in Engelschoff und Neuland schadet die Weite wahrlich nicht, aber die Struktur macht es für die Gemeinde schwierig, geeignete Grundstücke für die moderate Eigenentwicklung zu finden und ausweisen zu dürfen. Wer in Engelschoff bleiben will, hat nur geringe Chance auf einen Hausbau.

Als die Gemeinde vor einigen Jahren ein kleines Neubaugebiet in Engelschoff-Burg ausweisen konnte, war das ein großer Erfolg. Auch in Neuland blieb die Gemeinde am Ball und konnte am Kamper Weg weitere Bauplätze entwickeln.

Gemeinderat bezieht Dorfstruktur ein

In seine Stellungnahme zum Entwurf des Regionalen Raumordnungsprogramms hat der Gemeinderat deshalb das Problem aufgenommen. Zum einen plädierte er dafür, die Vorbehaltsfläche für Natur und Landschaft zu reduzieren - „aufgrund der hier teilweise höherwertigen landwirtschaftlichen Fläche mit hohem Ertragswert“.

Zum anderen war dem Rat die Dorfstruktur wichtig. Explizit wies er den Landkreis auf die besondere Lage hin: „Durch die Darstellung der Wohnhäuser an der ‚Dorfstraße/K62‘ weiterhin als Außenbereich und nicht als historisch gewachsener Siedlungsbereich wird eine weitere Wohnbebauung erschwert.“

Engelschoff als „Marschhufensiedlung“

Die Bebauung beiderseits der „Dorfstraße/K62“ stelle die eigentliche Ortslage für den Siedlungsbereich Engelschoff dar, da es sich hierbei nicht um Einzelhäuser in Streulage, sondern um eine typische „Marschhufensiedlung“ mit einer Bebauung handele, die sich nördlich der Dorfstraße mit einigem Abstand zur Straße aufreihe, sodass die Gebäude über lange Zufahrten erreicht werden. „Ergänzt wird die Siedlung durch einzelne Gebäude südlich der K62, die aus Gemeindesicht ebenfalls der Ortslage Engelschoff zuzuordnen sind.“

Zur Kenntnis nehmen können die Planer beim Landkreis die Stellungnahme aus Engelschoff. Konsequenzen für den Entwurf des Regionalen Raumordnungsprogramm kann es zumindest mit Blick auf die Siedlungsstruktur nicht geben. Die ist keine Kategorie der Raumordnung.

Oldendorf und Himmelpforten als zentrale Orte

Landkreis-Planer Simon Grotthoff sagt auf TAGEBLATT-Nachfrage: „Wir treffen Aussagen zum Siedlungsbedarf, es ist gewollt, dass der in den zentralen Orten stattfindet. Allen anderen wird eine Eigenentwicklung zugestanden.“ In der Samtgemeinde sind Oldendorf und Himmelpforten die zentralen Orte, auch Hammah will Grundzentrum werden.

Der Bedarf für eine Eigenentwicklung für die kleineren Orte werde durch die Raumordnung nicht infrage gestellt, so Grotthoff. Die Raumordnung sei nicht so detalliert angelegt, dass sie auf einzelne Straßen und die Bebauung schaue. Ob das Bauen im Außenbereich zulässig ist, wird an anderer Stelle geregelt - die Genehmigungsbehörden nehmen dafür das Baugesetzbuch zur Hand. „Das gilt unabhängig von der Raumordnung“, sagt Grotthoff.

Dass es in Engelschoff oder aber in anderen Dörfern wie Blumenthal an der Oste oder in Nordkehdingen immer wieder Konflikte im Spannungsfeld von Außenbereich und dem Wunsch nach Neubauten geben wird, scheint zumindest im Raumordnungsprogramm nicht geregelt werden können.

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