TVon der Rolle: Klopapier-Check im Kreis Stade
Zwei klägliche, (fast) nackte Papprollen sind alles, was der Toilettenpapierhalter am Buxtehuder ZOB zu bieten hat. Foto: Svenja Weil
Heute ist Tag des Toilettenpapiers. TAGEBLATT-Reporter haben sich umgesehen, wo der Gang aufs WC zum Erlebnis wird und wo die Hand ins Leere greift.
Landkreis. Am 26. August hat eine kleine Rolle ihren großen Auftritt, beim „Tag des Toilettenpapiers“. Während in China schon im 6. Jahrhundert mit Papier der Po gereinigt wurde, ist in Europa erst ab dem 16. Jahrhundert davon die Rede.
Heute verschleißen die Deutschen pro Kopf 134 Klopapierrollen im Jahr - das sind mehr als eine Million Tonnen Toilettenpapier Verbrauch insgesamt. 36.652 Rollen Toilettenpapier verbrauchte Stade in öffentlichen WC-Anlagen, Schulen, Kitas und in der Verwaltung im Jahr 2025, teilt die Hansestadt mit. Doch wie luxuriös ist die Blättchen-Lage in der Region? Die TAGEBLATT-Reporter haben sich in öffentlichen WCs umgesehen.
Sehr modern, hochwertig und neu wirken die Toilettenkabinen im historischen Stader Rathaus. Foto: Kress
In Stade bestimmt das Ambiente den Komfort
Im historischen Stader Rathaus steht eine neue kostenlose Toilettenanlage. Dort erwartet den Besucher zweilagiges Toilettenpapier mit einem Punktmuster. Auf der einen Seite weicher, auf der anderen rauer, wird es jeglicher Nutzerpräferenz gerecht und bietet vielseitige Anwendungsmöglichkeiten. Durch eindeutig perforierte Abrissstellen lässt es sich problemlos in stets gleicher Größe nutzen. Eine zweite Rolle steht im Falle eines Falles ebenfalls bereit.

Mit einem Punktmuster geziert ist das zweilagige Toilettenpapier im Stader Rathaus auf der einen Seite weicher, auf der anderen etwas fester. Foto: Kress
Während das Toilettenpapier im Rathaus ansehnlich in sauber glänzenden Behältern einladend aufbewahrt wird, steht selbiges in der Toilettenanlage des Platzes Am Sande lieblos auf der dafür vorgesehenen Vorrichtung. Mit Graffiti übersäte Wände, schwer abschließbare Türen und eine beißende Geruchskulisse lassen das gleiche Toilettenpapier sogleich ungemütlicher und minderwertiger wirken.

Das Toilettenpapier gleicht dem im historischen Rathaus. Am Platz am Sande steht es allerdings lose auf der Vorrichtung in einem wenig einladendem Ambiente. Foto: Kress
Somit liegt es nicht nur an den Lagen und Mustern des Papiers. Auch das Ambiente spielt für das aufgewickelte Hygieneprodukt eine entscheidende Rolle.
Papier in Buxtehude dringend gesucht
Am Buxtehuder Busbahnhof herrscht Ebbe in Sachen WC-Papier. Im dafür vorgesehenen Halter hängen zwei fast komplett leere Papprollen. Über die Qualität des Papiers lassen sich so keine belastbaren Aussagen treffen. Auch die Notlösung Papierhandtücher steht nicht zur Verfügung in der engen und nicht gerade heimeligen Kabine.

Pragmatisch, hoch technisiert und geruchlich anspruchsvoll präsentiert sich die Toilette am Buxtehuder Altstadtparkplatz. Für einige wenige Gäste reicht das vorhandene einlagige Papier wohl noch. Foto: Svenja Weil
Die Toilettenanlage am Buxtehuder Altstadtparkplatz ist ein technisches Wunderwerk voller Sensoren und Automatik. Schade, dass eine gute Belüftung merklich nicht dazugehört. Neben kaltem Edelstahl bietet das weiche Papier mit zartem Blütenmuster einen deutlichen Kontrast. Da es nur einlagig ist, wird wohl mancher zur Sicherheit einige Blätter mehr verwenden.

Im historischen Rathaus in Buxtehude herrscht kein Mangel an Toilettenpapier. Sogar zwischen den historischen Doppelfenstern finden sich Vorräte. Foto: Svenja Weil
Im historischen Rathaus in Buxtehude findet die Besucherin Toilettenpapier in Hülle und Fülle vor. In der ordentlichsten aller städtischen öffentlichen Toiletten tummeln sich die angefangenen Rollen so zahlreich, dass die Auswahl fast schwer fällt. Da hilft es, dass alle das gleiche bekannte einlagige Papier mit eingeprägten Blümchen bieten.
Altländer sollen auf dem WC sparen
Clevere Technik kommt auch am Bassenflether Strand zum Einsatz, leider erstreckt sich der Einsatz nicht auf eine automatische Reinigung des Örtchens. Nach dem Geschäft kann ein Sensor rechts neben dem stets tropfenden WC ausgelöst werden und schon gleitet das Toilettenpapier wie von Zauberhand aus einem quadratischen Loch.

Hightech im Bassenflether Klo. Foto: Feindt
„Maximal zehn Stück“ mahnt ein Schild an der Edelstahlwand den Toilettenbesucher zum Maßhalten. Das dürfte in manchen Fällen schwierig werden, denn das schmucklos-weiße Klopapier hat nur eine Lage.

Das Dixi-Klo ist wieder da, jetzt fehlt die Rolle. Foto: Feindt
Das vermisste Dixi-Klo am Twielenflether Mehrgenerationenpark hat inzwischen einen Nachfolger bekommen. Auf eine neue Klopapierrolle warten Besucher des engen grün-grauen Plastikhäuschens allerdings noch vergeblich.
Hätten Sie es gewusst?
Wenn Toilettenpapier da ist, lohnt ein Blick auf die Rolle – und auf die Verpackung. Denn für die Herstellung werden jede Menge Wasser, Altpapier, Holzfasern und weitere Rohstoffe benötigt. Wer zu Recycling-Klopapier greift, kann aktiv Ressourcen schonen.

Mit der bewussten Auswahl von Recycling-Toilettenpapier können Verbraucher einen wichtigen Beitrag zum Ressourcenschutz leisten. Foto: kropekk_pl/Pixabay
Besonders umweltfreundlich sind Produkte aus 100 Prozent Altpapier, die etwa mit dem Blauen Engel oder dem EU-Ecolabel ausgezeichnet sind. Gegenüber Frischfasern lassen sich damit knapp 70 Prozent Energie und mehr als 60 Prozent Wasser einsparen, sagen die Abfallberaterinnen des Landkreises Stade.
T Damit das Klo kein „TAT-Örtchen“ wird: Abfall gehört nicht in die Toilette
Was nicht ins WC gehört
Und vom Landkreis gibt es noch einen wichtigen Hinweis fürs stille Örtchen: In die Toilette gehört tatsächlich nur WC-Papier. Feuchttücher, Küchenkrepp, Taschentücher, Kosmetiktücher, Wattestäbchen und Co. haben dort nichts verloren. All das kann sich in den Abwasserleitungen festsetzen und Verstopfungen verursachen. Außerdem können Schadstoffe und Mikroplastik ins Abwasser gelangen.

Nicht alles, was aus Papier ist, darf im WC runtergespült werden. Foto: pasja1000!/Pixabay
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