Personennahverkehr

T„Warten sehnsüchtig“: Das sagen Bürger zur Reaktivierung der Bahnstrecke

Sie rechnen mit einem positiven Effekt für ihr Deutsches Feld- und Kleinbahn-Museum in Deinste: Jan Reher (rechts) und Loke Thomsen, der momentan eine Ausbilung zum Lokführer macht.

Sie rechnen mit einem positiven Effekt für ihr Deutsches Feld- und Kleinbahn-Museum in Deinste: Jan Reher (rechts) und Loke Thomsen, der momentan eine Ausbilung zum Lokführer macht. Foto: Laudien

Zugfahrten im Stundentakt - in den Geest-Dörfern fährt man auf die Wiederbelebungspläne der Bahnstrecke von Bremervörde nach Stade ab. Die Reaktionen sind positiv.

Von Susanne Laudien 03.07.2026, 17:00 Uhr

Fredenbeck. Bei der Informationsveranstaltung zur Reaktivierung der Bahnstrecke Bremervörde-Stade im Deinster Dorfgemeinschaftshaus konnten sich die Besucher im Anschluss der offiziellen Vorstellung über das Vorhaben und die Maßnahmen an Info-Tafeln und bei EVB-Mitarbeitern informieren.

Unter den zahlreichen Interessierten waren unter anderem Jan Reher und Loke Thomsen. Sie zeigten sich begeistert von den Plänen. „In nur 35 Minuten mit dem Zug nach Bremervörde oder Stade fahren, dass finde ich wirklich super“, sagte Thomsen. Beide sind überzeugte Eisenbahn-Fans und Mitglieder beim Deutschen Feld- und Kleinbahn-Museum (DFKM). Der Verein betreibt seit mehr als 50 Jahren das Eisenbahnmuseum auf einer Schmalspur-Feldbahn in Deinste.

Eisenbahnfan auf dem Weg zum evb-Lokführer

„An den Museumstagen fahren wir unsere Gäste mit einem historischen Personenwagen und einer Dampflokomotive“, erklärte Reher. „Für das Museum wäre der Personenverkehr auf der reaktivierten Strecke eine echte Bereicherung, sodass noch mehr Besucher bei unserem Eisenbahn-Museum vorbeischauen.“

Wenn es 2028 losgeht, wird womöglich auch Loke Thomsen einen der Personenzüge fahren. Der 18-jährige ist momentan bei der EVB im ersten Ausbildungsjahr zum Lokführer. „Demnächst darf ich zum ersten Mal den Moorexpress von Stade nach Bremervörde fahren“, erzählte er stolz.

Frank Havemann (links) sowie Elke und Wolfgang Weh warten sehnsüchtig, dass es 2028 auf der Bahnstrecke losgeht.

Frank Havemann (links) sowie Elke und Wolfgang Weh warten sehnsüchtig, dass es 2028 auf der Bahnstrecke losgeht. Foto: Laudien

Elke Weh, Fredenbecker Ratsmitglied und Vorsitzende des Fördervereins Moorexpress, begrüßt ebenfalls die Reaktivierung. „Die Mobilisierung kommt dadurch in unsere Geest-Dörfer zurück“, so die Grünen-Politikerin. Das sieht Ehemann Wolfgang genauso. „Wir verfolgen die Aktivitäten schon seit 20 Jahren und der erste Zug müsste dann eigentlich Elke heißen, weil sich meine Frau so dafür einsetzt.“

„Wir warten sehnsüchtig auf den Dezember 2028. Das habe ich eben auch in das Gästebuch zur heutigen Veranstaltung geschrieben“, sagte Frank Havemann, Vorsitzender des Fredenbecker Geest Marketing und Touristik Vereins. „Die Besucher können unsere Geest-Dörfer mit dem Zug noch schneller erreichen - und auch unsere Veranstaltungen wie die beliebte Talk-Runde ‚Fredenbeck trifft...‘ mit prominenten Gästen.“

Andreas Metz, Leiter evb-Netzbetrieb, erklärt Dr. Wolfgang Meyer-Antholz (rechts) die Maßnahmen an der Bahnstrecke.

Andreas Metz, Leiter evb-Netzbetrieb, erklärt Dr. Wolfgang Meyer-Antholz (rechts) die Maßnahmen an der Bahnstrecke. Foto: Laudien

Dr. Wolfgang Meyer-Antholz, Mitglied des Fördervereins Moorexpress, informierte sich umfassend über die Pläne für den Personenverkehr. „Ich bin begeistert von dem Konzept. Es ist eine tolle Sache für die Region. Früher war die Strecke mal ein wichtiger Wirtschaftsmotor.“

Versuchsballon 2023 mit großem Bahnhofsfest 2023

Ein Versuchsballon mit großem Bahnhofsfest wurde bereits 2023 zum 125-jährigen Bestehen an der Strecke Stade-Bremervörde gestartet, erläutert Christoph Nagel, Leiter der EVB-Unternehmenskommunikation. „Der Zug wurde an den Bahnhöfen in Mulsum-Essel und Stade-Hagen mit großem Jubel empfangen.

Deinstes Bürgermeister Jörg Müller sieht in den EVB-Plänen eine große Bereicherung für die Region.

Deinstes Bürgermeister Jörg Müller sieht in den EVB-Plänen eine große Bereicherung für die Region. Foto: Laudien

Auch Fredenbecks Bürgermeister Ulrich Schumacher freut sich, dass es 2028 losgehen soll. „Ich war bereits bei der Jubiläumsfahrt 2023 dabei, zusammen mit Niedersachsens Ministerpräsidenten Olaf Lies (SPD).“ Deinstes Bürgermeister Jörg Müller äußerte sich ebenfalls positiv, wie er in der Begrüßungsrede betonte. „Ich begrüße das Mobilitätsangebot für die Anwohner und die Belebung für die Region.“

Kontroverse Äußerungen waren bei der Veranstaltung nicht zu hören. Die Genehmigungssituation sei eindeutig. Wer ein Grundstück an der Eisenbahntrasse habe, müsse auch damit rechnen, dass die Strecke genutzt wird, so die einhellige Meinung.

Fredenbecks Bürgermeister freut sich auf den Start 2028.

Fredenbecks Bürgermeister freut sich auf den Start 2028. Foto: Laudien

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