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Verteidigung

TWarum steht denn das Raketenabwehrsystem Patriot in Buxtehude?

Blickfang auf dem Altstadtparkplatz in Buxtehude: die mobile Startstation (Launcher) des Flugabwehrraketensystems Patriot. Soldaten der Flugabwehrraketengruppe 24 aus Bad Sülze (bei Rostock) bedienen es.

Blickfang auf dem Altstadtparkplatz in Buxtehude: die mobile Startstation (Launcher) des Flugabwehrraketensystems Patriot. Soldaten der Flugabwehrraketengruppe 24 aus Bad Sülze (bei Rostock) bedienen es. Foto: Sulzyc

Die Bundeswehr macht in der früheren Kasernenstadt Buxtehude spektakulär auf sich aufmerksam. Das steckt dahinter.

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Von Thomas Sulzyc
Mittwoch, 29.04.2026, 13:15 Uhr

Buxtehude. Mit der wohl größten Präsenz seit Schließung der Estetalkaserne im Jahr 1994 zeigt sich die Bundeswehr in Buxtehude. 16 Soldatinnen und Soldaten haben am Dienstag eine Basis auf dem Altstadtparkplatz an der Hansestraße und in einem Container auf dem Petri-Platz in der Altstadt aufgeschlagen.

Bis Sonnabend, 9. Mai, bleibt die Truppe in der Stadt. Die sieben Soldaten der Flugabwehrraketengruppe 24 aus Bad Sülze (bei Rostock) allerdings werden Buxtehude bereits am Donnerstag wieder verlassen.

Neues Modell der Personalgewinnung

Besucher und Besucherinnen sind ausdrücklich erwünscht. Denn das Quartier in Buxtehude ist eine Station auf der Personalgewinnungs-Tournee der beiden Bundeswehr-Karrierecenter aus Hannover und Wilhelmshaven.

„KA.R.L.“ lautet der Name der monatelangen Tournee in Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Die Buchstabenkombination steht für Karriereberatung, Roadshow und Lounge. Buxtehude ist nach Braunschweig die zweite Station auf der Tournee.

Die Karrierecenter der Bundeswehr Hannover und Wilhelmshaven sind auf Personalgewinnungs-Tournee „KA.R.L.“ in Buxtehude. Das Foto zeigt einen Container für vertrauliche Gespräche mit Interessenten auf dem Altstadtparkplatz in Buxtehude.

Die Karrierecenter der Bundeswehr Hannover und Wilhelmshaven sind auf Personalgewinnungs-Tournee „KA.R.L.“ in Buxtehude. Das Foto zeigt einen Container für vertrauliche Gespräche mit Interessenten auf dem Altstadtparkplatz in Buxtehude. Foto: Sulzyc

Die Bundeswehr wählt dabei Standorte aus, an denen sie lange nicht gewesen ist - wie Buxtehude. Oder sie geht in Städte, in denen der Arbeitsmarkt in Bewegung geraten sei und Arbeitnehmer eine neue berufliche Orientierung suchten, sagt Presseoffizier Major Ralf Halfbrodt vom Karrierecenter Hannover.

Das steckt hinter „KA.R.L.“

Die Personalrekrutierungskampagne “KA.R.L.“ ist ein Modell, das die Bundeswehr erprobt und in ganz Deutschland Nachahmung finden könnte. Besucher haben die Gelegenheit, mit Soldaten und Soldatinnen zu sprechen. An einem Container mit Fitnessgeräten dürfen Besucher ihre soldatische Fitness testen.

„Wir suchen immer qualifiziertes Personal. Aber wir haben jetzt besonderen Bedarf“, sagt Major Halfbrodt. Hintergrund: Die Bundeswehr benötigt deutlich mehr Personal, um aktuelle Sicherheitsanforderungen und NATO-Planungsziele zu erfüllen. Die Bundeswehr soll bis Mitte der 2030er-Jahre auf eine aktive Truppe von 260.000 Soldatinnen und Soldaten anwachsen. Zurzeit gehören der Bundeswehr mehr als 186.000 aktive Soldaten und Soldatinnen an.

Zusätzlich arbeiten in der Bundeswehr mehr als 81.000 zivile Mitarbeiter. „Viele wissen das nicht, aber wir suchen auch zivile Beschäftigte. Zum Beispiel als Kfz-Mechatroniker oder in der Verwaltung“, sagt Major Halfbrodt.

Spektakulärer Anblick: Patriot mitten in Buxtehude

Seit 1. Januar 2026 gilt ein neuer Wehrdienst. Zwar bleibt die Wehrpflicht ausgesetzt, jedoch müssen alle 18-jährigen Männer einen Fragebogen ausfüllen. Ab Juli 2027 ist eine Musterung für Männer verpflichtend.

Die Bundeswehr stellt auf dem Altstadtparkplatz in Buxtehude das Radarsystem Cobra aus.

Die Bundeswehr stellt auf dem Altstadtparkplatz in Buxtehude das Radarsystem Cobra aus. Foto: Sulzyc

Spektakulär ist der Auftritt auf dem Altstadtparkplatz: Das Artillerie-Lehrbatallion 325 stellt das Radarsystem Cobra aus. Am meisten Aufmerksamkeit dürfte die mobile Startstation des Raketenabwehrsystems Patriot erregen, das von der viel befahrenen Hansestraße aus zu sehen ist. Es ist von Kriegsschauplätzen in der Ukraine und Israel bekannt.

Scharfe Munition enthält die in Buxtehude ausgestellte Abwehrrakete nicht. Dabei handele es sich um eine mit Beton gefüllte Attrappe. Am Abend bringt die Bundeswehr das Radar und die Raketenabwehr an einen geheimen Ort. Die Soldaten und Soldatinnen schlafen während ihres Aufenthalts in Buxtehude in Hotels in der Umgebung.

Dann ist das Bundeswehr-Quartier geöffnet

Das „KA.R.L“-Camp der Bundeswehr ist noch bis 9. Mai, montags bis freitags 10 bis 18 Uhr geöffnet. Sonnabends von 10 bis 15 Uhr und am verkaufsoffenen Sonntag, 3. Mai, 13 bis 16 Uhr.

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